06. Januar 2021, 12:00 Uhr

Jugendfußball

FC Cleeberg: Lichtblick in trüben Zeiten

Der Jugendfußball liegt erneut brach. Aber es gab eine Ausnahme vor dem kompletten Lockdown am 16. Dezember: Der FC Cleeberg durfte Einzeltraining anbieten.
06. Januar 2021, 12:00 Uhr
Auch das ist der Job des Trainers: Erik Schimpf sammelt die Bälle ein. FOTO: MS

Es ist ein kalter und überaus nebliger Samstagvormittag. Und die Bedingungen auf dem Kunstrasenplatz des FC Cleeberg in Oberkleen sind bescheiden. Dennoch sind Kinder und Jugendliche da, sie nehmen das Angebot des FC an, der Einzeltraining trotz strenger Corona-Auflagen anbieten darf. Das war vor dem 16. Dezember, als der bundesweite Lockdown beschlossen wurde. Der fällt im Jugendbereich nicht ins Gewicht, denn die Winterferien laufen noch einige Tage. Außerdem wird sich bis Ende Januar ohnehin nichts ändern. Die meisten Vereine hoffen, dass es vielleicht im Februar wieder möglich ist, Training anzubieten.

D er Fußball-Nachwuchs in Cleeberg ist da in einer etwas besseren Position, dass sieht man beim Training. Es funktioniert zwar einiges auf dem stellenweise vereisten Kunstrasenplatz nicht. Doch das schert keinen der Protagonisten. »Ja, hast du gut gemacht«, sagt Erik Schimpf, Vorsitzender und gleichzeitig Trainer der C-Junioren. Er und seine Mitstreiter im Verein haben sich einiges ausgedacht, um die Jungs zu fordern. So gibt es beispielsweise Fußball-Biathlon. Wird das Ziel bei einer Station nicht erreicht, dann gibt es eine Strafrunde - mit Ball. Kommt natürlich bei den Jugendlichen trotz des Spielgerätes am Fuß nicht richtig gut an, wird aber dennoch zur Zufriedenheit der Übungsleiter absolviert.

»Du kannst so natürlich viel mehr auf mögliche Defizite eingehen. Bei einem normalen Training hast du gar nicht die Zeit und das Auge«, sagt Schimpf. Davon können Finn Rühl und seine Kollegen ein Lied singen, denn sie sollen es mit dem jeweils schwächeren Fuß versuchen. »Ja, macht nix, beim nächsten Mal wird es besser. Siehst du, geht doch«, lobt Schimpf jeden Akteur nach mehreren Anläufen in Sachen Torschuss mit dem jeweils schwächeren Fuß.

Jeweils 45 Minuten stehen im Einzeltraining zur Verfügung, und die Akteure - jeweils zwei - sind dann auch ziemlich ausgelaugt, der Blick in ihre Gesichter verrät das. Insgesamt 14 Kinder bzw. Jugendliche haben die Möglichkeit des FC wahrgenommen, am Einzeltraining teilzunehmen. Erik Schimpf und seine Mitstreiter haben einen Plan ausgearbeitet, der vorsieht, dass immer nur ein Pärchen die Einheiten absolviert. »Das funktioniert auch gut, zumal die Pärchen so bleiben, keiner kann in eine andere Gruppe wechseln«, sagt Schimpf. Das minimiert für alle Beteiligten das Risiko.

Schimpf ist froh und dankt auch der Gemeinde und den zuständigen Behörden, dass der FC diese Maßnahme für den Nachwuchs anbieten kann. »Der Bürgermeister wohnt quasi nebenan, er hat auch schon zugesehen«, erwähnt Schimpf. Natürlich hat auch das zuständige Ordnungsamt mehrfach Station am Kunstrasenplatz gemacht, sich ein Bild von dem Hygienekonzept gemacht - ohne jegliche Beanstandung.

»Wir sind froh, dass wir das machen können. Und quasi alle haben zugesagt - und sie kommen auch«, sagt Schimpf nicht ohne Stolz über die Nachwuchsfußballer. Und Finn Rühl ergänzt: »Wenn’s in der Schule mal nicht so läuft, dann ist das ein sehr guter Ausgleich.«

Es ist das Training, der Sport, die Bewegung, die allen in dieser schwierigen Zeit hilft. Und wenn man sich das Einzeltraining anschaut, das der Klub samstags von 10.30 bis 13.30 Uhr angeboten hat, dann muss man den Hut ziehen vor dem FC Cleeberg. Alles ist stimmig, und das Wichtigste ist, dass die Kinder und Jugendlichen den so nötigen Ausgleich mit dem Sport finden können.

Vielleicht ist es auch an der Zeit, dass sich die zuständigen Behörden - nach dem Ende des kompletten Lockdowns - Gedanken machen, zumindest den Trainingsbetrieb für Kinder und Jugendliche wieder zu ermöglichen. Sie gehören zweifelsohne zu jenen Gruppen, die extrem in dieser Corona-Zeit leiden.

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