11. Juli 2021, 20:08 Uhr

Leichtathletik

»fast arms, fast legs«: Sprintspitze in Wetzlar, aber Lisa Mayer fehlt

Gina Lückenkemper und Julian Reus sprinten am Samstag in Wetzlar, während die gebürtige Gießenerin Lisa Mayer beim Event »fast arms, fast legs« aus Vorsichtsmaßnahmen fehlt.
11. Juli 2021, 20:08 Uhr
Top-Sprinter in Wetzlar: Michael Pohl (3. v. l.) vom heimischen Sprintteam wird über die 100 Meter Dritter, Ansah Owen (2. v. l.) vom Hamburger SV siegt über 200 Meter. (Foto: Oliver Vogler (Oliver Vogler))

Die aufgrund des Zuschauerauschlusses zahlreichen Zaungäste am Wetzlarer Stadion sahen am Samstag geballte deutsche Sprintprominenz: Gina Lückenkemper, Julian Reus, Rebekka Haase - echte heimische Beteiligung aber vermissten die Leichtathletik-Fans bei der zweiten Auflage von »fast arms, fast legs«.

Lediglich 200-Meter-Läufer Elias Goer aus Wieseck half bei der Zeitmessung mit - die gebürtige Gießenerin Lisa Mayer kam entgegen der Erwartungen nicht nach Wetzlar - reine Vorsichtsmaßnahme hieß es aus ihrem Umfeld: »Lisa möchte sich zu 100 Prozent auf Tokio vorbereiten«, sagte ein Mitglied aus dem Sprintteam Wetzlar.

Die 25-Jährige aus Niederkleen könnte bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio vom 23. Juli bis 8. August unter anderem an der 4x100-Meter-Staffel teilnehmen - Mitte Juni lief die Staffel mit Mayer in Regensburg in 42,38 Sekunden Weltjahresbestleistung, am Samstag lief keiner der vier Teilnehmer auf. Die deutsche Staffel lief in komplett anderer Besetzung, unter anderem mit Lückenkemper, in Wetzlar nun in 43,18 Sekunden ein.

Immerhin anwesend war Rebekka Haase vom Sprintteam Wetzlar, auch sie aber sagte aus Vorsicht und leichten Beschwerden am Beuger am Wettkampftag Nein zum Auftritt in Wetzlar. »Hierher zu kommen, war für mich eine Herzensangelegenheit. Ich liebe dieses Stadion«, sagte Haase bei bestem Sommer- und Sportlerwetter.

Zugleich richtete sie lobende Worte an ihre Kollegin Lisa Mayer: »Für mich ist es einfach erstaunlich, wie sie sich nach dieser schweren langen Zeit wieder an diese Leistungen herangekämpft hat. Ich glaube, sie weiß gar nicht, wieviel Respekt sie dafür unter den Sprinterkolleginnen hat.«

Für beide geht es am 19. Juli nach Fernost - das gilt auch für den ausgewiesenen 200-Meter-Experten Steven Müller von der LG Friedberg-Fauerbach, der sein Olympia-Ticket sicher hat. »Wir sind hier heute nicht auf Topzeit gegangen, das war eher ein gutes Training unter Wettkampfbedingungen«, erklärte sein in Watzenborn-Steinberg lebender Trainer Otmar Velte.

Am Samstag in Wetzlar wurde der 30-jährige Müller im Finale über die 100 Meter aufgrund eines Fehlstarts disqualifiziert.

Dieses entschied der erfahrene Julian Reus in 10,34 Sekunden für sich, Michael Pohl vom Sprintteam Wetzlar wurde in 10,53 Sekunden Dritter. Über die 200-Meter-Strecke dominierte Ansah Owen vom Hamburger SV in 21,13 Sekunden.

Das Event bildete den Abschluss des neuen vier Wettbewerbe umfassenden Formats »racing league«, das laut dem organisierenden Sprintteam aus Wetzlar »einer Formel 1 oder der Bundesliga« gleichen soll - 10 000 Euro Preisgeld werden dabei ausgeschüttet.

Bei den Männern konnte sich dabei nach Wettbewerben in Mannheim, Weinheim und Regensburg letztlich Marvin Schulte vor Julian Reus durchsetzen.

Bei den Frauen sicherte sich die formstarke heimische Lisa Mayer trotz Fehlens in Wetzlar Platz eins und 1200 Euro Preisgeld. Über die 100-Meter-Distanz sprintete am Samstag Corina Schwab (Chemnitz) in 11,40 Sekunden zum Sieg. Sie gewann auch über die 200 Meter (22,69 Sekunden).

Deutschlands Vorzeigesprinterin Lückenkemper verließ freundlich-grüßend am Nachmittag wieder das Wetzlarer Stadion - unter anderem ihr Besuch veranlasste Sportamtsleiter Wendelin Müller zur Aussage: »Die Veranstaltung ist ein Riesenplus für uns als Stadt und zeigt, wo wir deutschlandweit stehen.«

Wetzlar habe sich als »Wettkampfort etabliert, jeder Spitzenprinter und jede Spitzensprinterin in Deutschland weiß, wo Wetzlar liegt. Das kann hier eine Traditionsveranstaltung werden.«

Dafür muss einiges gestemmt werden: »Der Aufwand ist riesig«, sagt der Sportamtsleiter. »Das beginnt beim Aufstellen der Hürden, geht über den NADA-Raum und das Überprüfen des Netzwerks für die Zeitmessung. Das Equipment ist aufwändig, der Umgang mit den Sportlerinnen und Sportlern dagegen angenehm einfach.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Aschaffenburger Mutig-Preis
  • Fauerbach (Friedberg)
  • Hamburger SV
  • LG Ovag Friedberg-Fauerbach
  • Langgöns-Niederkleen
  • Leichtathletik
  • Liechtensteinisches Gymnasium
  • Lisa Mayer
  • Sportler
  • Sportlerinnen
  • Oliver Vogler
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos