04. März 2021, 22:32 Uhr

HSG Wetzlar

Erneute Wetzlarer Aufholjgad

Lange 45 Minuten wirkt die HSG Wetzlar bei den Eulen Ludwigshafen wie abwesend - doch am Ende erkämpfen die Grün-Weißen erneut ein Unentschieden: 27:27!
04. März 2021, 22:32 Uhr
Freude über den Punkt: Alexander Feld und Kristian Björnsen. FOTO: RUFFLER

HSG Wetzlar


Aufholjagd zweiter Teil. Eine Woche nach dem Heim-28:28 gegen HC Erlangen nach 12:19-Rückstand hat eine lange Zeit desolat auftretende HSG Wetzlar einmal mehr eine drohende Niederlage abgewendet. 12:18 stand es am Donnerstagabend bei den Eulen Ludwigshafen nach 38 Minuten, 27:27 am Ende. Wahnsinn!

Der überragende Hüttenberger Eulen-Spielmacher Dominik Mappes war vor den Sky-Mikrofonen fast sprachlos: »Vor dem Spiel hätten wir uns wahrscheinlich mit einem Punkt zufriedengegeben. Nach dem Spielverlauf ist es aber natürlich bitter, die Partie nicht zu gewinnen. Wir führen das gesamte Spiel über, woran es dann am Ende gefehlt hat, müssen wir in der Analyse herausfinden. Es ist schwer nach einem solchem Spiel die richtigen Worte zu finden. Der Punkt ist dennoch wichtig, im Abstiegskampf ist jeder Zähler willkommen.«

Wetzlars schwedischer Rückraum-Allrounder Olle Forsell Schefvert, noch angeschlagen und auf der Suche nach seiner Form der Vorrunde, resümierte: »Bis zum 10:15 haben wir uns selbst kaputtgemacht. Wir haben zuviel diskutiert und uns nicht auf das Spiel konzentriert. Am Ende haben uns dann ein, zwei Paraden von Tibor Ivanisevic im Tor, ein, zwei schnelle Gegenstoßtore und die offensive 3:3-Deckung wieder in die Spur gebracht.«

Ohne die Wurfkraft und Abwehrstärke ihres verletzt fehlenden Rückraum-Linkshänders Stefan Cavor fanden die Wetzlarer Bundesliga-Handballer in der Friedrich-Ebert-Halle lange Zeit einfach nicht ins Spiel. Während Dominik Mappes auf der Eulen-Mitte vor Spielfreude sprühte und mit seiner Dynamik das Ludwigshafener Team immer wieder Antrieb, selbst sieben Tore bei 78 Prozent Trefferquote beisteuerte und die Wetzlarer Abwehr mit Bodenpässen, Eins-gegen-eins-Aktionen, ansatzlosen Stemmwürfen oder Doppelwacklern immer wieder zur Verzweiflung brachte, war davon im Angriff der Grün-Weißen über das 0:3 (5.), 2:5 (12.) und 6:10 bis zum Pausen-10:15 nichts zu sehen. »Wir hatten keinen Ballfluss, wir haben Standhandball gespielt«, kritisierte HSG-Trainer Kai Wandschneider sein Team, das sich trotz gut 30 Prozent gehaltener Bälle von Torhüter Tibor Ivanisevic (für den verletzt fehlenden Till Klimpke) beim 12:18 in der 38. Minute klar auf der Verliererstraße befand. Wie eine Woche zuvor gegen Erlangen.

Doch dann packten die Anton Lindskog und Co. wieder ihr Kämpferherz aus, kompensierten spielerische Defizite und Konzentrationsschwächen mit Einsatz und Leidenschaft - und mit der über eine 4:2-Variante in der Schlussviertelstunde eingebrachten 3:3-Abwehr.

Als Alexander Feld die Spielmacherrolle übernahm und die 6:0-Deckung endlich gewohnt beherzt zupackte, hieß es nach einem von Ivanisevic parierten Siebenmeter nur noch 18:20 (47., Lindskog). Friesenheim zog bis zum 27:24 (5.) zwar immer wieder auf drei Tore weg - der Wetzlarer Schlussspurt mit Treffern von Olle Forsell Schefvert (25:27), Anton Lindskog (26:27) und Kristian Björnsen (27:27, 60.) aber war unwiderstehlich.

Das war weniger Handball gespielt als Handball gekämpft. Das Eulen-Duo Mappes/Neuhaus hatte die Wetzlarer in der Kleingruppe »schwindelig gespielt« (Wandschneider), dafür ließ man die Zwei-Meter-Hünen Valuillin, Dietrich und Wagner weniger zur Entfaltung kommen.

Für Kai Wandschneider war neben der 3:3-Deckung in der Endphase der siebte Feldspieler - allerdings bekam Alexander Feld beim 25:27 eine Zeitstrafe aufgebrummt - mitentscheidend, »dadurch haben wir immer einen Spieler freibekommen«.

Fazit: Schwache Wetzlar Partie. Nach 40 Minuten wie der sichere Verlierer wirkend. Doch dann stach der stärkste Joker neben der 3:3-Deckung: Kampf- und Teamgeist sowie Moral.

Eulen Ludwigshafen: Tomovski, Skof; Dietrich (3), Scholz, Haider, Remmlinger (3), Falk, Durak (4/2), Bührer, Mappes (7), Wagner (1), Meddeb, Neuhaus (5), Valiullin (2), Klimek (2), Klein.

HSG Wetzlar: Ivanisevic, Suljakovic; Feld (2), Srsen (1), Henningsson (1), Björnsen (2), Mirkulovski, Weissgerber (1), Holst (3/3), Fredriksen (1), Forsell-Schefvert (4), Gempp, Mellegard, Rubin (5), Lindskog (7), Ole Klimpke.

Im Stenogramm / SR: vom Dorff/vom Dorff. - Zeitstrafen: - Siebenmeter: Dietrich, Haider, Valiullin, Klimek (alle Ludwigshafen); Feld, Henningsson, Lindskog (alle Wetzlar). - Siebenmeter: 4/2:3/3.

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