09. September 2021, 22:41 Uhr

HSG Wetzlar

Eine gute Halbzeit reicht nicht für die HSG Wetzlar

Es hat nicht gereicht für die HSG Wetzlar und ihren neuen Trainer Benjamin Matschke. Zum Auftakt der neuen Saison in der Handball-Bundesliga verlieren die Mittelhessen mit 24:29 in Berlin.
09. September 2021, 22:41 Uhr
Wetzlars Olle Forsell Schefvert nimmt Maß, die Berliner Marko Kopljar (l.) und Fabian Wiede (r.) können nichts tun. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Einstand missglückt: Handball-Bundesligist HSG Wetzlar verliert das erste Spiel der Saison 2021/2022 bei den Füchsen Berlin mit 24:29 nach einer 14:13-Führung zur Pause. Berlins Keeper Dejan Milosavljev zieht den Gästen in der zweiten Halbzeit den Zahn.

Die Wetzlarer legten unter ihrem neuen Trainer Benjamin Matschke los wie die Feuerwehr und gingen in der sechsten Minute durch Stefan Cavor mit 5:3 in Führung. Den ersten Treffer der neuen Saison hatte Magnus Fredriksen erzielt, den ersten Gegentreffer vereitelten die Grün-Weißen mit einem Block. Till Klimpke trug sein Scherflein mit zwei Paraden zur Führung bei. Die folgende Zeitstrafe gegen Neuzugang Felix Danner überstanden die Gäste mit einem Gegentor, doch die eigene Treffsicherheit war zunächst verloren gegangen. Einmal Emil Mellegard und sogar drei Fehlwürfe von Lenny Rubin ließen die HSG ins Hintertreffen geraten. Berlin drehte die Partie und legte seinerseits auf 6:5 vor. Davon ließen sich die Gäste nicht aus der Ruhe bringen. Rubin ballerte munter weiter aufs Tor und sorgte für die 9:7-Führung, nachdem Nationalspieler Fabian Wiede, der rechtzeitig wieder fit wurde, an Klimpke gescheitert war.

Nach 18 Minuten hatte Füchse-Trainer Jaron Siewert genug gesehen und zitierte seine Mannschaft beim 8:10 an die Seitenlinie. Er monierte vor allem die Fehler im Angriff und den zu langsamen Rückzug, der den Wetzlarern etliche schnelle Tore ermöglicht hatte. So richtig greifen sollte seine Auszeit zunächst jedoch nicht. Klimpke kaufte Wiede und Paul Drux zwei Würfe ab, Lars Weisgerber und Adam Nyfjäll sorgten in der 21. Minute für die 12:8-Führung der Grün-Weißen. »Wir haben in der ersten Hälfte nicht konsequent in der Abwehr zugepackt«, analysierte Wiede nach der Partie im Interview bei Sky. Der Ball lief bis dahin gut und flüssig durch den Wetzlarer Angriff - und doch wachten die Füchse langsam auf. Jacob Holm erzielte in der 29. Minute das 13:13, nachdem die HSG in den Minuten zuvor keine gute Wurfauswahl traf. »Wir waren in der ersten Halbzeit sehr konzentriert«, lobte Matschke bei Sky, um dann aber einzuschränken: »Wir machen dann ein, zwei technische Fehler. Gefühlt müssen wir mit einer höheren Führung in die Pause gehen.«

Der zweite Durchgang begann für die Grün-Weißen denkbar schlecht. Nach dem 15:13 von Rubin kassierte erst Nyfjäll eine Zeitstrafe, kurze Zeit später erwischte es Weisgerber. So stand die Matschke-Sieben fast zwei Minuten in doppelter Unterzahl auf der Platte. Berlin nutzte den Vorteil und setzte sich in der 36. Minute auf 17:15 ab. Wetzlar blieb auf Augenhöhe, glich durch Cavor zum 18:18 (38.) aus und konnte bis zum 21:22 (Rubin, 44.) auf Tuchfühlung bleiben.

In der Folge riss der Faden bei Gästen. »Wir haben sehr gute Chancen, aber nutzen sie nicht, scheitern zu oft mit freien Möglichkeiten am Berliner Torhüter«, ärgerte sich Matschke. Die Berliner Abwehr stand nun deutlich besser, ging früher auf den Gegner und unterbrach den Spielfluss. »Und wir haben auch den Block besser gestellt, sodass Dejan im Tor bessere Chancen hatte, den Ball zu halten«, meinte Wiede. Mit insgesamt 14 Paraden entnervte Milosavljev die Grün-Weißen vor allem in der Phase zwischen der 45. Und 55. Minute, in denen der HSG kein Tor gelingen sollte.

»Ich glaube, wir hätten ein besseres Ergebnis verdient«, haderte Matschke. »Aber dieses Quäntchen, dass das Pendel zu uns ausschlägt, da hat was gefehlt. Wir verwerfen freie Bälle und gehen dann passiv zurück. Trotzdem nehmen wir viel mit, da war viel in Ordnung. Es ist eine Menge Potenzial in der Mannschaft, deshalb ärgert es mich, dass wir das nicht so auf die Platte bringen konnten. Die Jungs glauben an sich, sind entwicklungsfähig. Jetzt gilt es, das aufzuarbeiten.«

Füchse Berlin: Genz, Milosavljev; Wiede (4), Holm (2), Andersson (5), Lichtlein, Lindberg (10/5), Michalczik, Langhoff, Chrintz, Matthes (1), Kopljar (1), Vujovic (5), Koch, Marsenic, Drux (1).

HSG Wetzlar: Klimpke, Suljakovic; Srsen, Nyfjäll (1), Mirkulovski, Danner, Weisgerber (2), Holst (2/2), Fredriksen (1), Forsell Schefvert (1), Gempp, Mellegard (2), Rubin (6), Novak (4), Cavor (5).

Im Stenogramm: SR: Tönnies/Schulze (Magdeburg). - Z: 2857. - Zeitstrafen: 2:12 Minuten. - Siebenmeter: 5/5 - 2/2.

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