24. Juni 2021, 22:08 Uhr

HSG Wetzlar

Ein ganz starker Auftritt der HSG Wetzlar

Chapeau! Die HSG Wetzlar hat am Donnerstag in der Handball-Bundesliga für eine Überraschung gesorgt. Die personell gebeutelten Mittelhessen ringen dem SC Magdeburg ein 27:27 ab.
24. Juni 2021, 22:08 Uhr
Wetzlars Keeper Tibor Ivanisevic bejubelt das überraschende Remis in Magdeburg. EIBNER

HSG Wetzlar


Was für eine Willensleistung der HSG Wetzlar im Saisonendspurt der Handball-Bundesliga! Im letzten Auswärtsspiel ringt die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider dem SC Magdeburg ein 27:27 (12:11)-Unentschieden ab und hat nun im letzten Heimspiel die Möglichkeit, den Punkterekord von 41 Zählern mit einem Sieg gegen den TSV GWD Minden kommenden Sonntag einzustellen.

Ohne Stefan Cavor, Olle Forsell Schefvert, Alexander Feld und Maximilian Holst gingen die Grün-Weißen an der Börde ins Rennen. Unter normalen Umständen eine eher klare Angelegenheit für den SCM - aber was ist an und in dieser Runde schon normal? Beide Teams legten los wie die Feuerwehr - und im flotten Hin und Her der ersten drei Minuten sollten vor allem auch die Torhüter gleich warm werden. Nach acht Minuten stand es nicht nur 3:3, sondern auch die beiden Keeper hatten jeweils drei Paraden auf ihrem Konto. Magdeburgs Tobias Thulin hielt seine Quote im Verlauf der ersten Halbzeit und den SC mit zehn gehaltenen Bällen im Spiel, Ivanisevic setzte sechs Paraden dagegen.

Die Gastgeber setzten sich zwischenzeitlich auf 6:3 in der elften Minute ab und profitierten von Unkonzentriertheiten der Wetzlarer Spieler. Darunter insgesamt drei vergebene Siebenmeter, etliche Fehlwürfe und Fehlpässe. Doch auch der SCM war nicht ohne Fehler - und so rannten die Grün-Weißen mit Gegenstößen zum 7:8 durch Kristian Björnsen.

Magdeburgs Coach Bennet Wiegert war wenig begeistert, zitierte seine Sieben an die Seitenlinie, monierte die ungenauen Anspiele an den Kreis und ließ seinem Frust freien Lauf: »Das ist ein Eiertanz!« Und dieser Tanz sollte weitergehen. Die HSG verleitete Magdeburg immer wieder zu technischen Fehlern, der SCM konnte sich bei Keeper Thulin für die 12:11-Führung zur Pause bedanken.

Magdeburg kam besser aus der Kabine und legte in der 35. Minute durch Christian O’Sullivan auf 15:12 vor. Die Wurfeffektivität der HSG ließ zu wünschen übrig, aber auch die Gastgeber ließen zu viele Chancen liegen. Wetzlar ging zeitweise das hohe Tempo mit, sah sich nach dem 17:18 per Siebenmeter von Emil Mellegard kurze Zeit später jedoch mit 18:21 im Hintertreffen. Zu diesem Zeitpunkt saß Kreisläufer Anton Lindskog bereits mit lädierter Schulter auf der Bank und war raus aus dem Spiel. Kurz danach erwischte es Magnus Fredriksen nach einem Zusammenprall im Kampf um den Ball, er konnte aber nach ein paar Minuten weiterspielen.

Wandschneider ordnete in seiner zweiten Auszeit eine versetzte 5:1-Abwehr an und wollte damit den linken Rückraum der Magdeburger in seiner Bewegungsfreiheit einschränken. Die Störaktionen zeigten Wirkung, Ivanisevic stellte seine Siebenmeter-Qualitäten unter Beweis, Mellegard drückte die Kugel zum 22:22 (48.) über die Linie. Der SCM war zusehends ungehalten über die Entscheidungen der Schiedsrichter, Wetzlar blieb cool. Bis zum 26:25 von Fredriksen in der 55. Minute waren es nun die Gäste, die jeweils vorlegten. Björnsen traf in der 59. Minute zum 27:27, die Hoffnung auf einen Punktgewinn wuchs. Nachdem die Wetzlarer Abwehr O’Sullivan den Ball klaute, war sogar ein Sieg drin, aber Rubin setzte den direkten Freiwurf nach dem Schlusspfiff über das Tor.

Es war sicherlich kein schönes Handballspiel, aber was die Wetzlarer trotz der dünnen Personaldecke an Wille, Einsatz und Engagement auf die Platte zaubern, ist erstaunlich. Diese Mannschaft will sich selbst für eine gute Saison belohnen und ihrem scheidenden Trainer einen fantastischen Abschied bereiten.

SC Magdeburg: Behrendt, Thulin: Musa (1), Chrapkowski, Kluge, Steinert (1), Pettersson, Magnusson (8/1), Hornke (1), Gullerud (1), Mertens (4), O’Sullivan (7), Damgaard (4), Preuss.

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Suljakovic, Ivanisevic; Srsen, Henningsson, Björnsen (5), Ole Klimpke, Mirkulovski, Weissgerber (1), Fredriksen (5), Gempp (2), Mellegard (4/2), Rubin (8), Lindskog (2).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin). - Zuschauer: 1500. - Zeitstrafen: 4:0 Minuten. - Siebenmeter: 4/1 - 5/2.

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