28. Juni 2021, 06:51 Uhr

TV Hüttenberg

Ein emotionaler Abend

Trotz der 26:27 (14:12)-Heimniederlage des TV 05/07 Hüttenberg gegen Dessau-Roßlauer HV sichern sich die Mittelhessen aufgrund eines Vierervergleichs die DHB-Pokalteilnahme.
28. Juni 2021, 06:51 Uhr
JSA
Die Zweitliga-Zukunft hat bereits begonnen: Hüttenbergs Youngster Niklas Theiss im Rückraum (9) gegen die Dessauer Yannick Danneberg (26) und Oliver Seidler (71). FOTO: THÜRMER

TV 05/07 Hüttenberg


Es war nicht wirklich das Spiel an sich, das am Samstagabend in der Rittal-Arena im Fokus stand. Das durfte jedem bereits vor dem Anpfiff bewusst geworden sein, als beim Einlaufen Nikolai Weber unter frenetischem Applaus - sogar des Gästeteams aus Dessau - auf die Platte lief. Ausgerechnet er hätte es werden können, der dem TVH den letzten Punkt der Saison sichert. Es wäre das i-Tüpfelchen auf seinen letzten Abend auf der Platte der Rittal-Arena gewesen. Lennart Gliese im Trikot der Dessauer hatte jedoch was dagegen. Mit der Schlusssirene warf der Rechtsaußen den Ball an Weber vorbei ins Tor. Es war zu spüren, wie der ganzen Halle der Atem stockte und jeder Weber diese letzte Parade gegönnt hätte. Stattdessen jubelten die Gäste über ihren 27:26 (14:12)-Auswärtssieg.

Zu dem Zeitpunkt war dem Team aus Sachsen-Anhalt offenbar aber noch nicht bekannt, dass sie trotz des Sieges nicht am DHB-Pokal teilnehmen werden. Vier Teams (Hüttenberg, Dessau, Ferndorf und Rimpar) beenden die Saison mit 31:41 Punkten, sodass ein Vierervergleich unter diesen Teams greift. Bei diesem ergibt sich die Reihenfolge Rimpar vor Hüttenberg, Ferndorf und Dessau, womit der DRHV als 15. die Qualifikation verpasst, da mit dem neuen Modus nur die 14 besten Teams der 2. Liga am Pokal teilnehmen.

Die unglaublich lange und kräftezehrende Saison war beiden Teams anzumerken. Der ganz große Druck aus dem Abstiegskampf war weg und so versuchten beide, die letzten Kräfte nochmal zu mobilisieren. Die Motoren stockten vom Anpfiff weg etwas, Ian Weber traf zum ersten Mal für die Hausherren beim 1:2 in der fünften Minute. Insbesondere im Deckungsverbund fielen die müden Beine auf Hüttenberger Seite das ganze Spiel über auf. Dessau setzte sich nach zehn Minuten auf 5:2 ab. »Die Saison war unglaublich lange für alle Spieler der Liga, mit einer enormen Belastung. Das war beiden Seiten auch hier anzumerken. Aber da kann ich niemandem einen Vorwurf machen«, wusste TVH-Coach Johannes Wohlrab die Situation einzuschätzen.

Wer klar die Chefrolle auf Hüttenberger Seite an dem Abend einnehmen sollte, wurde früh deutlich: Ian Weber netzte vier der fünf Anfangstore des TVH ein und führte seine Mannschaft so auf 5:6 wieder heran. Einmal mehr war es Ian Weber, der beim 9:8 die erste Führung für die Hausherren herbeiführte. Sehenswert zeigte sich das WG-Duo Weber/Fuß per Kempa kurz vor der Pause, in die Hüttenberg mit einem 14:12 ging.

Ähnlich wie im ersten Durchgang verschlief der TVH erneut den Start in die zweite Hälfte, sodass die Gäste aus Sachsen-Anhalt sich auf 19:17 (42.) leicht absetzten und Wohlrab zur Auszeit zwangen.

Wie leer die Köpfe der Truppe von Johannes Wohlrab waren, zeigten zwei aufeinanderfolgende Überzahlsituationen, aus denen Hüttenberg lediglich mit einem Unentschieden herauskam. Statt sich ein Polster zu verschaffen, hing also Dessau den Mittelhessen weiter im Nacken. Ryuga Fujita traf 30 Sekunden vor Abpfiff zum 26:26 und der erhoffte Punkt lag in der Luft. Am Ende sollten Gliese und Dessau die Oberhand behalten.

Nach dem Abpfiff wurde es dann emotional. Der sonst so gefasste Merlin Fuß kämpfe mit sich bei der Abschiedsrede seines Kumpels und Mitbewohners Ian Weber, ehe Tobias Hahn und Christian Rompf ihre Rede für D E N mittelhessischen Torhüter der letzten Jahre hielten. Unter den 525 Zuschauern rang der ein oder andere mit sich an diesem besonderen Abend, an dem das Ergebnis letztendlich zur Nebensache wurde.

Hüttenberg: Plaue, Nikolai Weber - Fuß (1), Kneer, Opitz (1), Theiß (1), Fujita (1), Ian Weber (8/2), Rompf (4), Lindenstruth (1), Reichl, Mubenzem, Hübscher (2), Hahn (3/2), Klein, Schreiber (4)

Dessau-Roßlau: Malek, Ambrosius - Löser (6), Sohmann (3/1), Bielzer (5), Schmidt, Gliese (4), Danneberg, Neumann (1), Persson (1), Emanuel (4), Seidler (3), Zahradnicek

Stenogramm / Zeitstrafen: 4/8 Minuten. - SR.: Cesnik/Konrad. - Zus.: 525.

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