02. August 2021, 06:00 Uhr

Dursun erlöst den Favoriten

Außenseiter FSG Wettenberg hat sich im SWG- Pokalfinale lange Zeit dem Hessenligisten FSV Fernwald erwehrt. Am Ende setzt sich das klassen- höhere Team dank Manuel Dursun aber mit 1:0 durch. FSG-Spielführer Florian Valentin zeigt in der Niederlage Größe und spendete im Namen der Wettenberger die Hälfte des Preisgeldes von 1000 Euro an die Flutopfer.
02. August 2021, 06:00 Uhr
Die Entscheidung: Manuel Dursun (M.) trifft nach Vorarbeit von Nils Schäfer (Nr. 21) zum 1:0 für den FSV Fernwald. Wettenbergs Torwart Mykhalo Bilenkyy und Leonhard Blumrich (am Boden) sind vor rund 750 Zuschauern in Lollar geschlagen. FOTO: FRO

Im SWG-Pokalfinale setzte sich der FSV Fernwald am Sonntag in Lollar mit 1:0 gegen Fußball-Gruppenligist FSG Wettenberg durch. »Der große Platz und die heißen Temperaturen haben ihren Tribut gefordert. Meine Jungs haben alles gegeben, aber am Ende hat die Kraft für den entscheidenden Konter gefehlt«, sagte Dirk Pätzold, der den im Urlaub weilenden FSG-Trainer Bastian Panz vertrat.

Der FSV setzte durch einen Lattenknaller von Erdinc Solak das erste Ausrufezeichen (4.). Auf der Gegenseite konnte Yannis Grönke Moritz Petzold gerade noch am Torschuss hindern (16.). Bereits hier zollten 750 Zuschauer dem Außenseiter Szenenapplaus für dessen couragiertes Auftreten. Nach einem Missverständnis in der FSG-Abwehr konnte Tim Richter das Leder freistehend nicht verwerten (18.). Auch in der Folgezeit ging die Bulut-Elf fahrlässig mit ihren Chancen um. So scheiterte Richter an Mykhalo Bilenkyy (20.), während Erdinc Solak einen Freistoß knapp über das Tor setzte (26.). FSG-Keeper Bilenkyy stand auch in der Folgezeit mehrfach im Mittelpunkt. »In dieser Phase hat uns die Konsequenz im Abschluss gefehlt. Wir hätten unsere Spielzüge besser ausspielen müssen. Ein Tor als Dosenöffner hat gefehlt - dadurch haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht«, analysierte Fernwalds Trainer Daniyel Bulut.

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte der FSV das Geschehen, während die FSG aus einer massiven Abwehr heraus lauerte. Nach einer Flanke von Grönke hatte Richter das 1:0 auf dem Fuß, doch Teamkollege Julian Bender stand in der Schussbahn (55.). Eine Flanke von Grönke legte Nils Schäfer mit hartem Körpereinsatz gegen Leonhard Blumrich für Dursun auf, der aus kurzer Distanz zum am Ende entscheidenden 1:0 einköpfte.

Auch auf der Gegenseite haderten die Anhänger der FSG mit der Entscheidung von Schiedsrichter Thomas Vogel, als dieser nach einem Tackling von Schäfer an Paul Reger nicht auf Strafstoß entschied (73.). Nach einer Flanke von Moritz Petzold hatte Reger per Kopfball die Chance zum Ausgleich (77.). Auf der Gegenseite zwang Mirco Freese Bilenkyy zu einer Glanzparade (78.), während Schäfer nur den Pfosten des Wettenberger Kastens traf (79.). Kurz vor Schluss musste die Bulut-Elf nochmals um ihre Führung zittern, doch Torwart Fabian Grutza war einen Tick schneller am Ball als Florian Valentin (88.).

Auch Wettenberg im Hessenpokal

Die FSG Wettenberg kann sich aber auch als Verlierer über die Teilnahme am Hessenpokal 2021/22 freuen. Möglich machte dies der Verzicht Fernwalds im Achtelfinale des vergangenen Wettbewerbs, als man aufgrund der Corona-Bestimmungen den Regionalligisten FSV Frankfurt kampflos das Feld überließ und dadurch in dieser Saison wieder im Achtelfinale in diesen Wettbewerb einsteigen darf.

»Es hat uns etwas gefehlt und nun ist er wieder da - der SWG-Pokal. Dies war ein toller Fußballtag für den Sportkreis Gießen und ich hoffe, dass dieser Wettbewerb in der kommenden Saison wieder problemlos durchgeführt werden kann«, sagte Landrätin Anita Schneider bei der Siegerehrung. Die ersten Spiele hierzu finden bereits in dieser Woche statt. SWG-Repräsentant Ulrich Boos dankte den Veranstaltern von Eintracht Lollar für einen tollen Pokaltag und versprach Kreisfußballwart Henry Mohr die Unterstützung der Stadtwerke auch für den kommenden Wettbewerb.

»Es war nervenaufreibend, den Wettbewerb durchzuziehen - aber es hat sich gelohnt. Dies war ein toller Start in die neue Saison. Rüdiger Schwalm und seinem Team von Eintracht Lollar gilt mein besonderer Dank für eine tolle Organisation«, sagte Mohr.

Fernwald: Grutza; Kaguah, Burger, Bender, Solak (ab 46. Freese), Richter, Mukasa, Hendrich, Schäfer, Dursun (ab 82. Markiewicz), Grönke.

Wettenberg: Bilenkyy; Walpert (ab 72. Schuster), Ülgüt (ab 54. Vitus Graulich), Blumrich, Petzold, Hovestadt (ab 23. Ottah), Valentin, Henrich, Luis Graulich, Fries, Reger.

Im Stenogramm: SR: Vogel (Großen-Linden). - Zu.: 750. - Tor: 1:0 Dursun (60.).

Henrike Groß macht alles klar für Lollar

(kus/fro). In den Kreispokal-Endspielen der Frauen und der Reserven setzten sich am Sonntag ebenfalls die Favoriten durch: Die Hessenliga-Fußballerinnen von Eintracht Lollar gewannen ihr Heimspiel gegen Gruppenligist SG Reiskirchen/Saasen mit 6:0, bei den Reserven holte sich der FSV Fernwald II durch einen 4:1-Erfolg gegen den SV Annerod II den »Pott«.

Frauen, Eintracht Lollar - SG Reiskirchen/Saasen 6:0 (2:0): Die Eintracht legte einen Blitzstart hin und lag nach Toren von Hannah Wudy (4.) und Julia Wieczorek (7.) früh mit 2:0 in Führung. In der Folgezeit verlor die Elf von Trainer Peter Antschischkin etwas den Faden, sodass Carolin Ulrich und Co. besser ins Spiel kamen. Im Angriff fehlte dem Reiskirchener Team von SG-Trainer Jan Becke aber die Durchschlagskraft. Nach dem Wechsel wurde die Eintracht immer stärker, diktierte nun das Geschehen und kam zu zahlreichen Chancen. Henrike Groß war es, die mit einem Hattrick innerhalb von neun Minuten für die Entscheidung sorgte: Dreimal setzte sie in der 70., 72. und 79. Minute beherzt nach und entschied die Partie mit den Treffern zum 3:0, 4:0 und 5:0 für die Eintracht. Den 6:0-Schlusspunkt setzte Wudy (87.). Die SG Reiskirchen/Saasen, die bei Kontern durchaus die Chance auf den Ehrentreffer hatte, wehrte sich tapfer und war trotz der deutlichen Niederlage ein würdiger Finalist.

Reserven, FSV Fernwald II - SV Annerod II 4:1 (2:0): Der Sieg der Hessenliga-Reserve war verdient, weil sie über weite Strecken das spielerisch stärkere Team war, deutlich mehr Ballbesitz hatte und weitere gute Möglichkeiten ungenutzt ließ. Doch die Anneröder wehrten sich nach Kräften, hatten vor allem in der ersten Hälfte die ein oder andere Konterchance, mussten aber letztlich die Überlegenheit des klassenhöheren A-Ligisten anerkennen. Fernwald II ging in diesem Derby bereits nach sieben Minuten durch Ali Hassan mit 1:0 in Führung, die Luca Kurz (37.) auf 2:0 ausbaute. Mamoudou Conde (52.) besorgte nach dem Wechsel mit dem 3:0 die Vorentscheidung. Koray Koese (71.) beseitigte mit dem 4:0 die letzten Zweifel am FSV-Sieg. Doch der SVA wurde dafür belohnt, dass er bis zum Ende dagegenhielt: Marc Schmidt (75.) sorgte mit einem Kopfball in den Winkel nach einem Freistoß für den Ehrentreffer und den Endstand.

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