23. Juni 2021, 12:15 Uhr

Reiten

Die Reiter melden sich nach langer Pause zurück

Reitsport von den Jüngsten im Sattel bis zur schwersten Klasse. Die Mücker Pferdetage bieten den heimischen Teilnehmern nach langer Pause ein Forum. Auch ohne Zuschauer ein Aushängeschild.
23. Juni 2021, 12:15 Uhr
Marc Jazbinski (RSC Hungen/Calotta Caramba) erreicht im S*-Springen mit Stechen den zweiten Platz. FOTO: VOGLER

Bunte Wimpel wehen um das Reitgelände in Atzenhein. Auf dem Dressurplatz zeigen adrett herausgebrachte Pferde ihre Lektionen. Nebenan wird der Parcours gewässert und gewalzt, um ihn für das S*-Springen vorzubereiten. Alles wie immer bei den Mücker Pferdetagen. Doch einiges ist anders.

Am auffälligsten erscheint das Fehlen des Publikums. Sind sonst die Reihen um den Springplatz vor der schwersten Prüfung des Turniers dicht gedrängt, sitzen am Sonntag ausschließlich Teilnehmer und Betreuer der Pferde im Schatten der Bäume. Vom Richterturm tönt in regelmäßigen Abständen der Hinweis, Maske zu tragen und 1,50 Meter Abstand einzuhalten. Am Eingang werden Anwesenheitsnachweise ausgefüllt und orange Bänder ums Handgelenk gelegt. »Wir leben unser Hygienekonzept, damit wir wieder unseren Sport präsentieren können«, sagt Monika Bellof vom gastgebenden Reit- und Fahrverein Mücke an der Meldestelle.

Der guten Stimmung unter den Anwesenden schaden die Corona-Auflagen nicht. Endlich wieder vor heimischer Kulisse reiten, sich mit seinesgleichen messen, darauf mussten vor allem die Amateure lange warten. »Nina durfte starten, weil sie Kaderangehörige ist«, berichtet Sonja Ernst über ihre Tochter Nina Sophie, die auch in Atzenhain an den Start geht. Ihr Vater Alexander Ernst (beide RSC Ruttershausen) steigt an diesem Wochenende nach längerer Zeit wieder bei einem Turnier in den Sattel. Er macht sich bereit für das schwerste Springen des Wochenendes, eine Prüfung der Klasse S*. Folgen wir ihm in den Parcours.

Die Hürden liegen hoch. Schon der Umlauf ist anspruchsvoll. Zwei zweifache und eine dreifache Kombination wollen überwunden werden, dazu noch eine mächtige Mauer. Allerdings verspricht das 48-köpfige Teilnehmerfeld einige Null-Fehler-Ritte. Das Stechen wird zur Siegerrunde umgewidmet. Dabei geht das beste Drittel aus dem Normalparcours an den Start, unabhängig davon, wie viele Strafpunkte jeder gesammelt hat.

Los geht es mit einem Oxer, schon hier fällt bei einigen die erste Stange. Links herum weiter zu einem grün-weißen Steilsprung. Es folgt eine Wendung zur ersten Zweifachen und gleich darauf in die rot-weiße Dreifache. Wenn der Einsprung nicht genau passt, kassiert mancher hier am zweiten Sprung eine Verweigerung. Weiter geht’s über Oxer und Steil zur nächsten zweifachen Kombination. Ein Steilsprung und eine Rechtswendung führen zur Mauer, die von allen tadellos überwunden wird. Ein Oxer noch in Grün-Weiß und dann durchs Ziel. Zwölf Reiter qualifizieren sich für die verkürzte Runde.

Die Licherin Kyra Kirchgessner ist nicht dabei, jedoch mit ihrem Ritt zufrieden. »Wir hatten zwei Abwürfe, aber Charity war total motiviert«, sagt sie. Auch Bertram Laux vom RFV Schwingbachtal verpasst mit Esra das Finale. Ein Hindernisfehler steht zu Buche und das Paar ist ein wenig zu langsam.

Mit null Fehlern zieht dagegen Marc Jazbinski (RSC Hungen) auf Calotta Caramba in die Siegerrunde ein. Die elfjährige Stute macht ihre Sache gut. Jazbinski pilotiert die Dunkelbraune souverän und in flottem Tempo über die Hürden. Reicht am Ende die Zeit von 42,23 Sekunden für den Sieg? Nein, Ann-Catherine May aus Meckenheim ist im Sattel von Et vous du Gibet schneller. In 41,49 erreichen die beiden das Ziel und holen sich verdient die goldene Schleife. Jazbinski bricht als Zweiter und neben der Gewinnerin als Einziger ohne Strafpunkte aus den beiden Umläufen mit in die Ehrenrunde auf.

Auch im Viereck feiern heimische Reiter Erfolge. Hellen Monkowski (RFV Reiskirchen) siegt auf San Antonio in der Trensen-L. Ilka Gärtner vom Lärchenhof in Pohlheim landet mit Dante in einer starken Konkurrenz auf Platz acht in der M*-Dressur.

Zum Start der Mittelhessen-Tour der Springsportförderung gehen die ersten auf Punktejagd. Organisator Mark Sauer freut sich über eine gute Beteiligung.

Julian Krämer vom Ausrichterverein sichert sich den Bronzerang in der Kreismeisterschaft der Leistungsklasse 2-3 des Kreisreiterbundes Rhön-Vogelsberg. Den Titel holt sich Kristina Bauch vom RFV Hünfeld.

Angetan von den Leistungen ist auch das Richtergremium. Die lange Pause habe der Form und Fitness von Pferden und Reitern offenbar nicht geschadet. Im Gegenteil: Die Paare zeigen sich allesamt den gestellten Aufgaben gewachsen.

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