18. Juni 2021, 07:00 Uhr

Handball / Bundesliga

Die letzten Kräfte mobilisieren

Emil Mellegard droht mit Magen-Darm-Virus weiter auszufallen, bei Maximilian Holst bereitet der Oberschenkel Probleme. Am Samstag empfängt die HSG Wetzlar im Heimspiel den SC DHfK Leipzig.
18. Juni 2021, 07:00 Uhr
Das wird eng. Maximilian Holst und die HSG Wetzlar gehen in der Endphase der Saison auf dem Zahnfleisch. Samstag geht es gegen SC DHfK Leipzig. Ob der Linksaußen spielen kann, muss der Teamarzt entscheiden. FOTO: VOGLEE

Bei Handball-Bundesligist HSG Wetzlar reißen die Hiobsbotschaften nicht ab. Dass auf der Hinfahrt zum mit 28:30 verlorenen Auswärtsspiel bei HBW Balingen/Weilstetten der Bus wegen einer defekten Klimaanlage gewechselt werden musste, war da trotz der aktuell tropischen Temperaturen das kleinste Handicap. Der Ausfall von Linksaußen Emil Mellegard wegen eines Magen-Darm-Virus zusätzlich zu den Rückraum-Langzeitverletzten Stefan Cavor, Olle Forsell Schefvert und Alexander Feld wog da schon weitaus schwerer.

Doch vor dem Heimspiel am Samstag in der Wetzlarer Rittal-Arena (20.30 Uhr/live auf Sky) gegen den enorm formstarken SC DHfK Leipzig, der zuletzt bemerkenswerte 15 von 18 möglichen Punkten eingefahren hat, kommt es noch dicker. Da Maximilian Holst anhaltend über Oberschenkel-Probleme klagt, droht nunmehr schlimmstenfalls zusätzlich der Ausfall des kompletten linken Flügels.

Kai Wandschneider hatte sich in seinen letzten Trainer-Wochen bei der HSG Wetzlar andere personelle Möglichkeiten gewünscht, um die Mannschaft und sich als Chefcoach platzierungsmäßig für eine herausragend gespielte Corona-Saison zu belohnen. »Mal sehen, wer dann auf Linksaußen spielt«, verfällt der 61-Jährige fast schon in Sarkasmus, »wenn Emil und ›Maxi‹ ausfallen. Aber irgendwer wird da schon stehen. Muss ja.«

Nach zuletzt drei Niederlagen am Stück wird ein einstelliger Tabellenplatz kaum noch zu erreichen sein, aber Rang zehn in der Abschlusstabelle soll es für die HSG Wetzlar schon werden. »Ich verliere nicht gerne. Ich brenne bis zum letzten Spieltag weiter«, bekräftigt Wandschneider und rechnet hoch, dass man aus den drei noch ausstehenden Saison-Partien gegen SC DHfK Leipzig, beim SC Magdeburg und zum Abschluss gegen GWD Minden »noch mindestens einen Punkt benötigt«, um sich vor dem Bergischen HC zu behaupten. Die Oberbergischen haben mit 33 Punkten aktuell drei Zähler Rückstand auf die HSG, können in eigener Halle gegen TV Stuttgart und beim HSC Coburg aber noch entsprechend nachlegen.

Kai Wandschneider verspricht »noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren« für das Duell mit dem Tabellensechsten, der in Torhüter Joel Birlehm über das neben Till Klimpke größte deutsche Torhüter-Talent verfügt, das polnische 120-kg-Kreisläufer-Schwergewicht Maciej Gebala in seinen Reihen weiß, über die brandgefährlichen Gegenstoßspieler Marc Esche und Lucas Krzikalla verfügt - und über die Qualitäten eines am Ende der Runde zum SC Magdeburg abwandernden Philipp Weber muss man in Mittelhessen kein Wort verlieren.

Aber welche Kräfte können die Grün-Weißen überhaupt noch mobilisieren? In der Besetzung der letzten Wochen geht den Lenny Rubin, Magnus Fredriksen und Co. regelmäßig in der Schlussviertelstunde der Sprit aus - und nachtanken ist nicht mehr möglich.

Da dem Trainergespann Wandschneider/Camdzic zudem »taktisch langsam der Stoff ausgeht« und einige Akteure aufgrund ihrer bevorstehenden Wechsel bzw. Olympia-Wochen mitunter bereits andere Dinge im Kopf haben, dürfte es schwer werden, noch einmal an die 100 Prozent und mehr zu kommen. »Aber genau die sind erstens notwendig und zweitens von allen«, sagt Wandschneider, wenn man an der Leipziger Favoritenrolle kratzen bzw. die Bundesliga-Bilanz gegen den SC DHfK ausgleichen wolle.

Beim 35:29 am Mittwochabend gegen Absteiger HSC 2000 Coburg zeigte der SC DHfK Leipzig sehenswerten Tempohandball. »Wir haben das Spiel gewonnen und das war sehr wichtig, da es ein Heimspiel war und wir den Saisonendspurt bis zur Ziellinie so gut durchziehen wollen, wie es nur irgendwie geht. Genau das macht meine Mannschaft aktuell, worauf ich sehr stolz bin. Solch eine Mannschaft zu haben, die nach der bisherigen Saison noch marschiert und bereit ist, die erste Halbzeit mit zehn Tempotoren zu bestreiten, macht mich extrem glücklich«, schwärmte Leipzigs Coach Andre Haber direkt nach Spielschluss von seiner Mannschaft, die in der Hinrunde in eigener Halle mit 32:28 gegen die Mittelhessen gewann.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Defekte Klimaanlagen
  • GWD Minden
  • HSC 2000 Coburg
  • HSG D/M Wetzlar
  • Handball
  • Handball-Bundesliga
  • Kai Wandschneider
  • Philipp Weber
  • Rittal-Arena Wetzlar
  • SC DHfK Leipzig
  • SC Magdeburg
  • Ralf Waldschmidt
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen