29. März 2021, 12:00 Uhr

Gießen 46ers

Die Gießen 46ers fallen komplett auseinander

Der Abstieg rückt für die Gießen 46ers immer näher. Erneut war es ein abgrundschlechtes drittes Viertel, das der Mannschaft von Trainer Rolf Scholz in Crailsheim alles vermasselte. Weiterhin klammern sich die Gießener an die Rote Laterne.
29. März 2021, 12:00 Uhr
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Von Wolfgang Gärtner
Totalausfall bei der 77:102-Niederlage in Crailsheim - Gießens Spielmacher Jonathan Stark, der als Leistungsträger der 46ers in 17 Spielminuten keinen Punkt erzielt und den Effektivitätswert von -1 aufweist, links Fabian Bleck, rechts Nimrod Hilliard. FOTO: IMAGO

Die 21. Niederlage für die Gießen 46ers in 25 BBL-Spielen der Saison 2020/21. Nach dem Samstagabend-77:102 bei den Merlins Crailsheim belegen die Mittelhessen wieder den letzten Tabellenplatz in der Basketball-Bundesliga - und sind wohl nicht mehr vor dem sportlichen Abstieg zu retten. Außer es passiert für die Gießen 46ers noch ein Wunder.

Guter Start für die Mittelhessen. Anfangs ohne Fehler mit viel Struktur führten sie nach fünf Minuten mit 15:7 und zwangen die Merlins zur ersten Auszeit. Natürlich kam der Rangfünfte zurück. Das fast fehlerlose Niveau zu halten, war für die Gießener nicht möglich. Dennoch scorte Kapitän Brandon Thomas zum 18:9. Aber der erneut ganz schwach agierende Spielmacher Jonathan Stark fabrizierte zwei Ballverluste - und schon war der Abstand auf vier Punkte reduziert.

Der in Viertel eins gut aufgelegte 46ers-Center Scottie James Jr. ging weiter mit gutem Beispiel voran, und Thomas machte das, zu was er an guten Tagen fähig ist - er traf von weit draußen zum 21:14 (8.). Aber dann schlich sich das über die gesamte Saison hinweg gezeigte alte Leid ein - die Ballverluste der Gießener. Und die »Zauberer« nutzten dies eiskalt aus, um bis zum Ende des ersten Viertels auf 22:22 auszugleichen.

Egal: Der nach seiner Rückenverletzung erstmals eingesetzte Center Chad Brown mit einem fulminanten Tip-Dunk - und Powerforward Brandon Bowman legten für die 46ers nach. Gießen blieb knapp in Führung. Da kamen den Lahnstädtern natürlich die 54 Prozent Trefferquote von der Dreierlinie zugute. Kurz vor dem Ende der zweiten zehn Minuten schlichen sich aber wieder Unachtsamkeiten ein, sodass die favorisierten Merlins mit dem 48:42-Vorsprung in die Halbzeit gingen.

Und dann folgte - zum wiederholten Mal - das vermaledeite dritte Viertel. John Bryant bekam zu unrecht das vierte Foul angehängt, sein Brettspieler-Kollege James Jr. meckerte und handelte sich ein Technisches ein. Die 46ers brachten sich -- wie so oft in dieser Saison 2020/21 - selbst aus dem Rhythmus. Die Konsequenz: Eine 55:42-Führung für die Crailsheimer.

Die Gießen 46ers fielen komplett auseinander - ein 18:0-Lauf in viereinhalb Minuten der »Zauberer« besiegelte die Niederlage der 46ers. Der erste Feldkorb der Lahnstädter fiel im Katastrophenviertel erst nach gespielten 8,09 Minuten - Diante Garrett traf seinen Halbdistanzwurf zum 48:73. 5,19 Minuten dauerte es, bis Gießen die ersten Punkte in diesem Durchgang erzielte: Bjarne Kraushaar verwandelte seine beiden Freiwürfe - und in der 27. Minute gelang ihm das noch einmal. Die Gäste aus der Lahnstadt präsentierten sich letztlich wie ein Absteiger.

Crailsheims Trainer Tuomas Iisalo war überglücklich über den Sieg. Sein Team, das erneut als starkes Kollektiv auftrat, festigte den Playoff-Platz. »Es war ein schwieriger Start in das Spiel. Gießen war gut vorbereitet und hat mit Handlungsdruck agiert. Der Unterschied war die defensive Intensität im dritten Viertel, wo wir sie bei neun Punkten gehalten haben. Es war ein kompletter Teameinsatz über 40 Minuten, so wollen wir weitermachen. Glückwunsch an die Jungs«, bilanzierte der Finne.

Gießens Headcoach Rolf Scholz indes war von der schwachen Vorstellung seiner Mannschaft in Hälfte zwei bedient. Vor allem die Art und Weise gefiel ihm nicht. »Klar war, dass Crailsheim den Druck im dritten Viertel erhöhen würde. Wir sind überhaupt nicht mehr in unsere Angriffe gekommen, haben keinen vernünftigen Set-Angriff gespielt, haben keine Ausstiege oder Lösungen gefunden. Wir haben uns total aus dem Spiel bringen lassen. Das ist für alle frustrierend, dass wir dann komplett zusammenbrechen«, erklärte Scholz. Er hat nun eine Woche Zeit, um sein angeschlagenes Team aufzurichten - dann kommen die Bayern am Ostersamstag in die Osthalle.

Crailsheim: Trae Bell-Haynes (14 Punkte), Maurice Stuckey (7), Nimrod Hilliard (6, 10 Assists), Aleksa Kovacevic (2), Elias Lasisi (20), Fabian Bleck (10), Jermaine Haley JR (9), Bogdan Radosavljevic (8), Dejan Kovacevic (13), Jeremy Jones (13).

Gießen: Jonathan Stark, Bjarne Kraushaar (7), Alen Pjanic (2), Tim Uhlemann, Diante Garrett (15, 8 Assists), Brandon Bowman (9), Ferdinand Zylka (6), Chad Brown (4), Scottie James JR (7, 6 Rebounds), Brandon Thomas (11), John Bryant (16, 7 Rebounds).

Viertelergebnisse: 22:22, 26:20, 29:9, 25:26



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