10. Oktober 2021, 21:14 Uhr

Der nächste Auswärtscoup

Der TV Hüttenberg hat in der 2. Handball-Bundesliga den nächsten Cup in fremder Halle gelandet. Nach dem Sieg in Ludwigshafen verließen die Mittelhessen auch in Coburg das Parkett als Sieger.
10. Oktober 2021, 21:14 Uhr
Avatar_neutral
Von Markus Röhrsheim
Hüttenberger Facebook-Post aus der Siegerkabine. FOTO: FACEBOOK

Der TV 05/07 Hüttenberg hat sich nur kurz von der Pokalniederlage am Mittwoch gegen den Erstligisten Frisch Auf Göppingen aus dem Tritt bringen lassen. Dann drehte der heimische Zweitligist einen 10:13-Pausenrückstand und entführte mit dem 30:27-Sieg beim HSC 2000 Coburg beide Punkte.

Drittes Auswärtsspiel der Saison - zum dritten Mal bei einem Erstliga-Absteiger. Und - nach Ludwigshafen - zum zweiten Male jubelten die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim. Dieses Mal sogar mit einigen der treusten Fans, die erstmals seit über eineinhalb Jahren ihre Mannschaft wieder einmal bei einem Auswärtsspiel unterstützen konnten.

»Die erste Halbzeit war Coburg wirklich schwierig zu bespielen. Ich war überrascht, wie gut der HSC auf uns vorbereitet war«, gab TVH-Trainer Johannes Wohlrab ein Kompliment an seinen Gegenüber Alois Mraz. Der natürlich ein TVH-Kenner ist und sicherlich noch dazu ein paar Tipps von seinem Geschäftsführer, dem Ex-TVH-Erfolgscoach Jan Gorr, bekommen hatte, der am Vorwochenende den TVH-Sieg gegen den HC Elbflorenz vor Ort gesehen hatte. TVH-Kapitän Dominik Mappes hatte aber die Ursache des Pausenrückstandes in den eigenen Reihen gesehen. »Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit gespielt und alles vermissen lassen. Wir hatten kein Tempospiel.«

Dennoch gingen die Gäste durch den am Ende neunmal erfolgreichen Mappes und den vom Siebenmeterstrich sicheren Ian Weber mit 2:1 in Führung. Danach nutzte Coburg aber unter anderem eine Zeitstrafe gegen Mappes und drehte mit einem 4:0-Lauf die Partie. Was aber auch der TVH konnte. Durch Treffer der jungen Flügelzange Philipp Schwarz und Tristan Kirschner sowie einen Doppelschlag des starken Hendrik Schreiber holten man beim 6:5 nach einer Viertelstunde die Führung zurück. Doch nach dem 9:8 von Mappes (25.) gehörte die Endphase den Gastgebern, die somit eine 13:10-Führung mit in die Kabinen nahmen.

»Dass wir nur mit drei Toren hinten lagen, hat uns viel Hoffnung gegeben«, gab Mappes einen Einblick in die Gefühlslage. Die unverändert blieb, auch wenn Coburg die Führung sogar weiter ausbauen konnte (17:12 durch den Ex-Hüttenberger Merlin Fuß in der 37. Minute).

Dann brachte Coach Wohlrab Simon Böhne ins Tor. »Er ist sofort da und hält sofort vier Bälle in der Phase, wo wir ihn brauchen, so dass wir in Führung gehen«, lobte der Coach seinen Keeper. Und so war zehn Minuten später der Ausgleich hergestellt, als Dominik Mappes, schön von Vit Reichl frei gesperrt, einnetzte. »Wir haben in der Pause gesagt, wir müssen dranbleiben und wenn sich die Chance ergibt eiskalt zuschlagen«, hatte Wohlrab gehofft.

Und so sollte es auch kommen. Hendrik Schreiber brachte die Blau-Weiß-Roten beim 21:20 wieder in Front, und während bei Coburg nun nur noch Mittelmann Tobias Vavrne gelegentlich zum Zug kam, präsentierte sich der TVH in der Crunchtime nervenstark. Ein Doppelschlag von Niklas Theiß ließ den Vorsprung in der 54. Minute auf 26:23 anwachsen. Diesen brachten die Gäste abgezockt über die Zeit und Tristan Kirschner besiegelte mit dem letzten Tor zum 30:27-Endstand die erste Coburger Heimniederlage.

HSC-Trainer Alois Mraz haderte nach Spielende. »Wir hatten das Spiel eigentlich unter Kontrolle, machen dann aber Fehler. Wir sind noch nicht stabil genug.« Dominik Mappes hatte als Gründe, dass das Spiel kippte, ausgemacht, »dass wir in der zweiten Halbzeit hinten kompakter standen und vorne unsere Sachen auf den Punkt gespielt haben. Ich habe mit Johannes kurz kommuniziert, dass ich gerne auf Linksaußen decken möchte, um das Spiel besser nach vorne treiben zu können.«

HSC Coburg: Kulhanek, Jochens, Apfel; Preller, Fuß (4), Toom (2), Billek, Mubenzem (1), Juskenas, Varvne (7), Schäffer (1), Schikora (2), Kurch, Grozdanic (6/2), Schröder (2), Bauer (2).

TV Hüttenberg: Plaue, Böhne; Schwarz (1), Kneer, Kirschner (2), Opitz, Theiß (2), Fujita, Weber (6/5), Rompf (2), Zörb (1), Reichl (1), Mappes (9), Hahn, Klein, Schreiber (6).

Im Stenogramm / SR: Standke/Heine (Göttingen/Wendeburg). - Siebenmeter: 2/2:5/5. - Zeitstrafen: 6:4. - Disqualifikation: Schwarz (TVH, 31.). - Zuschauer: 1205.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos