Lokalsport

Der FC Gießen hat am Mittwoch nichts zu verlieren

Auf Fußball-Regionalligist FC Gießen wartet die nächste englische Woche. Nach dem 0:4 am Samstag in Haiger steht am Mittwoch ab 17 Uhr das Hessenpokal-Viertelfinale gegen Wehen Wiesbaden an.
27. April 2021, 07:00 Uhr
Michael Schüssler
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Dagegenhalten will Johannes Hofmann mit seinem FC Gießen am Mittwoch, wenn es im Hessenpokal-Viertelfinale gegen Drittligist SV Wehen Wiesbaden geht. FOTO: VOGLER

Es geht in die entscheidende Saisonphase der Fußball-Regionalliga Südwest. Noch acht Liga-Spiele hat der FC Gießen zu absolvieren. Die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen bekleidet weiterhin den ersten Nichtabstiegsplatz, doch man muss kein Prophet sein, um festzustellen, der Kampf um den Ligaverbleib dürfte bis zum letzten Spieltag währen. Die Belastung für die Akteure ist ohnehin immens, nun hat der Hessische Fußball-Verband auch noch das Viertelfinale des Hessenpokals für diese Woche angesetzt. Und da bekommt es der FC Gießen mit dem Drittligisten SV Wehen Wiesbaden zu tun.

Nach dem Spiel in Haiger hatte Daniyel Cimen das Hauptübel angesprochen: »Bei dem 2:0 für den TSV haben wir eine 4:2-Überzahlsituation im eigenen Strafraum, sind aber zu Zuschauern geworden. Das darf nicht passieren.« Genau »das hat auch die »Videoanalyse bestätigt«, so Cimen. Dennoch hat der FC-Trainer kein schlechtes Spiel seiner Mannschaft gesehen, aber »Steinbach war auch brutal effektiv«, Die Belastungen der letzten Wochen sind natürlich nicht spurlos an den Akteuren des FC Gießen vorübergegangen. »Uns hat ein Stück weit die geistige Frische gefehlt«, merkt Cimen dazu an. Positiv gestimmt hat ihn der Auftritt seiner Truppe in Halbzeit zwei. »Die Jungs haben Moral bewiesen und sich nicht abschlachten lassen«, sagt Cimen.

Nun richtet sich der Blick aber auf den morgigen Mittwoch (17 Uhr), wenn man im heimischen Waldstadion im Viertelfinale des Hessenpokals Drittligist SV Wehen Wiesbaden erwartet. »Wir wollen gerne eine Runde weiterkommen. Natürlich sind wir der krasse Außenseiter«, aber Pokalspiele haben ja bekanntlich ihre eigenen Gesetze, weiß Cimen um die Schwere der Aufgabe.

»Wir haben jetzt drei englische Wochen, das ist nicht gerade förderlich, doch in der Corona-Pandemie sollte man nicht jammern«, muss Cimen mit seinem Trainerteam den schmalen Grat in Sachen Trainingssteuerung hinbekommen. Nach dem Spiel gegen Wehen Wiesbaden geht es am Samstag (14 Uhr) in der Liga gegen Spitzenreiter SC Freiburg II, ehe am kommenden Dienstag (18 Uhr) das ganz wichtige Spiel beim FC Bayern Alzenau folgt. Das Ende der Strapazen ist am 8. Mai (Samstag, 14 Uhr) erreicht, wenn der FC Gießen den SSV Ulm erwartet. Danach geht es im normalen Samstag-Rhythmus weiter.

Für die Partie gegen Wehen Wiesbaden wird Cimen aber insbesondere die Defensive rotieren. Was auch dadurch bedingt ist, das in Haiger Gabriel Weiß (5), Nikola Trkulja (10) und Marco Boras (5) jeweils Gelb gesehen haben und somit in der Liga gegen Freiburg II gelbgesperrt sind. »Es wird ein bisschen was von allem sein. Es bleiben ja nicht so viele Alternativen«, so Cimen. So dürften Andrej Markovic un Louis Münn dabei sein, ebenso auch Sascha Heil und Kamil Tyminski. Offen ist der Einsatz von Innenverteidiger Hendrik Starostzik, der sich in Haiger eine Oberschenkelblessur zugezogen hat.

Druck liegt bei Wehen Wiesbaden

Gegner SV Wehen Wiesbaden ist freilich der große Favorit am Mittwoch. So richtig gut dürfte aber die Stimmung bei den Taunussteinern nicht sein, denn durch das 0:3 am Sonntag gegen den MSV Duisburg dürfte man wohl die letzte Chance in Sachen Abstieg verspielt haben. Da zudem nur die vier Erstplatzierten der 3. Liga das automatische Startrecht für den DFB-Pokal erhalten, ist der Druck noch ein bisschen größer geworden, denn Wehen Wiesbaden belegt aktuell nur Platz sechs - mit sieben Punkten Rückstand auf den Rangvierten Dynamo Dresden, der aber zwei Spiele weniger ausgetragen hat. Gewinnt Wehen Wiesbaden den Hessenpokal, dann ist er als Landessieger ebenfalls für den DFB-Pokal qualifiziert. Es steht also einiges auf dem Spiel für die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm. »Wir haben am Mittwoch ein extrem wichtiges Spiel im Pokal. Da gilt es jetzt, die Jungs aufzurichten, damit wir dort bereit sind, die nächste Schlacht zu schlagen«, wurde Rehm auf der vereinseigenen Homepage des Klubs nach dem 0:3 gegen Duisburg zitiert. Schmerzlich vermisst wird aktuell beim SV Wehen Wiesbaden Sebastian Mrowca. Der hatte sich im Spiel zuvor in Rostock eine Sehnenluxation zugezogen, die einen operativen Eingriff erforderlich macht. Der Kapitän fällt damit mehrere Monate aus.

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