13. April 2021, 23:07 Uhr

Gießen 46ers

Bei den Gießen 46ers schwindet die Hoffnung immer mehr

Der Abstieg rückt für die Gießen 46ers immer näher: Bei der Niederlage gegen den Favoriten Alba Berlin agierte der Rangvorletzte der Basketball-Bundesliga bis kurz vor dem Ende auf Augenhöhe. Letztlich verlor das kämpfende Team von Trainer Rolf Scholz aber mit 96:102.
13. April 2021, 23:07 Uhr
Der Gesichtsausdruck sagt alles: 46ers-Trainer Rolf Scholz nach dem 96:102 gegen Berlin. FOTO: HF

Gießen 46ers


Lange Zeit waren die Gießen 46ers dem amtierenden deutschen Basketball-Meister Alba Berlin ebenbürtig. In der Crunchtime zeigten die Albatrosse aber beim 102:96 ihre Klasse. Die stark abstiegsbedrohten Gießener haben nun noch fünf Spiele vor der Brust, um den Gang in Liga zwei zu vermeiden. Dafür muss wohl ein Wunder herhalten, denn sie müssen den Abstand zum Mitteldeutschen BC reduzieren, der zwar nur noch vier Spiele zu bestreiten hat, aber vier Punkte Vorsprung und den direkten Vergleich gegenüber Gießen gewonnen hat.

»Es überwiegt die Enttäuschung, dass wir verloren haben. Am Ende haben wir im Angriff den Rhythmus verloren. Letzlich waren es sicher die Turnover, die uns das Spiel gekostet haben«, bilanzierte der emotional angeschlagene 46ers-Trainer Rolf Scholz.

Er hatte vor dem ungleichen Duell gefordert, hellwach zu sein und das Tempo zu matchen. Drei Minuten war das auch der Fall (7:7). Danach legten die Hauptstädter aber einen 7:0-Lauf hin, sodass Scholz gezwungen war, eine Auszeit zu nehmen. Gießen kam zwar besser ins Spiel und schloss auf 17:24 auf, doch die Berliner erhöhten nochmals die Intensität, und Alba-Pointguard Peyton Siva markierte an der Linie das 29:20 nach dem ersten Viertel.

Es folgte ein erfolgreicher Auftakt für die 46ers: Alen Pjanic, der für Ferdinand Zylka in die Startaufstellung gerutscht war, stellte per Zieher auf 22:29. Hoffnung kam auf, als Isaac Hamilton per Dreier zum 30:37 (14.) traf. Doch fast im Gegenzug passte Jonathan Stark ohne jegliche Bedrängnis den Ball in die Hände eines Berliners. Das kurze Dagegenhalten der 46ers endete in einer 41:33-Führung der Gäste. Erneut musste Scholz per Time-Out eingreifen - die aber ihre Wirkung nicht verfehlte. Die Verteidigung war zwar immer noch stark verbesserungswürdig, dagegen lief es aber im Angriff wie am Schnürchen. Vor allem bei John Bryant in seinem Jubiläumsspiel - seinem 350. in der BBL. Der Center, der an diesem Abend auch die 700-Assists-Marke knackte, streute einen Dreier nach dem anderen ein - sogar von parallel der Grundlinie aus. Siva stoppte den 9:0-Lauf der Gießener. Die legten vehement nach. Der Dunking von 46ers-Kapitän Brandon Thomas zur 50:49-Halbzeitführung setzte den Schlusspunkt unter eine furiose erste Hälfte der Gießener. Die hatten von ihren 22 Dreierversuchen zwölf getroffen. Chapeau!

Es ging munter für den Tabellenvorletzten gegen den amtierenden deutschen Meister weiter. Thomas markierte erst das 53:51 jenseits der 6,75-m-Linie, dann erhöhte er mit einem Layup auf 55:53. Als dann Isaac Hamilton nach einem Fastbreak zum 59:55 abschloss, Scottie James Jr. mit einem Stopfer auf 61:55 und Garrett auf 63:55 erhöhten, holte sich Alba-Coach Aito Reneses sein Team zur Auszeit (26.) an die Bande.

Die 46ers ließen sich erst einmal nicht aus dem Konzept bringen. Aber der Euroleague-Teilnehmer schlug zurück. Die »Dreiermaschine« Marcus Eriksson verkürzte auf 62:67 (28.). Auszeit Gießen. Durchatmen. Kräfte bündeln. Scholz bewies bei seinen Entscheidungen ein gutes Händchen. Dennoch: Erneut Eriksson, diesmal mit Buzzer-Beater-Dreier, egalisierte zum 74:74.

Im finalen Viertel wechselte die Führung hin und her. Ein Highlight war der Dreier von Garrett mit Brett zum 82:80 und das Nachlegen von Thomas zum 85:83. Als Bryant ein »Unsportliches« aufgebrummt bekam und die Berliner fünf Zähler in Folge zur 90:85-Führung erzielten, war die Vorentscheidung gefallen.

Indes haben die Verantwortlichen der Gießen 46ers für den Donnerstag eine Pressekonferenz anberaumt, in der sie Auskunft über die Zukunftsausrichtung des Klubs geben wollen.

Aufgrund des Endturniers um den deutschen Pokal in München haben die Gießen 46ers am Wochenende in der Basketball-Bundesliga Spielpause und müssen erst wieder am 24. April ran - dann allerdings in der Osthalle gegen die Riesen aus Ludwigsburg, die aktuell die Tabelle in der BBL anführen.

Gießen: Garrett (19), Thomas (19), Bryant (13), Pjanic (12), James Jr. (12), Stark (11), Hamilton (10), Zylka (0), Kraushaar, Köpple, Brown, Uhlemann (alle n. e.).

Berlin: Eriksson (20), Granger (16), Siva (15), Thiemann (12), Sikma (11), Lo (10), Fontecchio (10), Schneider (8), Giffey, Olinde, Delow, Koumadje.

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