11. Februar 2021, 10:07 Uhr

Basketball / Bundesliga

BBL: Spielabsage in Würzburg war richtig

Die Bundesliga-Basketballer der Gießen 46ers mussten am Dienstagabend unverrichteter Dinge wieder aus Würzburg abreisen. Eine Ursachenforschung am Tag danach.
11. Februar 2021, 10:07 Uhr
Mussten am Dienstagabend ohne Arbeitsnachweis die Heimfahrt antreten: 46ers-Trainer Rolf Scholz und Jonathan Stark. Die Partie in Würzburg wurde abgesagt. FOTO: VOGLER

Die 46ers waren bereits in der Arena der Franken und hatten sich teilweise schon umgezogen, als die Mitteilung kam, dass das Spiel eventuell nicht stattfinden werde. Im Bus erreichte sie dann die Meldung über die Absage. Ein Würzburger Spieler war positiv auf den SARS-Cov2-Erreger getestet worden. Allerdings besteht der Verdacht, dass die Probe des Spielers vertauscht wurde. Alle Teammitglieder der Würzburger wurden negativ getestet und auch für den betroffenen Profi lagen zwei negative Testergebnisse vor. Um kein Risiko einzugehen, sagte die BBL die Partie schließlich ab.

Eine Maßnahme, die Jens Staudenmayer, sportlicher Leiter der BBL, auf Anfrage verteidigt: »Es war eine schwierige, aber richtige Entscheidung« - aufgrund der Faktenlage und unter Berücksichtung ähnlicher gelagerter Fälle in der Vergangenheit. Zuständig sei die BBL, die dafür eine Clearingstelle Covid-19 habe, in der auch Hygieneexperten sitzen. Der Beschluss sei einstimmig getroffen worden. Daran hätten auch die negativen Tests der Würzburger nichts geändert. Es sei generell nicht möglich, sich mit negativen Tests nach einem bestehenden Positivbefund aus einer Quarantäne »freizutesten«.

Anlass zur Kritik gibt es aus Sicht von 46ers-Sportdirektor und -Geschäftsführer Michael Koch an der Kommunikation am Spieltag. »Das Ganze ist in Sachen Regularien und Corona-Tests so gelaufen, wie es von der Liga vorgeschrieben ist. Sehr unglücklich war, dass wir nicht frühzeitig eine Warnung bekommen haben, dass da vielleicht eine Spielabsage im Raum steht«, sagte Koch gestern.

Eine Frage der Abwägung

Staudenmayer erklärte dazu, dass man bis 18 Uhr davon ausgegangen sei, dass das Spiel stattfinden könne. Grund für den späten Zeitpunkt der Absage war, dass man sich in einer komplizierten Situation befunden habe. Denn es war nicht nur das Gesundheitsamt Würzburg in die Entscheidung involviert, sondern auch das Gesundheitsamt am Wohnort des Profis. Ob Tests vertauscht wurden, lasse sich nicht verlässlich sagen. Das zuständige Labor habe den »Positivbefund« der betreffenden Person bis dato nicht zurücknehmen können. Ein DNA-Test soll Klarheit bringen.

»Das ist eine Abwägungsfrage«, sagt Staudenmayer zur Entscheidung, die Gießener unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu schicken. »Wir opfern lieber ein Spiel und vermeiden so einen weiteren Funkenflug. Wir haben zum Beispiel jetzt die Situation, dass das Gesundheitsamt Würzburg mit den Kollegen in Göttingen Kontakt aufgenommen hat, weil Würzburg am vergangenen Samstag gegen Göttingen gespielt hat.«

Austausch über Nachholtermin

Für die Spielabsage an sich hat Michael Koch Verständnis. »Die Gesundheit geht vor. Das Risiko war groß. Wenn der Test vertauscht wurde und man hätte nur den einen Spieler rausgenommen, hätte es am Ende doch sein können, dass ein positiver Akteur auf dem Feld steht.«

Man befinde sich mit der Liga und mit den Würzburgern im Austausch wegen des Nachholtermins. »Würzburg möchte Spieler nachverpflichten, den Kader verstärken. Daher sollte der Nachholtermin nicht erst im April, sondern zeitnah sein«, erklärt Koch. Die BBL sprach gestern vom »ehestmöglichen« Termin.

Man habe auch darüber nachgedacht, ob man gegen die Absage vorgehe. »Ich glaube allerdings nicht, dass wir extrem große Chancen haben, auf dem Rechtsweg etwas zu erreichen.« Es habe ja ähnliche Fälle gegeben, in denen das Spiel dann ebenfalls neu angesetzt worden sei. Auch über die Kosten für den Bustrip nach Würzburg und zurück spreche man mit der BBL.

Die Würzburger haben zunächst laut BBL eine Trainingsfreigabe unter strengen Auflagen mit begleitenden PCR- und Schnelltests bekommen. Eine Spielerlaubnis sei noch nicht erteilt worden. Der positiv getestete Profi befinde sich in Isolation.

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