11. August 2021, 07:00 Uhr

Fußball

Attraktiv und spannend: Obbornhofen/Bellersheim Titelfavorit in der Kreisoberliga Süd

Am kommenden Sonntag fällt der Startschuss zur neuen Saison in der Fußball-Kreisoberliga Süd. Nach der Corona-Zwangspause setzt man auf einen neuen Modus, der Hochspannung verspricht.
11. August 2021, 07:00 Uhr
Trainer Ralf Landgraf zählt mit seiner SG Obbornhofen/Bellersheim zu den Topfavoriten auf die Meisterschaft in der Kreisoberliga Süd. FOTO: FRIEDRICH

Zum Start der neuen Saison in der Fußball-Kreisoberliga Süd am kommenden Sonntag gehen »nur« 17 Mannschaften an den Start, denn die SG Schwalmtal ist freiwillig in die Kreisliga A Alsfeld/Gießen zurückgekehrt. Das Stimmungsbarometer für die neue Saison in den Vereinen - nach zuletzt zwei abgebrochenen Spielzeiten aufgrund der Corona-Pandemie - reicht dabei von euphorischer Vorfreude bis zu gedämpften Optimismus.

Der neue Spielmodus: Wie vom Kreisfußballausschuss Gießen und von den Vereinen beschlossen, wird zunächst an 17 Spieltagen bis zum 5. Dezember eine Einfachrunde gespielt. Sollte das Wetter mitspielen und keine weiteren Corona-Bestimmungen eine Verzögerung bewirken, würde die Spielklasse zu Beginn des nächsten Jahres in eine Aufstiegs- und Abstiegsrunde aufgeteilt. Dabei spielen die Vereine der Tabellenplätze eins bis sechs in der Aufstiegsrunde mit Hin- und Rückspiel einen Aufsteiger in die Gruppenliga aus. Weiteres Merkmal im »Playoff« ist, dass alle zuvor gewonnenen Punkte gestrichen werden und alle Teams bei null beginnen. Die Plätze sieben bis 17 behalten in der Abstiegsrunde jedoch ihre zuvor erspielten Punkte und ermitteln anschließend drei Absteiger.

Die Trainer: Die meisten Vereine vertrauen weiter auf die Übungsleiter der abgebrochenen Corona-Saison. Ralf Landgraf (SG Obbornhofen/Bellersheim), Labinot Dervishi (SG Birklar), Turgay Kepenek (FSG Homberg/Ober-Ofleiden), Matthias Günther (TSG Wieseck), Thorsten Zimmerling (SG Treis/Allendorf), Boris Loch (SV Hattendorf), Rico Michels (SG Trohe/Alten-Buseck), Michael Kirschbaum (TSG Leihgestern), Mike Bathomene (ASV Gießen), Matthias Röhmig (FSG Lumda/Geilshausen), Steffen Fink (SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod), Nikolai Buss (SF Burkhardsfelden), Steffen Becker (FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf) und Mario Pitz (TSV Großen-Linden) haben weiterhin bei ihren Klubs das Sagen. Neu an der Seitenlinie sind Mesut Yenigün (Kurdischer FC Gießen) als Ersatz für Patrick Loeper (nun TSV Klein-Linden), Marvin Helm, der bei der FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod gemeinsam mit Viktor Riske das Sagen hat.

Besondere Spielerwechsel und Kaderveränderungen: Mag es den Corona-Bedingungen oder einer schon vorhandenen guten Kaderplanung geschuldet sein, waren Spielerwechsel bei den meisten Vereinen der Liga kaum zu verzeichnen. Wer konnte, hat sich mit dem eigenen Nachwuchs versorgt beziehungsweise mit Perspektivspieler den Kader verbreitert. Dennoch gab es in einigen Teams auch große Veränderungen: Den ASV Gießen verließ Stürmer Kevin Rennert in Richtung Verbandsligist FC Turabdin/Babylon. Aufgerüstet hat hingegen die SG Birklar mit Sebastian Schadeberg und Kevin Buycks vom gleichen Verbandsligisten - um nur einige der Zugänge zu nennen. Auch die Sportfreunde Burkhardsfelden konnten mit Patrick Agirman und Besim Kücükkaplan zwei Spieler der Pohlheimer verpflichten und möchten damit diese Saison erfolgreicher gestalten. Bei der TSG Leihgestern sind Tim Horvat (TSV Lang-Göns), Christian Wagner (SV Volpertshausen) und Nico Steffan (A-Junioren FC Gießen) die Königstransfers. Die FSG Lumda/Geilshausen hat ebenfalls nachgebessert und konnte Kevin Kessler (FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod), Patrick Bender (SG Trohe/Alten-Buseck), Luca Perri, Justin Schulz (beide SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen) und Silas Vollrath (SG Treis/Allendorf) für sich gewinnen.

Die Favoriten: Wertfrei nach Tabellenstand der abgebrochenen Saison und Nennungen sind die SG Obbornhofen/Bellersheim und die SG Birklar die Topfavoriten der Liga. Die SG ist seit Jahren eine feste Größe in der Liga und verfügt auf den spielentscheidenden Positionen über Spieler mit großer Erfahrung. Zudem besitzt die SG eine solide Juniorenarbeit. »Wir hätten uns zwar einen anderen Spielmodus gewünscht, sehen uns aber mit unserer Truppe, die heiß auf die Saison ist, sicher unter den ersten sechs«, bestätigt SG-Präsidiumssprecher Klaus Jäckel diese Einschätzung. Für die SG Birklar bilanziert Abteilungsleiter Edgar Müller: »Dass sich wieder was tut und der Verein und das Umfeld dem Dorf wieder etwas zurückgibt«. So investiert der Verein nicht nur in neue Spieler, sondern auch in eine Flutlichtanlage, um langfristig wieder in höheren Ligen zu spielen. »Aber hier geht auch nicht alles über Geld, denn viele Spieler sind wegen Freunden oder Kollegen zu unserem Verein gekommen«, entkräftet Müller den möglichen Neid der Konkurrenten.

Der erweiterte Favoritenkreis: Die Liga-Vertreter erwarten eine enge und spannende Saison. Daher ist es wenig verwunderlich, dass gleich mehrere Teams unter die ersten Sechs kommen wollen - oder eben von Konkurrenten dort gesehen werden. Auch klar ist, falls es Corona zulässt, das in der Aufstiegsrunde mit deutlich mehr Zuschauern gerechnet werden darf. Also somit ein weiterer Anreiz, dieses Ziel zu erreichen.

FSG Homberg/Ober-Ofleiden: Dass FSG-Spielertrainer Turgay Kepenek ein paar gute Kicker aus dem Marburger Raum nach Homberg holen konnte, und mit einer jungen Truppe attraktiven Offensivfußball bietet, war bis zum Abbruch der Vorsaison ersichtlich. »Die Defensive ist ein bisschen dünn - und es fehlt uns noch an Erfahrung«, sind die einzigen Mängel die Kepenek noch zum Erreichen eines vorderen Tabellenplatzes abstellen möchte.

TSG Wieseck: Jörg Hillebrand vom TSG-Funktionsteam ist sich auch sicher, dass die TSG - trotz fehlender 2. Mannschaft - mit den punktuellen Neuverpflichtungen den Abgang von Stürmer Yannik Koch verkraften kann. Klar ist, dass im TSG-Kader, mit Trainersohn Jean-Claude Günther, ein für die Liga überragender Stürmer zur Verfügung steht, der ein Spiel im Alleingang entscheiden kann.

SG Treis/Allendorf: Wie die SG Obbornhofen/Bellersheim gehört die SG Treis/Allendorf seit Jahren zu den Topteams der Liga, so dass sich Trainer Thorsten Zimmerling gute Chancen auf die Aufstiegsrunde ausrechnet.

Weitere Anwärter: FSG Lumda/Geilshausen, TSV Klein-Linden und SF. Burkhardsfelden: Martin Steidl, Sportlicher Leiter der FSG Lumda/Geilshausen, sprüht förmlich aufgrund der namhaften Neuzugänge vor Vorfreude auf die neue Saison, ebenso wie Kleinlindens Abteilungsleiter Jan Römer, der unter anderem in der Verpflichtung von Trainer Patrick Loeper eine Initialzündung sieht. Auch Burkhardsfeldens Abteilungsleiter Mathias Döhring hofft aufgrund des Potenzials der neuen Spieler auf eine deutlich bessere Saison.

Das Restfeld: TSG Leihgestern: Von anderen für die ersten sechs gehandelt, nimmt Alexander Wilhelm diese Vorhersage gerne an. Gezielt verstärkt wäre diese Zielsetzung ein Wunsch des Vereins. Kurdischer FC Gießen: Das Team von KFC-Trainer Mesut Yenigün hat sicher Potenzial, was KFC-Sprecher Serkan Demir auch unterstreicht. Wenn Spieler wie Stürmer Amine Raissi, der in den letzten zwei Testspielen sieben Tore erzielte, ihre Möglichkeiten abrufen, ist sicher auch ein Platz weiter oben denkbar.

SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod, FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod und SG Trohe/Alten-Buseck: In allen drei Teams möchte man möglichst schnell viele Punkte sammeln. Ob es möglicherweise für Platz sechs reicht, ist nicht so wichtig. Nur eben am Ende in der Abstiegsrunde nicht auf den letzten drei Plätzen zu landen.

FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf: Die FSG vertraut auf die Kräfte, die vor zwei Jahren den Aufstieg geschafft hatten und hat sich punktuell verstärkt. Für FSG-Trainer Steffen Becker ist dabei der Klassenerhalt das Ziel.

ASV Gießen und TSV Großen-Linden: Mario Pitz steht beim TSV Großen-Linden vor einem Umbruch und hofft, dass seine junge Mannschaft den Klassenerhalt schaffen kann. Mit ähnlichen Problemen hat Mike Bathomene beim ASV zu kämpfen, obgleich er noch einen kurzfristigen Wechsel von Frederik Österreicher, vom Badener Landesligisten FV Herbolzheim mit Zweitspielrecht ausgestattet, als »Ersatz« für Kevin Rennert, als kleinen »Lichtblick« vermelden konnte.

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