18. Februar 2021, 22:53 Uhr

Handball

Acht Cavor-Treffer bei Wetzlarer Sieg

Erstes Spiel, erster Sieg für die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga in 2021. Mit 26:24 (16:14) setzt sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider gegen TSV Hannover-Burgdorf durch.
18. Februar 2021, 22:53 Uhr
Sieggarant: Wetzlars Stefan Cavor (links) war mit acht Treffern bei einer Wurfquote von 80 Prozent »Man of the Match«. Hier zieht der Rückraum-Linkshänder wuchtig gegen die Burgdorfer Fabian Böhm, Ilija Brozovic und Evgeni Pevnov ab. FOTO: VOGLER

HSG Wetzlar


Trainer Kai Wandschneider war nach dem 26:24 (16:14)-Erfolg über die TSV Hannover-Burgdorf zufrieden: »Man weiß nach so einer Pause ja nie so genau, wo man steht.«

Von Beginn an entwickelte sich eine enge, abwechslungsreiche Partie, in der man den Hausherren die lange Pause anmerkte. Hannover-Burgdorf versuchte mit einer sehr offensiv-wandelbaren 5:1-Abwehr Druck auf den HSG-Rückraum auszuüben und trieb Mittelmann Magnus Fredriksen mehrfach gezielt zurück in die eigene Hälfte. »Wir haben versucht, den Gegner mit einer 5:1-Deckung zu überraschen«, erklärte Hannovers Ivan Martinovic hinterher bei Sky.

Wetzlar ließ sich jedoch wenig beeindrucken. Die beiden Außen Maximilian Holst und Kristian Björnsen hinterliefen die Recken-Abwehr immer wieder, und auch Kreisläufer Anton Lindskog fand seine Lücken. »Vielleicht waren wir im Endeffekt auch einen Tick zu offensiv, sodass wir nicht mehr zumachen konnten«, so Martinovic. »Wir haben den Ball super laufen lassen, immer wieder Lösungen gefunden«, lobte Wandschneider seine Mannschaft, der die gegnerische Abwehr jedoch als eine 3:3-Formation identifizierte.

Den ersten Schreck hatten die Grün-Weißen nach zehn Minuten zu verdauen. Im Abwehr-Infight kassierte erst Olle Forsell Schefvert einen Ellbogen-Check am Kopf und direkt im Anschluss Lindskog seine erste Zeitstrafe. Beide mussten vom Feld, Schefvert allerdings gleich zur Behandlung in die Kabine, aus der er mit einem dicken Pflaster über dem rechten Auge zurückkam. Nach der Pause zierte gar ein Turban seinen Kopf.

Die Niedersachsen nutzten die kurze Irritation der HSG und legten in der 15. Minute per Siebenmeter von Johan Hansen auf 9:6 vor. Ständiger Unruheherd war, nicht nur in dieser Phase, Recken-Kreisläufer Evgeni Pevnov, der zwei Mal selbst traf und für etliche Freiwürfe und Zeitstrafen sorgte.

Die Hausherren bekamen aber wieder die Kurve. Stefan Cavor nagelte die Kugel zum 7:9 in die Maschen, gefolgt von Lenny Rubins knapp hinter der Linie gelandetem 8:9 und einem Gegenstoß von Holst. Björnsen machte ebenfalls nach einem Ballgewinn der aufmerksamen Wetzlarer Abwehr das 10:9 und animierte Gäste-Coach Carlos Ortega zu seiner ersten Besprechung an der Seitenlinie. »Das war heute ein Abwehrspiel von beiden Seiten. Unser Problem war das Überzahlspiel, wo wir zu viele Bälle verloren haben. Das kann man sich auf diesem Niveau nicht erlauben«, fasste der Spanier am Ende das Spiel aus seiner Sicht zusammen.

Die HSG Wetzlar blieb beständig am Drücker und erarbeitete sich in den letzten beiden Minuten der ersten Halbzeit die 16:14-Führung zur Pause. Aus dieser kamen die Hausherren wacher zurück und setzten sich bis zur 40. Minute per Doppelpack von Lindskog auf 20:16 ab. In der Folge versäumten es die Grün-Weißen aber, weiter aufzustocken und gönnten sich eine Schwächephase, die die Gäste dankbar nutzten. Acht Minuten und einige technische Fehler der Wetzlarer später, netzte Alfred Jonsson zum 20:21 ein und nährte bei den Hannoveranern die Hoffnung, die Partie zu kippen.

»Das haben wir am Ende doch noch ganz gut rumgerissen«, war HSG-Keeper Till Klimpke im Interview bei Sky erleichtert. »Die Abwehr hat mir in der zweiten Hälfte viel mehr geholfen.«

In den letzten zehn Minuten blieb es spannend, mit leichten Vorteilen bei den Hausherren. Klimpke hielt zwei freie Bälle, Cavor vereitelte ein Kempa-Anspiel und Emil Mellegard machte in der letzten Minute mit dem 26:23 den Deckel drauf. »Am Ende waren wir wieder nicht clever genug, haben viel zu viele einfache Fehler gemacht«, musste Hannovers Nationalspieler Fabian Böhm eingestehen. »Ich bin froh, dass wir so gut ins Jahr 2021 gestartet sind«, zeigte sich Wandschneider zufrieden und Cavor ergänzte: »Wir haben in Angriff wie Abwehr sehr diszipliniert gespielt. Das ist unser Schlüssel für jedes Spiel.«

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Srsen (1), Henningsson, Björnsen (1), Mirkulovski, Weissgerber, Holst (4/1), Fredriksen (2), Forsell Schefvert (1), Gempp (2), Mellegard (1), Rubin (4), Lindskog (2), Cavor (8).

Hannover: Ebner, Lesjak; Cehte, Martinovic (5), Mavers (1), Hansen (5/5), Juric, Pevnov (2), Jonsson (2), Böhm (2), Krone, Donker (1), Hanne, Brozovic (1), Feise (1), Büchner (4).

Stenogramm / SR: Thiyagarajah/Thiyagarajah (Gummersbach). - Zeitstrafen: 10:8 Minuten. - Siebenmeter: 3/1:6/5.

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