30. April 2021, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Abstieg der Gießen 46ers naht

Für die Gießen 46ers naht der Abstieg aus der Basketball-Bundesliga. Das Team von Trainer Rolf Scholz hat zwar noch ein klitzekleines Fünkchen Hoffnung, wenn es die restlichen vier Spiele gewinnt, die Weißenfelser und Würzburger müssen dann aber alle ihre Partien verlieren.
30. April 2021, 07:00 Uhr
Gießens Aufbauspieler Bjarne Kraushaar (r.) fällt voraussichtlich wegen einen Bruchs des kleinen Fingers aus (links der Hamburger Justus Hollatz). FOTO: VOGLER

Gießen 46ers


Das Kapitel Basketball-Bundesliga kann sich am Wochenende für die Gießen 46ers schließen. Verliert der Rangvorletzte beim Doppelspieltag am heutigen Freitag in Chemnitz (20.30 Uhr, live bei MagentaSport), steht der sportliche Abstieg für die Mannschaft von Trainer Rolf Scholz bereits drei Spieltage vor dem Hauptrundenende fest. Am Sonntag kommt es in der Osthalle um 18 Uhr (auch live auf MagentaSport) zum Kellerduell mit dem Roten-Laterne-Träger Rasta Vechta.

Lage: Die 46ers haben nur noch eine minimale Chance, den Klassenerhalt zu schaffen: Dazu müssen sie ihre letzten vier Partien gewinnen und hoffen, dass der Mitteldeutsche BC (drei noch ausstehende Partien) sowie Würzburg (mit der gestrigen Begegnung fünf) beim Restprogramm ausschließlich patzt. Ein Wunder muss herhalten, damit die Gießener in der BBL bleiben. Die fast ausweglose Situation der 46ers wurde am vergangenen Samstag verschärft, als sie sich die 80:89-Niederlage gegen den Spitzenreiter Ludwigsburg einfingen und der MBC gleichzeitig in Frankfurt gewann. Dadurch vergrößerte sich der Punkteabstand auf sechs plus dem gewonnenen direkten Vergleich der Weißenfelser. So üben sich die Protagonisten aus Gießen mehr oder weniger in Durchhalteparolen: »Abgesehen vom Spiel gegen Ulm haben wir in letzter Zeit konsequenter gespielt. Anscheinend ist der Fluch des dritten Viertels gelöst, dennoch haben wir es nicht geschafft Siege, einzufahren. Wir müssen leidenschaftlich spielen, egal gegen welchen Gegner, und die kommenden Spiele gewinnen. Eine Aufwärtsentwicklung war zu erkennen, doch diese nutzt uns einfach nichts, denn die Saison geht zu Ende, und wir sind gefordert diese mit vier Erfolgen zu beenden«, sagt Kapitän Brandon Thomas. Gerade die von Thomas geforderte Leidenschaft wurde oft in der Spielweise der Lahnstädter vermisst. Abstiegskampf sieht einfach anders aus. Dennoch: Siege beim Aufsteiger Chemnitz, gegen Vechta, in Bamberg und zum Schluss der Hauptrunde gegen Braunschweig sind durchaus möglich für die stark in ihren Leistungen schwankenden 46ers. Dazu dürfen sie sich aber keine Schwächephase leisten und müssen noch viel besser als Team fungieren.

Gegner Chemnitz: Der Aufsteiger überraschte zuletzt mit Siegen gegen die großen Bayern und die starken Hamburger. Auf Rang 14 stehend (22:38 Punkte) haben die Sachsen nichts mit dem Abstieg zu tun: Das ausgeglichen besetzte Team vom argentinischen Trainer Rodrigo Pastore kann völlig befreit aufspielen. Die Protagonisten sind Shootingguard Marcus Thornton, der durchschnittlich 14 Punkte pro Spiel auflegt, Smallforward George King (12,1 PpS), Guard Terrell Harris (11,4) und Powerforward Isiaha Mike (10,7). Auf die vier US-Amerikaner müssen die 46ers ein besonderes Auge werfen. Das Hinspiel in der Osthalle gewannen die Sachsen mit 95:83.

Gegner Vechta: Die Rastamänner sind Tabellenletzter und weisen auf der Habenseite (10:50) zwei Zähler weniger auf als die Gießener. Das Kellerduell schlechthin. Schon zweimal gingen die 46ers beim Aufeinandertreffen mit den Niedersachsen als Verlierer vom Feld: 85:99 im Pokal- sowie 84:97 in der BBL. Nach der 21. Niederlage im 25. Spiel Ende März trennten sich die Wege von Trainer Thomas Päch und Vechta. »Co« Derrick Allen übernahm. Seine Ausbeute: ein Sieg nach fünf Partien (82:69 gegen Chemnitz). Bester Scorer beim Rangletzten ist Edgar Sosa: Der nachverpflichtete Pointguard kommt im Schnitt auf 15,8 Punkte pro Spiel, Neben ihm fällt noch Kapitän Josh Young als Scorer auf (11,3 im Schnitt). Dauerbrenner im Team (alle Spiele mitgemacht) und »Mister Zuverlässig« ist der Licher Robin Christen, denn man nicht frei an der Dreierlinie stehen lassen sollte.

Personelles: Hinter dem Einsatz von Brandon Bowman steht weiterhin ein großes Fragezeichen. Der Routinier laboriert immer noch an seinem Fingerbruch. Den hat sich jüngst Aufbauspieler Bjarne Kraushaar ebenfalls zugezogen. »Der kleine Finger, passiert ist das im Training«, wie Scholz erklärt. Doppelt bitter für das Gießener Eigengewächs, das zuvor wegen einer Sprunggelenksverletzung pausieren musste. »Wir müssen schauen, ob das bei ihm für die nächsten Spiele Sinn macht«, so der Coach weiter.

Das sagt Trainer Scholz: »Wir müssen positiv in die letzten Aufgaben gehen. Selbst wenn nach dem Freitag die Ergebnisse so sind, wie sie sind, selbst dann muss man die Saison erhobenen Hauptes und vernünftig zu Ende spielen. Vielleicht geht es dann auch darum, ob wir 17. oder 18. werden. Und für jeden Einzelnen geht es darum, noch ein vernünftiges Bild abzugeben.

Zu Chemnitz: »Gegen die Chemnitzer wird es nicht einfach: Für einen Aufsteiger ist das sehr beachtlich, was dort abgeliefert wird. Chemnitz hat auf den Guardpositionen gute Scorer. Wir dürfen sie nicht in ihr Mannschaftsspiel kommen lassen. Eine von ihren Stärken ist , dass sie den Ball unheimlich gut bewegen können.«

Zu Vechta: »Nach dem Trainerwechsel versuchen sie, viel Neues zu machen. Die Ergebnisse von ihnen waren zuletzt eher durchwachsen. Die Vechtaer haben uns im Hinspiel gezeigt, dass sie durchaus ihre Qualitäten haben. Es wird darum gehen, Charakter zu zeigen - das wird für uns ein Charakterspiel.«

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