05. März 2020, 17:27 Uhr

fußball

Zweikampf um den Aufstieg?

In der Fußball-Kreisliga A Gießen scheint es, als sei die SG Birklar das Maß aller Dinge. Doch die Konkurrenz lauert beim Kampf um die Aufstiegsplätze.
05. März 2020, 17:27 Uhr
Verfolger Nummer eins der SG Birklar ist Trainer Thorsten Schultheis mit seiner FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf. FOTO: VOGLER

Und so rechnet auch SG-Trainer Labinot Dervishi nicht nur mit der Truppe der FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf, mit 44 Zählern nur drei Punkte hinter den Birklarern als unmittelbarem Kontrahenten, sondern zählt auch die FSG Biebertal (38), die FSG Lollar/Staufenberg (37) und den TSV Rödgen (36) noch zu den möglichen Aufstiegskonkurrenten.

Nichtsdestotrotz imponierte der Tabellenführer mit starken Leistungen und musste nur ein einziges Mal als Verlierer vom Platz gehen, als es bei der FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf ein recht klares 0:3 setzte. Ansonsten sprechen auch die 71 Tore bei nur 15 Gegentreffern eine klare Sprache zugunsten der SG, die mit Sidon Beyene, der vom Liga-Konkurrenten TSV Allendorf/Lahn kommt und dort mit acht Saisontoren seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt hat, sowie Caner Akci vom Kurdischen FC Gießen, der für den Kreisoberligisten fünf Treffer in der Vorrunde erzielte, weitere Verstärkungen an Land ziehen konnte. Gleichzeitig verlassen mit Seiyithan Aksoy und Onur Yildirim zwei Akteure den Verein.

Die FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf hat sich dagegen personell nicht verändert, bedauert laut Trainer Thorsten Schultheis aber das weitere Fehlen von Langzeitverletzten. Dennoch ist hier zumindest das Ziel: »Platz zwei zu verteidigen, auch wenn wir dafür noch einiges tun müssen.« Aber Schultheis traut auch den Verfolgern noch einiges zu. So muss auch weiterhin die FSG Lollar/Staufenberg zu den möglichen Aufstiegskandidaten gezählt werden. FSG-Coach Ümit Komac muss beim weiterhin definierten Ziel Aufstieg auf Alban Kastrati (SG Treis/Allendorf) und Dennis Ackerman (TSV Klein-Linden) verzichten, hofft aber noch auf zwei, drei Neuzugänge. Offensiv gesehen ist das Team mit 76 Toren schon jetzt die Nummer eins in der Liga.

Und noch etwas näher an dem Führungsduo befindet sich die FSG Biebertal, deren Trainer André Weinecker zum Thema Aufstieg etwas bescheidener bleibt und die SG Birklar als den klaren Favoriten sieht. Doch obwohl Niklas Blank (berufliche Gründe) und Yannic Klingner (gesundheitliche Gründe) nicht mehr bzw. weniger zur Verfügung stehen werden, wird der Tabellendritte versuchen, »ein bisschen Druck zu machen und sehen, was dabei herauskommt«.

Rödgen ohne Top-Torjäger

Dagegen sieht sich der TSV Rödgen eher nicht als einer der potenziellen Aufsteiger. Kein Wunder: Denn künftig muss der TSV auf Chris Reuling verzichten, der zum Tabellenzweiten der Kreisoberliga West, dem RSV Büblingshausen, wechselte. Der Goalgetter, der erst vor der Saison zum TSV kam, brachte es immerhin auf 20 Saisontore. Gleichwohl verstärkt sich der TSV mit Ole Hahn und Muhammad Afdhal Fadhillah.

Mit der Vergabe der Aufstiegsplätze hat der SV Annerod mit einem Rückstand von 13 Punkten wohl nichts mehr zu tun. Doch die Winterpause wurde genutzt, um sich bereits für die kommende Saison aufzustellen. So wurde die weitere Zusammenarbeit mit Cheftrainer Yves Lohwasser und dessen spielendem Co Nicolas Smajek kürzlich beschlossen. Zudem ist die Vereinsführung laut Abteilungsleiter Florian Spies »in guten Gesprächen mit nahezu allen Bestandsspielern«.

Derweil könnte sich beim MTV 1846 Gießen II einiges tun. Denn der Gesamtkader hat sich mit sieben Zu- und fünf Abgängen doch erheblich verändert. Trainer Armin Rahmani-Tehrani wird aufmerksam beobachtet haben. Ganz so heftig haben sich die Bilder bei der TSF Heuchelheim II und dem FC Turabdin/Babylon II nicht verändert; hier steht jeweils zwei Abgängen ein Zugang gegenüber. Allen drei Reserveteams dürfte der derzeitige Mittelfeldplatz auch im Endklassement zuzutrauen sein.

Diesbezüglich tut sich der TSV Lang-Göns II deutlich schwerer. Die junge Kreisoberligareserve steht zurzeit auf dem ersten direkten Abstiegsplatz, wird aber mit Vollgas daran arbeiten, die nur unwesentlich vor ihnen liegenden Teams noch einzuholen. Einen deutlich größeren Abstand zum rettenden Ufer hat da der TSV Allendorf/Lahn aufzuholen. Nach drei Siegen und zwei Unentschieden stehen lediglich elf Punkte auf der Habenseite. Nachdem sich bereits vor einiger Zeit Alex Weber und Asim Selimovic verabschiedet hatten, muss nun auch der Abgang von Sidon Beyene kompensiert werden. Dabei hofft Neu-Trainer Andreas Groschopp auf die Verstärkungen in Person von Niklas Hahn und Philipp Trassl (beide kamen im November vom TSV Klein-Linden) sowie Semi Temizsoy, Lucas Lopes, Daniel Halupa und Joshua Weiss von der TSF Heuchelheim. Deshalb formuliert Pressesprecher Denis Eisner das klare Ziel Klassenerhalt: »Aufgegeben haben wir noch lange nicht.«

Mit jeweils 23 Zählern starten sowohl die SG Utphe/Trais-Horloff/Inheiden als auch die FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen punktgleich in die Restrunde. Die FSG hat dabei die »schmerzhaften« Abgänge von Tolga Travici (FSG Biebertal) und Elia Graf (SG Obbornhofen/Bellersheim) zu verkraften. Dennoch glaubt FSG-Coach Sascha Inderthal an die Mannschaft und denkt nicht an einen möglichen Abstieg: »Wenn wir verletzungsmäßig verschont bleiben, müssten wir stark genug sein, um nicht mehr unten reinzurutschen, auch wenn im Fußball alles möglich ist.« Nach guter Vorbereitung blickt Inderthal im Ranking nach oben.

Großen-Buseck setzt auf Daniel Erben

Beim Betrachten der Tabelle liegt die Vermutung nahe, dass der FC Großen-Buseck in Abstiegsnöten sein könnte. Tatsächlich liegt der Aufsteiger lediglich zwei Punkte über dem »Strich«. Doch mit der namhaften Verstärkung Daniel Erben, der zuletzt beim FSV Fernwald in der Verbandsliga Mitte aktiv war, sollte der Klassenerhalt für die Mannschaft von Thorsten Hillgärtner auf jeden Fall machbar sein.

Aus komplett anderer Perspektive blickt dagegen der 1. SC Sachsenhausen auf die Rückrunde. Kein Sieg, kein Unentschieden, das es zu bejubeln gab; so sieht die Bilanz der Sachsenhausener aus, die auch mit dem Absprung von gleich acht Spielern kurz vor der Saison zu begründen ist. Doch Coach Steffen Tafferner bleibt an Bord und will seinen Jungs weiterhin den Spaß am Fußball vermitteln: »Wir werden die Saison so gut wie möglich, ruhig und diszipliniert zu Ende spielen und dann in der B-Liga mit hoffentlich genügend Spielern eine Runde im oberen Tabellendrittel spielen.« Allerdings haben sich inzwischen weitere vier Spieler verabschiedet. Roland Stamm

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