11. November 2018, 23:00 Uhr

Handball

Zu lange nicht gut genug für einen Auswärtssieg

In der 2. Bundesliga musste sich der TV Hüttenberg mit 24:27 in Balingen geschlagen geben. Markus Stegefelt konnte mit neun Treffern die Niederlage nicht verhindern.
11. November 2018, 23:00 Uhr
Avatar_neutral
Von Markus Röhrsheim
Markus Stegefelt (r.) ragt mit neun Treffern in Balingen aus einer Hüttenberger Mannschaft heraus, die sich dennoch mit 24:27 geschlagen geben muss. (Foto: Eibner)

Der TV 05/07 Hüttenberg verharrt in der unteren Tabellenhälfte der 2. Handball- Bundesliga. Gut 44 Stunden nach dem Abpfiff der mit 26:25 siegreich gestalteten Partie gegen TuS Ferndorf am Freitag mussten sich die heimischen Handballer beim Tabellendritten HBW Balingen-Weilstetten mit 24:27 (9:16) geschlagen geben.

Der TVH verschlief den Start und musste bereits in der sechsten Minute das 4:0 der Gastgeber durch Oddur Gretarsson hinnehmen. Zudem musste Dieudonné Mubenzem, der im rechten Rückraum startete, aber viel zu passiv im Angriff agierte, auf die Sünderbank. »Dido hat am Freitag wenig gespielt. Daher war es meine Hoffnung, dass er den Unterschied machen könnte. Er war zwar nicht schlecht, aber nicht zielstrebig genug«, erklärte TVH-Trainer Emir Kurtagic nach Spielende diese Personalie. »Wir hatten zu Beginn nicht die Intensität, die Balingen hatte. Ebenso keinen Spielfluss. Da haben wir uns nicht gewehrt«, bemängelte er zudem.

Zwar gelang den Gästen nach acht Minuten durch Christian Rompf der erste Treffer, doch Balingen agierte mit einem sehr beweglichen Rückraum, von Nationalspieler Martin Strobel glänzend gesteuert, weiter erfolgreich. Dennoch kamen die Blau-Weiß-Roten nun langsam in Tritt und mit dem 4:6 durch Rechtsaußen Tobias Hahn in der elften Minute erstmals näher heran. Die Hausherren konterten sofort wieder zum 11:7, doch Markus Stegefelt verkürzte in der 22. Minute an alter Wirkungsstätte zum 9:11. Doch das sollte es gewesen sein für den TVH bis zum Pausenpfiff, obwohl man danach in Überzahl agierte. Diese aber, auch aufgrund sechs technischer Fehler in der ersten Hälfte, genauso wenig nutzte wie Hahn einen Siebenmeter kurz vor dem Seitenwechsel. Somit hatte Balingen leichtes Spiel, sich zum deut-lichen Pausen-16:9 abzusetzen.

Zu wenig Durchschlagskraft

Auch in der zweiten Halbzeit mangelte es dem TVH zunächst an Durchschlagskraft. Aber auch die am Freitag noch so starke Deckung fand – inklusive Torhüter – nicht ins Spiel. So verwunderte es nicht, dass in der 40. Minute nach dem Treffer von Rechtsaußen Jannik Hausmann ein 22:14-Zwischenstand für die Gastgeber von der Anzeigentafel leuchtete. »Bis dahin kamen wir nicht in die Zweikämpfe«, hatte Kurtagic erkannt. Man musste zu diesem Zeitpunkt als An-hänger der Mittelhessen eine herbe Klatsche befürchten. Auch, da man die Überzahlgelegenheiten viel zu selten nutzte. Und obwohl weiter beste Einwurfchancen nicht genutzt wurden (Lambrecht- und Rompf-Tempogegenstoß in der 43. und 51. Minute, Hahn in doppelter Überzahl von Rechtsaußen, 47.), erwachte spät und letztlich zu spät das Kämpferherz der Gäste. Der überragend treffende Markus Stegefelt mit seinen Toren acht und neun – bei einer Trefferquote von 75 Prozent – brachte seine Farben auf 19:23 zehn Minuten vor dem Ende heran. Balingen verlor seine Souveränität, Nikolai Weber parierte einen Siebenmeter gegen Gretarsson, Hüttenberg öffnete die Deckung, zwei blitzsaubere Anspiele von TomᚠSklenák verwandelte Kreisläufer Moritz Zörb und ein Doppelschlag von Ragnar Jóhannsson ließ drei Minuten vor dem Ende beim 23:25 noch einmal Hoffnung aufkommen. Die aber Strobel mit seinem Treffer 80 Sekunden vor dem Ende zum 27:24 zerstörte. »Das ist heute ein gebrauchter Tag«, war Kurtagic traurig, nichts Zählbares mit auf die Heimreise nehmen zu können. »In der zweiten Halbzeit haben wir uns gesteigert. Hätten wir unsere freien Chance reingemacht, hätten wir sogar einen Punkt mitnehmen können.« Was wohl nicht verdient gewesen wäre, letztlich wusste auch der 38-jährige: »Wir haben einfach nicht die Leistung gebracht, um auswärts etwas zu holen.«

Statistik

Balingen-Weilstetten: Baumeister, Mrkva; Zobel (1), Niemeyer (4), Foth, Kirveliavicius (1), Flohr, Hausmann (3), Thomann (2), Friedrich (2), Nothdurft, Gretarsson (8/3), Strobel (3), Schoch (3), Oliveira, Saueressig.

Hüttenberg: Schomburg, Weber; Belter, Sklenák (3), Lambrecht, Rompf (1), Zörb (3), Fernandes (2), Jóhannsson (4), Stegefelt (9/1), Mubenzem, Hahn (2), Zintel, Klein.

Stenogramm: SR: Grobe/Kinzel (Bochum). - Zuschauer: 2066. - Zeitstrafen: 18:6 Minuten. - Siebenmeter: 4/3 – 2/1.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos