12. März 2017, 22:20 Uhr

Wettenberg wieder an der Spitze

12. März 2017, 22:20 Uhr
Das wird eng: Hanna Rösner sieht sich bei der Niederlage ihrer HSG Hungen/Lich gegen Bergen-Enkheim/Bad Vilbel gleich zwei Kontrahentinnen gegenüber. (Friedrich)

Führungswechsel in der Handball-Landesliga der Frauen. Durch den 28:26-Erfolg bei der HSG Anspach/Usingen hat die HSG Wettenberg die Spitzenposition erneut übernommen. Mit dazu beigetragen hat die SG Kleenheim II, die sich bei der HSG Goldstein/Schwanheim ein 25:25-Unentschieden erarbeitet hat. Einen wichtigen Sieg im Tabellenkeller hat die HSG Fernwald bei der FSG Vortaunus eingefahren und bleibt somit weiter im Rennen um den Klassenerhalt. Schlusslicht HSG Hungen/Lich hingegen konnte auch gegen die FSG Bergen-Enkheim/Bad Vilbel keinen Punkt einfahren, unterlag mit 17:28.

FSG Vortaunus – HSG Fernwald 28:29 (16:14): »Das war eines der kuriosesten Spiele, das ich als Coach erlebt habe«, schmunzelte Fernwalds Co-Trainer Michael Trösser. Denn die Technik spielte den Gastgebern mehrmals einen Streich. In der ersten Halbzeit gab es keine Übertragung vom Laptop auf die Hallenuhr, sodass mit vom Tischtennis ausgeborgten Klappkärtchen der Spielstand angezeigt werden musste und die Zeitstrafen per Hand gestoppt wurden. »Es war ein Katastrophe«, sagte Trösser. In der Pause wurde der Fehler behoben, doch es dauerte keine acht Minuten, bis der Trafo zum Laptop durchbrannte und gar nichts mehr funktionierte. Selbst die Klappkärtchen versagten nach mehrmaligen Abstürzen den Dienst und mussten auf dem Boden liegend bedient werden. Die HSG spielte sehr konzentriert, ließ aber bereits im ersten Abschnitt einige Chancen liegen und ging mit einem 10:12-Rückstand in die Kabine. Auch in der zweiten Hälfte schlichen sich immer wieder technische Fehler ein, doch »die Mädels haben bis zum Schluss eine super Moral bewiesen«, lobte Trösser. Vortaunus gelang es immer wieder, mit drei Toren vorzulegen, doch in der 59. Minute traf Verena Grob zum 27:27. 15 Sekunden vor Abpfiff markierte die FSG das 28:28. In der letzten Aktion zog Fernwald einen Siebenmeter, den Simone Walther eiskalt verwandelte. Ein großes Lob ging von Trösser an die beiden Unparteiischen, die in dem ganzen Chaos die Nerven behielten. »Sie haben das sehr umsichtig geleitet«, so Trösser. »Die Krönung war, dass der Heimverein aufgrund der technischen Schwierigkeiten Protest gegen die Wertung eingelegt hat.«

Fernwald: Hahn, Mack; Walther (8/4), Heberlein, Schmied (3/3), Grob (6), Bloch, Schmitt, Schäfer, Bock, Heisiph (1), Zecher (3), Zimmermann (6), Erb (2). – SR: Hegebart/Tepel. – Zu. 50. – Zeitstrafen: 10:4 Min. – Siebenmeter: 4/3:9/7.

HSG Goldstein/Schwanheim – SG Kleenheim II 25:25 (13:15): Kleenheim fand schnell in die Partie, ging in der vierten Minute durch Isabell Schepp mit 2:0 in Führung. Die Taktik von Trainer Ergün Sahin war darauf ausgerichtet, Goldstein keine einfachen Tore zu erlauben. »Wir haben im gesamten Spiel nur vier Gegenstoß-Tore bekommen und gerade auch in der Endphase viele Bälle mit starkem Rückzugsverhalten abgefangen«, lobte Sahin. So konnte sich die SGK zwischenzeitlich auf 11:8 (Therese Blasig) absetzen, ehe es mit einer 15:13-Führung in die Pause ging. Danach erhöhte Kleenheim den Vorsprung sogar auf 17:13 und 21:17, konnte den Sack aber nicht zumachen. »Da hätte ich mir noch viel mehr Ruhe und Zielstrebigkeit gewünscht, um das Ergebnis zu verwalten«, so Sahin. Goldstein/Schwanheim kämpfte sich zurück ins Spiel und glich in der 53. Minute zum 23:23 aus. Zehn Sekunden vor Schluss versuchten die Gastgeber mit dem siebten Feldspieler noch zum Sieg zu gelangen, aber Kleenheim verteidigte souverän den 25:25-Endstand.

Kleenheim II: Altenheimer, Stahl; Engel (1), König, Schulz (5/1), Rink, Schäfer (2), Blasig (6/1), Grygar (1), Fischer (3), Mattheiß (3), Schepp (3), Stephanie Schön (1). – SR: Dobhan/Gübitz. – Zu.: 150. – Zeitstrafen: 4:4 Min. – Siebenmeter: 5/4:4/2.

HSG Hungen/Lich – FSG Bergen-Enkheim/Bad Vilbel 17:28 (9:11): Es setzte die der erwartete Niederlage für die HSG. Dabei sah es bis zum 13:13 von Katharina Kleiß (37.) noch gut aus für die HSG. Man war zwar immer wieder in Rückstand geraten, »aber wir haben kämpferisch gut dagegen gehalten«, lobte Trainer Tobias Weiser. Doch in der Folge traten bei Hungen/Lich die Probleme im Angriffsspiel auf, die Gastgeberinnen haderten vor allem mit der Chancenverwertung. »Dann kam der Einbruch und es ging relativ zügig von 13:13 auf 13:17.« Weiser versuchte den Lauf der Gäste per Auszeit zu stoppen, doch die ließen sich nicht mehr von ihrer Linie abbringen. Das Aufbäumen der HSG blieb aus, und so war das Spiel bereits beim 15:22 (50.) gelaufen.

Hungen/Lich: Heinisch, Jetishi; Schaake, Rösner (4/1), Knoblauch (3), Größer (2), Botha (1), Wallenfels, Kleiß (1), Appel (1), Spieker (2), Bößendörfer, Büthe (3/2). – SR: Weber/Winter. – Zu.: 68. – Zeitstrafen: 2:4 Min. – Siebenmeter: 5/3:6/6.

HSG Anspach/Usingen – HSG Wettenberg 26:28 (12:13): »Das war ein Arbeitssieg«, schnaufte Coach Thomas Schäfer durch. Mit der behäbigen Spielweise der Gastgeberinnen kam seine Mannschaft vor allem in der ersten Hälfte nur schwer zurecht. Mit langen Angriffen nimmt Anspach/Usingen gern jegliches Tempo aus dem Spiel, um dann zuzuschlagen. »Da kamen wir gar nicht so richtig in Tritt«, so Schäfer. Das ergab eine ausgeglichene Partie, in der mal Anspach, mal Wettenberg die Führung innehatte. Nach der Pause gelang es den Gästen beim 17:14 erstmals mit drei Toren in Führung zu gehen. Nach erneutem 20:20-Ausgleich zog Wettenberg auf 24:20 weg, »doch dann haben wir ein paar Bälle unnötig weggeworfen«, monierte Schäfer. »Letztendlich haben wir es nicht geschafft, unser Spiel aufzuziehen.« Dennoch reichte der Vorsprung, um den Auswärtserfolg einzufahren.

Wettenberg: Hohl, Habermehl; Schuldt (8/4), Münch (3), Svenja Pohl (2), Kraft (2), Tafferner (4), Stephan (2), Theresa Pohl (4), Schwab (1), Tröller (1), Till (1), Wingefeld. – SR: Frenzel/Hildebrandt. – Z: 80. – Zeitstrafen: 4:8 Min. – Siebenmeter: 7/5:5/4.

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