01. Mai 2020, 18:42 Uhr

Wann Hüpfen und Springen in der Wohnung erlaubt sind

01. Mai 2020, 18:42 Uhr
Wer sich mit Seilspringen fit halten will, macht das im Mehrfamilienhaus lieber nicht in den Ruhezeiten. FOTO: /DPA-TMN

Der Drill-Instructor brüllt in sein Mikrofon, die Gruppe hüpft im Takt der Musik. Fitness-Fans kennen solche Szenen aus ihren Kursen. Das Problem: Fitness-Studios sind derzeit wegen der Corona-Krise geschlossen. Viele Anbieter stellen stattdessen Trainingsvideos ins Internet. Die Folge: In vielen Mehrfamilienhäusern steigt die Lärmbelastung. Wie kann das Problem gelöst werden?

Grundsätzlich gilt: Es gibt Ruhezeiten, an die sich alle Bewohner eines Hauses halten sollten. In den einzelnen Ländern und Gemeinden können diese sich zwar unterscheiden. Im Allgemeinen kann man aber sagen:

Von 22 Uhr bis 7 Uhr herrscht Nachtruhe.

Zusätzlich gibt es eine Mittagspause von 13 Uhr bis 15 Uhr.

An Samstagen gilt neben der Mittagspause eine Ruhezeit von 19 Uhr bis 8 Uhr.

Sonn- und Feiertage gelten vielerorts als generelle Ruhetage.

»Allerdings sind aufgrund der Ausgangsbeschränkungen jetzt alle mehr zu Hause«, sagt Stefan Kaisers vom Gießener Mieterverein. Das bedeute, dass dadurch auch die Lärmbelastung in Mehrfamilienhäusern insgesamt größer werden könne.

Wer seinen Drang nach Sport ausleben wolle, sollte sich grundsätzlich an die Zeiten halten. »Alle Seiten müssen jetzt toleranter sein.«

Eine Stunde Sport in einer Mietwohnung sollte in der derzeitigen Situation aber in Ordnung sein. »Am besten ist es, Sie sprechen sich mit ihrem Nachbarn ab«, rät man beim Mieterverein. Möglich wäre es zum Beispiel sich auf feste Zeiten zu einigen, an denen das Fitnessprogramm absolviert werden kann.

Allerdings komme es auch darauf an, was für ein Sport ausgeübt werde. Yoga etwa sei nicht so lärmintensiv wie beispielsweise ein Work-out, bei dem viel gesprungen oder auf der Stelle gelaufen wird. Auch Hanteltraining sei nicht so laut für die Nachbarn wie Seilspringen. Tipp: »Man sollte es nicht übertreiben.«

Auch Kinder sind jetzt mehr in der Wohnung als üblich - schließlich sind Kitas und Schulen ebenfalls zu, Spielplätze gesperrt. Ihren Bewegungsdrang können vor allem kleine Kinder kaum kontrollieren. Das Problem für lärmgeplagte Nachbarn: Kinderlärm gilt im Mietrecht als privilegiert. Das heißt: Kinder dürfen laut sein. Allerdings gibt es auch hier durchaus Grenzen: Ball spielen in der Wohnung geht nicht.

Beim Lärm spielt es auch immer eine Rolle, wie hellhörig das Haus insgesamt ist. Je neuer das Gebäude, desto besser ist meist der Lärmschutz. Im Altbau mit Holzdecken sollte man vielleicht nicht so viel hüpfen. Im Zweifel müsse man sein Fitnessprogramm den derzeitigen Umständen anpassen. Und nicht zu vergessen: Man darf ja auch an die frische Luft gehen, um Sport zu machen.

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