14. Mai 2020, 21:23 Uhr

Vorräte anlegen, auf Platzfreigabe warten

Viele Fußballer dürfen wieder auf die Sportplätze, der Trainingsbetrieb ist seit wenigen Tagen möglich - sofern der Platz freigegeben ist. Die heimischen Vereine bereiten sich vor, t un sich mit den Vorgaben aber häufig noch schwer.
14. Mai 2020, 21:23 Uhr

Am Donnerstag letzter Woche kam das grüne Licht aus Wiesbaden - die hessische Landesregierung erlaubte den Fußballvereinen in Hessen wieder den Trainingsbetrieb. Allerdings gelten angesichts der Corona-Pandemie strenge Vorgaben, die auch die Klubs in Mittelhessen vor logistische Probleme stellt.

Um das Infektionsrisiko mit COVID-19 weitgehend reduzieren zu können, sollen die Amateurfußballer zunächst im Kleingruppentraining zurück auf die Plätze starten. Es gilt weiterhin, dabei mindestens einen Abstand von 1,5 Metern, besser noch von zwei Metern und mehr, zu den Mitspielern zu wahren.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat dazu auf seiner Homepage ein Konzeptpapier vorgestellt. Darin heißt es unter anderem beim Punkt »Organisatorische Voraussetzungen: »Es muss sichergestellt sein, dass der Trainingsbetrieb in der lokalen Kommune behördlich gestattet ist. Man muss einen Ansprechpartner (Corona-Beauftragten) für sämtliche Fragen rund um die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes als Koordinator sämtlicher Anliegen und Fragestellungen benennen.«

Dazu gesellen sich beispielsweise noch die Bereitstellung der erforderlichen Desinfektions- und Hygienemittel. Die Vereine im Gießener Kreis stehen damit vor logistischen Herausforderungen.

Beim MTV 1846 Gießen hat man wohlwollend auf die Öffnung des Trainingsbetriebes reagiert, allerdings wird es wohl erst Anfang nächster Woche für die Jugend mit dem ersten Training losgehen. Bis dahin will man die erforderlichen Rahmenbedingungen erfüllt haben.

Das ist auch beim TSV Klein-Linden so. Der hat auf seiner Facebook-Seite darauf hingewiesen, dass es »eine weitere Öffnung von Sportarten (außer Tennis) in dieser Woche daher noch nicht geben wird! In jeder Abteilung des TSV Klein-Linden wird es ab nächster Woche eine(n) Corona-Beauftragte(n) geben als Bindeglied zwischen Abteilung und Vorstand«.

Die »Linneser« haben sich bereits am Wochenende beraten, um den Rahmen abzustecken. »Wir gehen das ganze entspannt an«, sagt Gerhard Kerzmann vom geschäftsführenden Vorstand im TSV. Allerdings stellt Kerzmann klar: »Die Jugend beginnt erst wieder, wenn auch die Schule startet.«

Bereits am vergangenen Freitag hat der TSV Mundschutzmasken, Desinfektionsmittel, Spender usw. besorgt. »Wir gehen davon aus, dass das für 14 Tage reicht«, sagt Kerzmann. Die Kosten der Anschaffungen belaufen sich auf knapp 1000 Euro, ob der Vorrat insgesamt für die Abteilungen reicht, bleibt abzuwarten.

Denn Erfahrungswerte gibt es nicht. Klar ist auch, dass es beim TSV auf dem Sportgelände eine Mundschutzmasken-pflicht gibt. »Die Gesundheit steht über allem«, erklärt Kerzmann abschließend.

Auch beim TSV Lang-Göns ist man in Bewegung, allerdings wartet die Fußball-Abteilung noch auf das Okay der Gemeinde: »Die Plätze sind momentan noch gesperrt, wir warten auf grünes Licht«, sagte Abteilungsleiter Matthias Janke. Der TSV hat auch ein Konzept, was sich an den Vorgaben des Hessischen Fußball-Verbandes anlehnt, erarbeitet, was ebenfalls den zuständigen Behörden vorliegt. »Wenn wir wieder trainieren dürfen, dann fangen wir mit den Senioren an. Sollte das funktionieren, dann würden wir auch die Junioren wieder zum Training bitten«, führt Janke weiter aus.

Stadtverein MTV 1846 Gießen klopft derweil für die Jugendfußballer die Rahmenbedingungen ab. Hans Axt, seines Zeichens Teammanager der D1-Junioren, sagte auf Anfrage dieser Zeitung: »Wir schauen uns die Vorgaben an, um zu sehen, wie wir das umsetzen können, aber vor kommender Woche werden wir nichts anbieten.«

Sein Mitstreiter Thorsten Krick, Trainer der D1-Junioren-Mannschaft, hofft auch, dass die Jugendlichen bald wieder loslegen können - in welchem Rahmen auch immer. »Wir haben den Spielern einige Aufgaben gegeben, die sie zu Hause machen konnten«, sagt der Trainer des Hessenligameisters SC Waldgirmes 2009.

Wie schwer die letzten Wochen für Jugendfußballer waren, hat er am eigenen Leib erfahren - der frühere Stürmer des VfB 1900 Gießen hat zwei Söhne. »Ich versuche, meine eigenen Kinder anzutreiben. Wir haben uns ein Trampolin gekauft, aber nicht jedem fällt es leicht, Abwechslung zu bieten.«

Was eine mögliche Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes beim MTV 1846 Gießen angeht, ist Krick trotz der Einschränkungen optimistisch: »Man muss andere Lösungen finden, es gibt viele Variationsmöglichkeiten.«

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