28. Februar 2020, 12:00 Uhr

Handball

Vor dem Bezirksoberliga-Topspiel gilt: Bloß keine Fehler machen

Ein echtes Topspiel hält die Handball-Bezirksoberliga am Sonntag (17 Uhr) in Dutenhofen bereit. Dennis Agel vom Gastgeber und Marvin Menges (HSG Hungen/Lich) schätzen die Lage ein.
28. Februar 2020, 12:00 Uhr
Marvin Menges (HSG Hungen/Lich) könnte auch am Sonntag im Bezirksoberliga-Schlager in Dutenhofen wieder in die Trickkiste greifen. FOTOS: VOGLER/SEKATSCH

An Spannung kaum zu überbieten ist das Titelrennen in der Handball-Bezirksoberliga, in dem sich noch mindestens fünf Mannschaften Hoffnungen machen können, am Ende ganz oben zu stehen und im nächsten Jahr um Landesliga-Punkte zu spielen. Zur Erinnerung: Der Meister steigt auf, und der Zweite bestreitet Aufstiegsspiele gegen den Zweiten der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt (8. und 10. Mai).

Die HSG Mörlen hat als Sechster 20:14 Punkte auf dem Konto, 24:12 Zähler weist die HSG Dilltal als Fünfter auf. Die Plätze drei und vier bekleiden die zweiten Mannschaften der HSG Wettenberg und der HSG Kleenheim-Langgöns mit jeweils 26:10 Punkten. Die Plätze eins und zwei belegen die HSG Hungen/Lich (30:6 Punkte) und die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen III (29:7). Diese beiden Mannschaften stehen sich am Sonntag (17 Uhr) in der Sporthalle Dutenhofen gegenüber.

Dass diese Partie schon vorentscheidenden Charakter im Titelrennen besitzt, darf angesichts der acht noch zu absolvierenden Spieltage bezweifelt werden. Der Gewinner wird aber mit frischem Wind in das letzte Saisondrittel gehen. Mehr nicht, denn auf alle Mannschaften wartet noch eine Reihe von Spielen. Der Kampf um die Meisterschaft dürfte die Liga auf jeden Fall beleben. Im Vorfeld der Partie am Sonntag haben wir uns mit Dennis Agel (Dutenhofen/Münchholzhausen III) und Marvin Menges von der HSG Hungen/Lich unterhalten. Kreisläufer Agel ist Kapitän und 32 Jahre alt. Fünf Jahre jünger ist Menges, der seit drei Jahren für Hungen/Lich im linken Rückraum spielt.

Was läuft diese Saison richtig gut bei Ihrer Mannschaft, wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf?

Agel: Ich denke, wir haben bislang eine für unsere Verhältnisse sehr gute Saison gespielt. Was sicherlich daran liegt, dass wir uns im Vergleich zur letzten Runde personell kaum verändert haben und demnach eingespielt sind. Im Vergleich zur letzten Saison haben wir eindeutig mehr Durchschlagskraft aus dem Rückraum und spielen unsere Angriffe größtenteils konsequent und geduldig zu Ende. Leider hapert es allerdings noch im Abschluss, weshalb wir uns das Leben oft unnötig schwer machen. Gerade unsere Quote bei den Siebenmetern ist verbesserungswürdig. Auch in der Abwehr fehlt uns hier und da der letzte Biss.

Menges: Wir haben in der Vorbereitung den richtigen Grundstein gelegt. Unser Trainerteam hat uns auf eine neue Spielweise vorbereitet und die richtigen Zugänge für diesen neuen Weg eingebracht. Außerdem haben wir in diesem Jahr einen ausgezeichneten Teamspirit. Jeder kann sich auf seinen Nebenmann verlassen, und jeder kann den anderen ergänzen. Des Weiteren haben wir in diesem Jahr einen breiten Kader, wir haben bereits 22 Spieler eingesetzt. Verbesserungsbedarf sehe ich darin, dass wir noch abgezockter werden können.

Worin sehen Sie die Stärken Ihrer Mannschaft, worin bei Ihrem Gegner?

Agel: Unsere Stärke ist das Spiel über den Kreis, wobei wir insgesamt unser Angriffsspiel verbessert haben. Gerade auch die erste Welle laufen wir ganz gut. Außerdem geben wir uns nie auf und kommen auch bei größeren Rückständen immer zurück. Dies zeigt, dass die Moral stimmt. Hungen/Lich spielt bisher eine richtig starke Saison und steht in meinen Augen auch zu Recht an der Spitze. Die Mannschaft ist auf jeder Position gut besetzt und auch in der Breite gut aufgestellt. Hungen/Lich spielt aus einer guten Abwehr die erste und zweite Welle konsequent zu Ende und ist aktuell das konstanteste Team.

Menges: Wir haben zu einer gewissen Leichtigkeit gefunden. Vor der Saison hätte uns niemand oben erwartet, und es bricht keine Welt zusammen, wenn wir am Ende Fünfter werden. Wir können befreit aufspielen und lassen alles auf uns zukommen. Dutenhofen ist in allen Teilen der Mannschaft erstklassig besetzt. Sie spielen total abgezockt und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Man hat keinen Gegenspieler, den man unterschätzen darf, und muss auf alles gefasst sein. In der zweiten Halbzeit schalten sie sogar noch einen Gang hoch - das ist Wahnsinn.

Was ist Ihrer Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg?

Agel: Wie gesagt, wir sind eine eingespielte Truppe. Wir kommen fast alle aus Dutenhofen und Münchholzhausen, kennen uns und wollen einfach Spaß haben. Wir haben bereits letzte Runde gezeigt, dass wir trotz dünner Personaldecke oben mitspielen können, wenn bei uns jeder 100 Prozent gibt und wir das spielen, was wir können.

Menges: Wir haben im Gegensatz zum Vorjahr einen sehr breiten Kader bekommen, das macht sich alleine schon im Training bemerkbar. Jeder weiß genau, was er während den Trainingseinheiten und dem Spiel zu tun hat. Außerdem sind wir auch außerhalb der Halle ein wirklich verrückter Haufen, und bei uns kommt der Spaß nie zu kurz. Das Umfeld ist für uns auch besonders wichtig. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an alle Verwandten und Zuschauer, Fans und Sponsoren, die uns jede Woche unterstützen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle in der Mannschaft?

Agel: Ich bin Kapitän und kann aufgrund meiner Erfahrung der Mannschaft sicherlich weiterhelfen. Ansonsten versuche ich, den jüngeren Spielern so gut es geht mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und mich entsprechend einzubringen, wenn es notwendig ist.

Menges: Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den jungen Spielern oder Neuzugängen und den »älteren Spielern«. Als Co-Kapitän arbeite ich eng mit Carsten Schäfer (Trainer) und Henning See (»Co«) zusammen und habe sowohl für die Mannschaft als auch für das Trainerteam immer ein offenes Ohr.

Nachdem in den vergangenen Jahren das Aufstiegsrennen auf einen kleinen Kreis beschränkt war, kann sich in diesem Jahr noch eine Handvoll Mannschaften Hoffnung auf den Aufstieg machen. Ist die Bezirksoberliga in der Spitze schwächer oder einfach nur breiter geworden?

Agel: In dieser Saison gibt es eben nicht den einen Favoriten wie in den vergangenen Jahren. Kein Verein hat vor der Saison das Ziel »Aufstieg« ausgegeben oder sich großartig verstärkt. Dies war in den vergangen Jahren, als mit Lumdatal, Heuchelheim oder Friedberg klare Favoriten in der Liga waren, anders. Hieraus resultiert in meinen Augen auch das aktuell spannende Rennen um die Meisterschaft. Diese Saison kann jeder jeden schlagen, und es wird bis zum Ende spannend bleiben. Unterm Strich muss man aber auch sagen, dass die Bezirksoberliga in dieser Saison in der Spitze etwas schwächer ist als in den vergangenen Spielzeiten.

Menges: Meiner Meinung nach ist die Liga stärker geworden. Fast jede Mannschaft konnte sich mit Spielern verstärken, die schon Erfahrungen in höheren Ligen sammeln konnten. Selbst eine Mannschaft, die nicht unter den Top 5 steht, kann jederzeit eine Top-Mannschaft schlagen.

Jede Mannschaft aus der Spitzengruppe hat noch eine Reihe schwerer Aufgaben vor sich. Wer macht das Rennen in der Bezirksoberliga?

Agel: Am Ende glaube ich, dass Hungen/Lich das Rennen machen wird und nächstes Jahr in der Landesliga Mitte auf Torejagd gehen darf.

Menges: Das Zeug zum Aufstieg haben meiner Meinung nach Dilltal, Wettenberg II, Kleenheim-Langgöns II und Dutenhofen/Münchholzhausen III. Kleenheim hat stark nachgerüstet, und Dilltal kann zu Hause jeden schlagen. Ich glaube aber, dass Dutenhofen und Wettenberg das Rennen unter sich ausmachen.

Was wird am Sonntag den Ausschlag geben?

Agel: Das Spiel am Sonntag kann nur über die Abwehrreihen und eine gute Torhüterleistung entschieden werden. Die Mannschaft, die die eigene Fehlerzahl gering hält und es schafft, den Gegner durch eine gute Abwehrarbeit eben zu diesen Fehlern zu zwingen, wird gewinnen.

Menges: Es gewinnt die Mannschaft, der weniger technische Fehler unterlaufen. Wir haben diesmal keinen Heimvorteil, und im Hinspiel sind uns fast keine Fehler unterlaufen. Trotzdem haben wir Dutenhofen nur knapp geschlagen. Für uns wird es ein schweres Spiel, da wir den Schlüssel finden müssen, das gegnerische Abwehrbollwerk zu überwinden. Dann stehen da noch zwei bärenstarke Torhüter.

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