20. September 2019, 21:17 Uhr

Landesklasse West

Viel Gedränge im Keller erwartet

20. September 2019, 21:17 Uhr

SSG Hungen/Lich gegen Schachjugend Herborn und FC Bierstadt gegen Sfr. Wieseck heißen aus mittelhessischer Sicht die beiden Auftaktbegegnungen der Landesklasse West, in der am Sonntag die Punktspielsaison eingeläutet wird. Vergleicht man die Liga mit einem Gebäude, so hätte es ein nur schmal konzipiertes Dach und viele Kellerräume. Den Blick vom Dachgiebelfenster aus nach oben dürften nur Top-Favorit SV Wiesbaden II (DWZ-Schnitt 1979) und eventuell Verbandsliga-Absteiger Turm Idstein (DWZ-Schnitt: 1925) wagen. Alle übrigen Teams der zehn Mannschaften umfassenden Klasse richten den Blick eher nach unten.

SSG Hungen/Lich: Der amtierende Vizemeister ist in der abgelaufenen Saison über sich hinausgewachsen und hatte sich als Schlusslicht der DWZ-Rangliste mit der phänomenalen Ausbeute von 13:5 Mannschaftspunkten auf Platz zwei der Abschlusstabelle katapultiert. Hochmotiviert und auf die Sekunde eröffnungstheoretisch topfit vorbereitet präsentierte sich der SSG-Achter, der dabei 70 (!) von 72 Partien in der gemeldeten Besetzung bestritt. Ein heute geradezu einmaliger Wert in einer überregionalen Klasse.

Kurz vor Ablauf der Wechselperiode konnte SSG-Manager Klaus Jakob mit Gerhard Orwatsch (vom SK 1858 Gießen II) einen Rückkehrer für das dritte Brett gewinnen. Der in Butzbach ansässige Senior war bereits zur Jahrtausendwende kurzzeitig für die SSG am Brett. Er wird den früheren Mannschaftsführer Björn Stiller ersetzen, der nach einer persönlichen Seuchen-Saison (0,5/8) in die zweite Mannschaft abwandert. Ansonsten bleibt die Truppe unverändert. Bei aller Euphorie dürfte es aber schwer werden, das Resultat der Vorsaison zu wiederholen. Als nun Fünfter der DWZ-Rangliste wird Hungen/Lich in dieser Saison von der Konkurrenz ernst genommen.

Mit Herborn und dem schwer zu bezwingenden Erstbrettspieler Florian Hahn (DWZ 2045) stellt sich morgen ab 14 Uhr im Kulturzentrum Alte Schule Hungen ein von der Papierform her leicht favorisierter Kontrahent in den Weg. Während die SSG trotz Ausnahmespieler FM Gerd Euler (DWZ 2215) und dessen Brettnachbar Joachim Lehwalder - beide hatten im Vorjahr mit der Punktausbeute von 7,0/9 eine tiefe Schneise in die Schwerfiguren der Kontrahenten gegraben - »lediglich« einen DWZ-Schnitt von 1854 auf die Waage bringt, liegt der Rating-Wert der Gäste um knapp 50 Punkte höher. Als Favorit hatte Herborn allerdings auch in der Vorsaison vor der Hungener Alten Schule geparkt - um mit einer 2:6-Packung auf die Heimreise geschickt zu werden. Gerhard Orwatsch, Christoph Soppa, Rene Gabel, Manuel Hölß, Michael Ranft und Marco Hofmann ergänzen die SSG-Aufstellung.

Sfr. Wieseck: Wie bereits angedeutet ist in der ausgeglichenen Liga außer Wiesbaden und Idstein jedes Team potenziell gefährdet. Da es in der Regel drei bis vier Absteiger gibt, mussten auch die Wiesecker in der abgelaufenen Spielzeit trotz Rang vier bis zum letzten Spieltag zittern. Der siebtplatzierte SK Marburg III (9:9) hatte bei ausgeglichenem Punktekonto bereits der Liga entsagt und blieb der Landesklasse nur deswegen erhalten, weil der SK Kassel auf seinen Verbandsligaplatz verzichtete und dadurch eine Etage tiefer ein Plätzchen frei wurde.

Mit herausragenden Einzelergebnissen konnte kein Wiesecker Stammspieler aufwarten. Extrem abgefallen ist allerdings auch niemand, sodass Teamchef Andreas Muth, der weiterhin das Spitzenbrett besetzt, keinen Grund sah, an der Personalschraube zu drehen. Kurz nachgedacht werden musste nur, ob Platzhirsch Helmut Waldrich (DWZ 1741) oder dem annähernd ratinggleichen Martin Fügert (DWZ 1745) das achte Brett zuerkannt wird. Das Rennen machte Waldrich. Ebenfalls im Kader sind Markus Schachl, Klaus Henzelmann, Klaus Wüst, Steffen Reichmann, Heinrich Repp und Matthias Leinweber.

Ansonsten bleibt in Wieseck der Konkurrenzkampf überschaubar. Anders gesagt: In einem Verein, der über weniger als 20 Aktive mit gültigem Spielerpass verfügt, stellen sich die gemeldeten beiden Mannschaften (Wieseck II agiert in der Bezirksliga) quasi von selber auf. Umso mehr schmerzt es, dass mit Helmut Wiegand der langjährige Edelreservist zum Nord-Landesligisten SV Alsfeld abgewandert ist.

Der Spielplan hat dem Gießener Vorortverein das Auftaktspiel beim Neuling FC Bierstadt beschert. Klingt nach Hartplatz und Frischgezapftem, tatsächlich verbirgt sich hinter der erst vor sechs Jahren gegründeten Schachabteilung des FC aber der Verein mit der besten Nachwuchsarbeit im Großraum Wiesbaden. Neben dem hessenligaerfahrenen Altmeister Mertens bilden mit Marcel Knödler (DWZ 1891), Julius Viol (DWZ 1824) und Luca Schneider (DWZ 1574) drei 17-Jährige das Gerippe der Mannschaft. Laut DWZ-Rangliste stellt der Landesklassen-Debütant das schwächste Team der Liga. Gerade solche Gegner haben sich jedoch für Wieseck häufig als hohe Hürde erwiesen.

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