26. Oktober 2017, 20:23 Uhr

SG Kleenheim

Verfolger auf Distanz halten Trainer Wohlrab hört am Saisonende auf

26. Oktober 2017, 20:23 Uhr
Am Saisonende ist nach fünf Jahren Schluss für Trainer Johannes Wohlrab beim Handball-Oberligisten SG Kleenheim. Am Sonntag soll die Tabellenführung gegen die TSG Münster verteidigt werden. (Foto: ras)

Ein Blick auf die Tabelle der Handball-Oberliga Männer zeigt: Mittelhessen vorn. Das betrifft allerdings nicht alle heimische Mannschaften dieser Klasse. Mit 8:2 Punkten bekleidet die SG Kleenheim den Platz auf dem Tabellenthron, Rang zwei hat bei gleicher Punktzahl die HSG Wetzlar U 23 inne. Beide Teams genießen am bevorstehenden Wochenende Heimrecht und besitzen so die Chance, die Konkurrenz auf Distanz zu halten. So hat der Wetzlarer Bundesliga-Nachwuchs den Tabellenletzten Hünfelder SV zu Gast. Unwesentlich besser steht die TSG Münster da, die am Sonntag bei der SG Kleenheim auflaufen wird und sicherlich nicht nur nach dem aktuellen Tabellenstand gemessen werden darf.

HSG Wetzlar U 23 – Hünfelder SV (Sa., 19.30 Uhr/Münchholzhausen): Das Schlusslicht kommt. Und darin sieht HSG-Trainer Andreas Klimpke auch mehrere Gefahren: einerseits, dass »sich die Hünfelder sehr teuer verkaufen werden«, und andererseits, dass der Gast ein wenig unterschätzt wird. »Da spielt sich viel im Kopf ab«, weiß er und fordert von seiner Mannschaft, »von Beginn an präsent zu sein«. Wichtig für den Ausgang der Partie wird sein, ob es der HSG gelingen wird, »Lösungen für die 3:2:1-Deckung der Hünfelder« zu finden. Allerdings haben die Wetzlarer nicht umsonst acht Punkte eingefahren, und das, obwohl immer wieder Ausfälle dafür sorgten, dass die Mannschaft ständig verändert werden musste. In dieser Hinsicht allerdings ist Besserung in Sicht. »Bis auf Tim Weber stehen alle Mann zur Verfügung«, berichtet Andreas Klimpke, der sich natürlich über das bisherige Abschneiden seiner Mannschaft freut. Gegen den Hünfelder SV kann der Wetzlarer Bundesliga-Nachwuchs nahezu in Bestbesetzung antreten

ESG Gensungen/Felsberg – HSG Wettenberg (Sa., 19.30 Uhr/Kreissporthalle Gensungen): »Unser Ziel in Gensungen wird es sein, die Stabilität zu erhöhen«, wünscht sich Wettenbergs Trainer Axel Spandau, der schon recht, aber eben nicht uneingeschränkt zufrieden mit den Auftritten seiner Mannschaft in den ersten Saisonspielen ist: »Wir haben einen guten Level, aber nur 20 Minuten pro Halbzeit, was nichts mit konditioneller Problematik zu tun hat, eher mit taktischer Disziplin.« Einige HSG-Spieler sind leicht angeschlagen, dennoch wird nach Mitteilung Spandaus Wettenberg voraussichtlich mit dem gleichen Kader wie gegen Bürgel in der »Hölle Nord« antreten. Als Hauptakteure im Spiel der Nordhessen bezeichnet Spandau die Rückraumreihe mit Franco Rossel, Benedikt Hütt und Cornelius Feuring sowie Kreisläufer Christopher Koch. Außerdem fordert der HSG-Coach, dass seine Mannschaft das »Gensunger Tempospiel in den Griff bekommt«. Gelingt das, könnte auch die »Hölle Nord« ihren Schrecken verlieren.

SG Kleenheim – TSG Münster (So., 18 Uhr/Oberkleen): Nach fünf Spielen zieht Johannes Wohlrab eine erste Bilanz, und die fällt beim Trainer des Tabellenführers durchweg positiv aus: »Ich bin ... sehr zufrieden und vor allen Dingen von der Moral meiner Mannschaft sehr begeistert. Die letzten zwei Wochen waren nicht einfach für unsere Mannschaft, aber wir haben uns als Team präsentiert und waren füreinander da.« Am Sonntag kommt mit der TSG Münster eine Mannschaft nach Oberkleen, die nicht ganz so gut aus den Startlöchern gekommen ist und bei 3:7 Punkten den elften Platz bekleidet. Das ist allerdings kein Grund, den Gast auf die leichte Schulter zu nehmen, daher fordert Wohlrab: »Es wird jetzt ganz wichtig sein, dass wir unser Teamgefühl weiter stärken und konzentriert bleiben.« Konkret: »Mit Münster kommt eine Mannschaft zu uns, die mit Bastian Schwarz auf Rückraum rechts einen brandgefährlichen Shooter in ihren Reihen hat. Es wird wichtig sein, seine Handlungsräume einzuschränken und eine kompakte Deckung dagegen zu stellen. Wir wollen wieder unser Tempospiel zur Geltung bringen und viele einfache Tore erzielen.« Bei Kleenheim stehen Cedrick Kollmann, Torben Weinandt und Marc Weller weiter auf der Ausfallliste, dafür kann Jörg Müller wieder mitwirken.

TSG Offenbach-Bürgel – HSG Pohlheim (So., 18 Uhr/Eso-Sportfabrik): Das wird kein Spaziergang. »Die Offenbacher sind sehr heimstark«, weiß Pohlheims Trainer Jens Dapper. Und gerade nach der Niederlage am vergangenen Wochenende in Wettenberg möchte Bürgel in die Erfolgsspur und die unmittelbare Spitzengruppe zurückkehren. Ein besonderes Augenmerk verdienen die Bürgeler Markus Wagenknecht, der in Launsbach zehn Treffer erzielte, Lars Kretschmann und auch Nils Lenort. Für die Pohlheimer ist es wichtig, sich auf die Deckungsvarianten der TSG einzustellen, die während der Partie von 6:0 auf 3:2:1 wechseln kann. Bei der HSG wirken Max Rühl und Thimo Wagner wieder mit. »Wir sind dadurch deutlich stärker und besitzen mehr Qualität«, freut sich der Pohlheimer Coach. Allerdings stehen Lucas Kammer, Jonas Schuster und möglicherweise auch Waldemar Sayler nicht zur Verfügung.

Rot-Weiß Babenhausen – TV Hüttenberg U 23 (So., 18 Uhr/Joachim-Schumann-Schule): Weniger die Niederlage vor einer Woche gegen die SG Kleenheim bedeuteten für die junge Hüttenberger Garde einen Rückschlag, sondern eher die Ausfälle, die TVH-Trainer Alois Mráz dazu zwingen, Umstellungen vorzunehmen. Nun hat es auch Julius Thrun erwischt, der als Linksaußen eingesetzt werden und im Rückraum alle Positionen besetzen kann. Diagnose: Kreuzbandriss. Er wird seiner Mannschaft über einen längeren Zeitraum fehlen. Möglicherweise wird auch Jonas Cremers in Babenhausen nicht dabei sein, der mit dem Fuß umgeknickt ist. »Darunter leidet die Stabilität«, befürchtet Mráz nach den neuerlichen Ausfällen. Und gerade in Babenhausen müssen die Gäste dagegenhalten. Immerhin: Sasa Cosic und Evgenij Chalepo werden in Südhessen auch wieder dabei sein. Um Lücken im Aufgebot zu füllen, wird der Coach Anleihen bei der Bundesliga-Jugend aufnehmen, die am Samstag in Gelnhausen anzutreten hat.

»Ich werde mein Traineramt der ersten Männermannschaft nach der Saison niederlegen«, teilte Wohlrab diese Woche mit. »Die Gründe dafür sind vielseitig«, so das 31-jährige Niederkleener Eigengewächs.

Wohlrab betrachtet das Fünf-Jahres-Projekt von Trainer und Verein im kommenden Sommer als beendet. Dabei handelt es sich um eine Verzahnung der Aktivenmannschaften mit der A-Jugend, was Spielphilosophie, Systeme und Teamgeist anbelangt. Die klar formulierte Zielsetzung lag darin, »die eigenen Jugendspieler nach ihren Möglichkeiten und Grenzen bestmöglich weiterzuentwickeln und an die Oberligamannschaft heranzuführen«, erläutert Wohlrab, was u. a. mit Yannik Woiwod, Cedrick Kollmann und Jonas Friedrich auch gelungen sei. Desweiteren gab es die Zielsetzung, die zweite Männermannschaft wieder zurück in die Bezirksoberliga zu führen und die erste Mannschaft in der Spitzengruppe der Oberliga zu halten.

»Die Chancen, diese Ziele zu erreichen, stehen nicht schlecht«, so der scheidende Kleenheimer Trainer. Dennoch endet das Projekt nach der Saison, für Wohlrab müssen neue Zielsetzungen her. »Bei der SG Kleenheim ist das aktuell schwer möglich.«

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