Es war allen Protagonisten des FC Gießen anzumerken, wie groß die Last war, die von ihren Schultern gefallen ist, und wenn es auch nur für ein paar Tage oder Wochen sein mag. Geschäftsführer Markus Haupt machte keinen Hehl daraus, dass der Einzug ins Hessenpokal-Halbfinale - sowohl emotional als auch finanziell - »extrem wichtig« war. »Für die Mannschaft, für die Verantwortlichen, für das Umfeld und für die Sponsoren war es wichtig. Und auch für potenzielle Investoren war es ein Zeichen«, sagte Haupt, der interimsweise die Geschicke beim Fußball-Regionalligisten leitet, der den Spielbetrieb im kommenden Jahr in eine noch zu gründende Kapitalgesellschaft auslagern will. Dass die Partie gegen die Offenbacher noch im alten Jahr durchgeführt wurde, sei aber ausdrücklich Verbandsvorgabe gewesen und nicht der alleinige Wunsch des FC.

Mit den Einnahmen aus dem Pokalspiel können die in finanzielle Schieflage geratenen Gießener kurz Luft holen. Wie Matthias Bausch, Spielleiter des Hessenpokal-Wettbewerbs, verriet, gehen von den Zuschauereinnahmen die Kosten für die Schiedsrichter, die Anfahrt des Gegners und den Platzaufbau ab. Den Rest teilen sich die beiden Vereine.

Steinbach nächster Gegner

Für die Offenbacher Kickers ist das Pokal-Aus vor allem sportlich enttäuschend. Da auch in der Regionalliga nur Platz zehn zu Buche steht, mit dem man weit hinter den Ansprüchen liegt, hatten Verantwortliche und Fans große Erwartungen in den Pokal-Wettbewerb gesetzt. Die wurden nun enttäuscht. Noch schlimmer: 2020 jährt sich beim OFC zum 50. Mal der Gewinn des DFB-Pokals, den die Kickers 1970 gewonnen hatten - damals als Zweitligist. Deswegen sollte in der kommenden Saison unbedingt der Einzug in den bundesweiten Wettbewerb gelingen. Jetzt muss man sich erst mal neue Ziele setzen.

In Gießen lebt dagegen der Traum vom lukrativen DFB-Pokal, den man in der Vorsaison leichtfertig verspielt hatte. Im Halbfinale am 4. März treffen die Lahnstädter nun auf den TSV Steinbach Haiger, der als Regionalliga-Dritter deutlich favorisiert sein dürfte. Den zweiten Finalteilnehmer ermitteln Eintracht Stadtallendorf und der FSV Frankfurt.

Ob der FC Gießen mit verändertem Gesicht ins neue Jahr startet, bleibt derweil abzuwarten. Zu personellen Angelegenheiten (Zu- oder Abgänge) in der Winterpause wollte Haupt am Sonntag noch nichts sagen.

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