19. Mai 2020, 22:02 Uhr

Unklarheit in der Regionalliga - Kassel erwägt Klage

19. Mai 2020, 22:02 Uhr

Für den KSV Hessen Kassel gibt es in diesen Tagen nur ein bestimmendes Thema: den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga Südwest. Der aktuelle Tabellenzweite der Hessenliga erwägt zur Not rechtliche Schritte, um sich in die vierte deutsche Liga einzuklagen, denn die Nordhessen könnten bei einem Saisonabbruch mit Auf- aber ohne Abstieg und der Nichtberücksichtigung der Relegationsplätze in die Röhre schauen. »Wir haben sportlich ein Drittel Aufstiegsrecht erworben«, sagte Aufsichtsrat und Rechtsanwalt Dr. Fritz Westhelle dieser Tage in einem Interview mit der »Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen« (HNA). Vorstand Jens Rose fordert »das, was uns sportlich zusteht: Wir steigen in die Regionalliga auf.

Grund genug, einen Blick auf die Spielklasse zu werfen. Fragen und Antworten:

? Wie ist der Aufstieg in die Regionalliga Südwest geregelt, wenn es keine Corona-Pandemie gegeben hätte?

Zunächst würden die drei Meister aus der Hessenliga, der Oberliga Baden-Württemberg und der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar direkt aufsteigen. Das sind derzeit der TSV Eintracht Stadtallendorf, der VfB Stuttgart II und der TSV Schott Mainz. Die jeweiligen Zweitplatzierten würden in einer Dreier-Aufstiegsrunde mit jeweils einem Heim- und einem Auswärtsspiel einen weiteren Aufsteiger ausspielen. Dort rangieren aktuell der KSV Hessen Kassel, der 1. Göppinger SV und der 1. FC Kaiserslautern II. Da die erste Mannschaft der Pfälzer aber in der 3. Liga spielt, darf die Reserve nicht aufsteigen. Auch dem Drittplatzierten der Oberliga Rheinland-Pfalz Saar, SV Elversberg II, ist es nicht gestattet, gemeinsam mit der ersten Mannschaft in einer Liga anzutreten. Damit hätte die TuS Koblenz das Recht, an der Aufstiegsrunde teilzunehmen.

? Wie würde es regulär mit dem Abstieg aus der Regionalliga Südwest aussehen?

Zunächst gibt es drei feste Abstiegsplätze, die aktuell Pirmasens, Balingen und Rot-Weiß Koblenz belegen. Diese Zahl kann allerdings anwachsen - je nachdem, wie viele Mannschaften aus der 3. Liga absteigen und dann geografisch das Recht haben, in der Regionalliga Südwest zu starten. Da die SG Sonnenhof Großaspach zwölf Punkte vom rettenden Ufer entfernt ist, und auch der 1. FC Kaiserslautern nur knapp über dem Strich steht, wäre es wahrscheinlich, dass mehr als drei Teams aus der Regionalliga Südwest absteigen müssten.

? Ist eine Tendenz absehbar, wie es in der vierthöchsten Klasse weitergeht?

Nein, auch die Regionalliga muss warten. Geschäftsführer Sascha Döther drückt es so aus: »Wie alle anderen hängen wir in der Luft.« Klarheit soll ein außerordentlicher Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am kommenden Montag bringen. Dort soll beschlossen werden, wie und ob die Spielzeit fortgesetzt wird.

? Wird dann auch über Auf- und Abstieg entschieden?

Ganz so einfach ist es nicht. Zum Beispiel liegt ein Antrag vor, darüber zu entscheiden, ob die 3. Liga ab der nächsten Saison zweigleisig sein soll. Würde dem zugestimmt, erhöht sich die Zahl der Aufsteiger aus und damit auch die Zahl der Aufsteiger in die Regionalliga. Sobald eine Entscheidung getroffen ist, kommen die Gremien der Regionalliga zusammen und beraten das weitere Vorgehen.

? Mit welchen Schwierigkeiten hat die Liga noch zu kämpfen?

Die Regionalliga Südwest umfasst sieben Landesverbände, alle sind stimmberechtigt. Da ist es nicht einfach, die eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden. Darüber hinaus geht es um fünf Bundesländer, und in jedem gibt es andere Abstands- und Hygienevorgaben wegen der Corona-Pandemie.

? Haben die einzelnen Regionalliga-Staffeln die Möglichkeit, Einfluss auf Corona-Bestimmungen zu nehmen?

Nein, genauso wenig wie die Landesverbände. Sämtliche Vorgaben sind Sache der Politik. Sie bestimmt das Vorgehen, und die Verbände müssen die Verordnungen umsetzen. Für alle fünf Regionalliga-Staffeln, das heißt Nord, Nordost, West, Bayern und eben Südwest, gilt grundsätzlich: Das Hygienekonzept der beiden höchsten Spielklassen ist in der Regionalliga nicht umsetzbar.

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