10. Oktober 2020, 12:00 Uhr

Handball 3. LIGA

Und plötzlich 3. Liga

Die HSG Lumdatal ist sensationell von der Landesliga der Frauen in die 3. Liga durchmarschiert. Die Gilbert/Köhler-Schützlinge bezeichnen die Saison 2020/21 als »Abenteuer«.
10. Oktober 2020, 12:00 Uhr
Aufsteiger HSG Lumdatal vor der Premieren-Saison in der 3. Handball-Liga der Frauen. FOTO: HSG

Zwei unfassbare Jahre liegen hinter dem Lumdataler Team, denn nach dem verlustpunktfreien Aufstieg aus der Landesliga Mitte war die Oberliga Hessen für das Team des Trainergespannes Michael Gilbert und Marcel Köhler praktisch nur eine Durchgangsstation. Nachdem die HSG zum Meister erklärt wurde und das Aufstiegsrecht zugesprochen bekam, sammelte das Team in Eigenregie einen stattlichen Betrag, um sich selbst das »Abenteuer 3. Liga« zu ermöglichen. Und genauso geht der Neuling die neue Herausforderung auch an. »Wir gehen ohne ein sportliches Ziel in die Saison, denn wir wissen natürlich, welche Mannschaften auf uns warten. Unser Ziel ist es, diese tollen Erfahrungen zu ermöglichen, Spaß zu haben, aber dennoch in jedem Spiel unser Bestes zu geben«, berichtet Köhler.

Mit einem Heimspiel startet die HSG Lumdatal am 18. Oktober in das »Abenteuer 3. Frauenhandball-Liga«. Doch schwieriger könnte der Auftakt in die neue Klasse für die Mannschaft von Michael Gilbert und Marcel Köhler kaum ausfallen, stellt sich um 17 Uhr mit Germania Fritzlar doch der amtierende Vizemeister in der Londorfer Lumdatalhalle vor. Und dieser hat mit dem ehemaligen Kleenheimer Trainer Constantin Lazar »Lucky« Cojocar einen alten Bekannten in der mittelhessischen Regionen »im Gepäck«.

Mit der Vorbereitung zeigt sich der HSG-Coach weitestgehend zufrieden, die Coronakrise stellte natürlich besondere Anforderungen an die Trainingsarbeit. »Zunächst konnte ja nur in Zehner-Gruppen trainiert werden, in den Sommerferien war dann teilweise die Halle noch zu, aber wir konnten unser Programm gut durchziehen. Ein Vorteil war, dass sich die Damen in Eigenregie fit gehalten und viel selbst gemacht haben, sodass wir uns dann wirklich auf das Training mit Ball konzentrieren konnten. Der war immer dabei«, beschreibt Köhler.

Die schwierigste Umstellung von der Ober- zur 3. Liga ist das Harz, das der Aufsteiger in den hessischen Klassen bislang noch nicht benutzen durfte. »Anfangs flogen da die Bälle kreuz und quer, mittlerweile sieht das aber schon deutlich besser aus«, berichtet Köhler mit einem Augenzwinkern. »Vor allem wird es für uns in der Saison aber darauf ankommen, den Spaß nicht zu verlieren, wenn Niederlagen kommen. Aber wir haben zumindest keinen Druck und können die Spiele daher auch so angehen.«

Die Lumdatalerinnen konnten ihren Kader zwar mit Landesliga- und Bezirksoberliga-erfahrenen Spielerinnen verstärken, dem gegenüber stehen aber der berufliche Abgang von Pia Cybulski sowie das Karriereende von Anna Hilbrich und Selina Sauer. Da zudem Katha Smajek und Torhüterin Julia Olemotz wegen eines Kreuzbandrisses noch monatelang fehlen werden, musste die HSG aber auch einiges an Qualitätsverlust verkraften.

Auf die Vakanz im Tor reagierte der Verein mit der Verpflichtung von Stefanie Schütz (zuletzt TG Friedberg), die vor einigen Jahren auch schon mal für die Kleenheimerinnen zwischen den Pfosten stand und nun mit Ela Schuster das Torhüterinnen-Duo bildet. »Steffi ist sportlich wie menschlich ein Gewinn für uns und wird uns auf jeden Fall weiterhelfen. Auch die anderen Neuzugänge haben gut in die Mannschaft hineingefunden und sich eingegliedert. Allerdings wird es Geduld brauchen, bis sich alles gefunden hat. Der Vorteil der letzten Jahre war ja, dass wir praktisch keine Wechsel hatten und total eingespielt waren. Das hat sich in diesem Jahr natürlich geändert«, beschreibt Lumdatals Trainer.

Nach dem Auftakt gegen Fritzlar muss der Liga-Neuling dann die hessischen Landesgrenzen auch zum ersten Auswärtsspiel in der neuen Klasse nicht verlassen, geht es am zweiten Spieltag doch zum Vorjahresdritten HSG Gedern/Nidda. Nach einem weiteren Heimspiel gegen den Vierten SC Markranstädt steht dann für die Gilbert/Köhler-Truppe die erste lange Auswärtsfahrt dann erst Mitte November an, wenn es in den Freistaat Sachsen zum HV Chemnitz geht. Auch wenn sich die HSG Lumdatal als Überraschungsmeister und Aufsteiger frei von sportlichen Zielen macht, so geht der Neuling die Partien dennoch nicht ambitionslos an. »Wir wollen Erfahrungen sammeln, uns im Laufe der Saison steigern und auch zeigen, dass wir in Spielen Punkte auch holen können. Das muss schon das Ziel sein. Aber ich denke, dass wir uns auf jeden Fall weiter entwickeln werden und haben dafür das meiste Potential«, glaubt Lumdatals Coach.

Liga im Wettstreit. Beide Teams setzen auf ihre Regionalität, große »Stareinkäufe« gibt es auf dieser Klubebene schon lange nicht mehr.

Aufwendig werden die zeit- intensiven Auswärtsaufritte in Chemnitz, Markranstädt oder Halle-Neustadt. Zum Vorteil gereichen dürfte die Staffelstärke von nur zwölf Teams, die die Spielzeit im Gegensatz zu vielen anderen terminlich überschaubar macht.

Sowohl für die HSG Kleenheim-Langgöns als auch für die HSG Lumdatal ist allein der Klassenerhalt das Ziel. Als Titelanwärter gelten unberechenbare Erst- und Zweitliga-Reserven wie Thüringer HC und Union Halle Neustadt sowie die TSG Bretzenheim und die TSG Eddersheim.

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