15. Oktober 2020, 22:36 Uhr

Handball

Torhüter Ivanisevic hält Wetzlarer Sieg fest

Tibor Ivanisevic ist mit drei gehaltenen Siebenmeter der Vater des 22:20-Erfolg der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga beim Bergischen HC.
15. Oktober 2020, 22:36 Uhr
Auswärtssieg! Olle Forsell-Schefvert (links) und die HSG Wetzlar behaupten sich auch beim bislang verlustpunktfreien Bergisceh HC. Gastgeber-Akteur Max Darj (rechts) bedrägnt den Schweden der Mittelhessen beim 20:22. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Nach einer dramatischen Schlussphase sicherte sich die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga beim Bergischen HC einen verdienten 22:20 (13:13)-Sieg und findet sich nach vier Spieltagen mit 6:2 Punkten vorläufig auf dem vierten Tabellenplatz wieder.

Nach einem Doppelpack von Emil Mellegard lagen die Grün-Weißen in der 53. Minute augenscheinlich sicher mit 21:16 vorne. Doch BHC-Coach Sebastian Hinze ordnete in seiner Auszeit für die letzten Minuten eine offene Manndeckung an, die die Wetzlarer doch noch in die Bredouille brachte.

Drei HSG-Ballverluste und einen Fehlwurf später hatte die Spielgemeinschaft aus Solingen und Wuppertal in der 59. Minute durch Maciej Majdzinski den 20:21-Anschlusstreffer erzielt und war drauf und dran, die Partie endgültig zu drehen.

Doch dem bei Siebenmetern überragenden Tibor Ivanisevic, der drei von vier Strafwürfen, einen in der letzten Minute, parierte, und Emil Mellegard hatten es die Wetzlarer zu verdanken, dass sie auch den Bergischen Löwen die Punkte abknöpften. »Das waren zwei sehr wichtige Zähler. Am Ende wurde es ja leider noch ein bisschen spannend«, schmunzelte Till Klimpke nach dem Spiel im Interview bei Sky.

Die Gastgeber versuchten von Beginn an vermehrt über die erste und zweite Welle zu Torerfolgen zu kommen, um nicht gegen die Wetzlarer 6:0-Abwehr anrennen zu müssen. Das gelang einige Male, weil Christopher Rudek im Tor der Bergischen Löwen einen guten Tag erwischte. In der ersten Halbzeit nahm er der HSG sieben Bälle weg, darunter zwei Siebenmeter vom sonst so sicheren Maximilian Holst. Eine Parade von HSG-Keeper Till Klimpke und einen technischen Fehler des BHC nutzten die Gäste, um in der 18. Minute nach dem Treffer von Philip Henningsson erstmals mit zwei Toren (10:8) in Führung zu gehen. Bis zum 12:10 sieben Minuten später waren es die Torhüter, die ihren Vorderleuten entweder den Rücken freihielten oder dafür sorgten, dass der Rückstand nicht weiter anwuchs. Wetzlars Kreisläufer Patrick Gempp kam in der 25. Minute beim 12:10 zu seinem ersten Bundesligator, ehe es mit einem 13:13-Unentschieden in die Pause ging.

Die HSG kam besser aus der Kabine, legte in der 35. Minute durch Stefan Cavor auf 17:15 vor. Bis zum 20:16 vom für Maximilian Holst eingewechselten Emil Mellegard dauert es dann aber eine Viertelstunde, in der beide Mannschaften eher mit technischen Fehlern und Fehlwürfen glänzen. Einzig die Torhüter konnten sich in dieser Phase auf beiden Seiten in Szene setzen.

»Klimpke nimmt viel aus dem Rückraum weg, wir kommen in keine guten Situationen im Positionsangriff«, analysierte Hinze im Nachgang bei Sky, »unser Tempospiel funktionierte nicht. Ich glaube, uns hat heute so ein bisschen der Mut gefehlt. Jeder hatte ein bisschen Schiss davor, den nächsten Fehler zu machen.«

Die Wetzlarer machten ihrerseits zwar auch etliche technische Fehler, hatten am Ende aber das Glück des Tüchtigen. Dem 21:16 von Mellegard gingen ein vergebener Siebenmeter und ein technischer Fehler von Kristian Björnsen plus eine Zeitstrafe von BHC-Kreisläufer Max Darj voraus, die zumindest einen Sechs-Tore-Vorsprung hätten bedeuten können.

Dann folgte die Schlussphase, zu der Hinze sagte: »Wir haben uns mit der offensiven Manndeckung ran gekämpft. Klar, können wir das am Ende drehen, aber in der Summe machen wir vorher zu viele Fehler.«

Wetzlars Keeper Klimpke lobte erneut seine Vorderleute: »Wir spielen die ganze zweite Halbzeit eine überragende Abwehr. Mit der offenen Manndeckung brechen sie uns so ein bisschen das Genick. Wir mussten uns den Sieg erkämpfen und Tibor hat dann das Spiel gewonnen. Der Siebenmeter am Ende war dann auch der wichtigste.«

Bergischer HC: Rudek, Mrkva; Darj (3), Gunnarsson (2/1), Majdzinski (2), Fontaine, Fraatz, Babak (2), Szücs (1), Damm, Gotbrod (4), Johannsson, Nikolaisen (3), Boomhouwer (3/1), Stutzke, Schmidt.

Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Srsen, Henningsson (1), Björnsen (4), Mirkulovski (1), Weissgerber, Holst (3/2), Fredriksen (1), Forsell Schefvert (1), Gempp (1), Mellegard (3), Rubin, Lindskog (2), Cavor (5).

Im Stenogramm / SR: Otto/Piper (Syke-Barrien/Kiel). - Zeitstrafen: 6:4 Minuten. - Siebenmeter: 5/2:5/2.

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