05. Februar 2020, 07:00 Uhr

Leichtathletik

Topsprinterin Lisa Mayer erlebt bei ihrem Comeback einzigartige Momente

Lisa Mayer ist zurück auf der Tartanbahn. Die Top-Sprinterin feierte nach einer langen Wettkampfabstinenz ein beachtliches Comeback. Für die gebürtige Gießenerin war es ein emotionales Wochenende.
05. Februar 2020, 07:00 Uhr
Willkommen zurück: Topsprinterin Lisa Mayer feiert in Karlsruhe ihr Einzel-Comeback. FOTO: IMAGO

Für Lisa Mayer ging eine lange Leidenszeit vorbei. Zwei Jahre lang musste die Topsprinterin aus Niederkleen aufgrund von Verletzungen auf einen Einzel-Wettkampfstart verzichten. Am Freitagabend war es dann für die 23-Jährige beim topbesetzten Indoor-Meeting in Karlsruhe endlich soweit.

Die Anspannung wuchs im Vorfeld des Wettbewerbs von Minute zu Minute. Doch die Nervosität war wie weggeblasen, als Mayer ihren Startblock für den Vorlauf einstellte. Ihr Fokus war ganz und gar auf die folgenden 60 m gerichtet. Auf diesen einzigartigen Moment hatte sie lange hingearbeitet. 7,33 Sekunden sprangen für sie heraus - und die Teilnahme am Finale. Dort wurde sie beim Sieg der US-Amerikanerin Shania Collins (7,20 Sekunden) in 7,45 Sekunden Siebte.

Nach ihrem gelungenen Comeback mussten erst einmal die aufgestauten Emotionen verarbeitet werden. Mayer brauchte sich für die Tränen der Freude nicht zu schämen. »Ich habe geheult wie ein Schlosshund«, sagt sie. Von ihr fiel nach dem Vorlauf der ganze Druck der letzten 48 Monate ab. Ihr wurde bewusst, dass es sich trotz der Zweifel und Entbehrungen gelohnt hatte, zurückzukommen, um das große Ziel Olympia-Teilnahme in diesem Jahr in Tokio in Angriff zu nehmen.

Mayer weiß, dass leistungsmäßig noch Luft nach oben ist. Für die gebürtige Gießenerin war aber erst einmal nur eines von Bedeutung: schmerzfrei zu sprinten. Diese für sie so eminent wichtige Zwischenetappe hat sie erreicht. Auch Tage nach ihren beiden Läufe traten keine körperlichen Beschwerden auf. »Das Selbstvertrauen in meinen Körper habe ich jetzt auf jeden Fall.«

Die nächste Herausforderung wartet für die 23-Jährige am Sonntag in der umgebauten Helmut-Körnig-Halle in Dortmund. Bei diesem Meeting will sie sich beim Start verbessern und eine andere Schrittlänge präsentieren. »Ich möchte mich in der Hallensaison nicht mit Zeitvorgaben beschäftigen, sondern gute und saubere technische Läufe zeigen. Wenn ich das schaffe, kommt die Zeit von ganz allein«, erklärt die Olympionikin von Rio 2016 ihr Vorhaben. Es folgen weitere Hallenauftritte: das ISTAF in Berlin (14. Februar) und die deutschen Meisterschaften in Leipzig (22./23. Februar).

Das Feedback auf ihre wettkampfmäßige Rückkehr auf die Tartanbahn war riesig. Die britische Sprinterin Daryll Neita, die mit der 4×100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen 2016 die Bronzemedaille gewann, postete auf Instagram das Emoji »Klatschende Hände«, der Hessische Leichtathletik-Verband »Wir freuen uns sehr, dich wieder über die Bahn flitzen zu sehen« und Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul »Willkommen zurück«.

»Ich habe schon im Vorfeld unzählige Nachrichten mit viel Glück und Daumen drücken erhalten. Das hat mich schon unglaublich gefreut, und im Nachgang habe ich am späten Sonntagabend die letzten Nachrichten beantwortet. Das ist schon schön, dass man trotz der beiden Jahre Abstinenz noch so präsent ist«, sagt Mayer.

Sie war auch am Samstag beim Ball des Sports, der Benefiz-Veranstaltung der Stiftung Deutsche Sporthilfe, im RheinMain Congress Center in Wiesbaden unter den 2000 geladenen Gästen - darunter auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. «Für mich ist das eine der schönsten Veranstaltungen, die es in Deutschland im Sportbereich gibt«, erklärt Mayer, die von der besonderen Atmosphäre und dem Austausch mit den vielen deutschen Spitzensportlern angetan war. Einen weiteren einzigartigen Moment genoss sie, als mit Herbert Grönemeyer einer ihrer Lieblingsmusiker nach Mitternacht mit einem Konzert einheizte und den auf sie passenden Hit »Sekundenglück« sang.

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