01. März 2019, 21:58 Uhr

Tischtennis-DM

Tischtennis-Ass Lea Grohmann vor der DM: "Ich will mein bestes Spiel zeigen"

Lea Grohmann ist erst 18 Jahre alt, dennoch bestreitet sie am Wochenende in Wetzlar bereits ihre dritten deutschen Meisterschaften bei den Damen. Ein Interview vor dem Start.
01. März 2019, 21:58 Uhr
Philipp_Keßler
Von Philipp Keßler
Die Nordeckerin Lea Grohmann hat als amtierende Hessenmeisterin das Ticket für die deutschen Meisterschaften in Wetzlar gelöst. Dort wird sie im Einzel und im Doppel gemeinsam mit Sonja Busemann (TSV Langstadt) antreten. (Foto: Raimund Lenges)

Sie ist erst 18 Jahre alt, dennoch sind es bereits ihre dritten deutschen Meisterschaften bei den Aktiven: Die Nordeckerin Lea Grohmann zählt zu den größten Talenten Deutschlands. Erst im Januar krönte sich die Spielerin des Zweitligisten TTC Staffel erstmals zur hessischen Meisterin – und sicherte sich das Ticket für die nationalen Titelkämpfe, die von Freitag bis Sonntag in der Rittal-Arena in Wetzlar ausgetragen werden. Ein Gespräch mit der Jurastudentin über Trainingspartner, den nächsten Karriereschritt und die »Heim-Atmosphäre« der Kreis Gießenerin in Wetzlar.

Frau Grohmann, was haben Sie sich für Ihre dritten deutschen Meisterschaften vorgenommen?

Lea Grohmann: Ich habe bei Turnieren grundsätzlich kein bestimmtes Ziel, sondern ich versuche, so gut zu spielen, wie es geht. Ich möchte auch in Wetzlar mein bestes Tischtennis zeigen. Das ist mir wichtiger als eine Platzierung am Ende. Dass ich aktuell als 15. der deutschen Rangliste unter den besten 16 Spielerinnen bin, freut mich, denn es bedeutet, ich steige im Einzel erst in der Hauptrunde am Samstag ein und kann mir die Gruppenphase am Freitag sparen.

Es ist gut, die Atmosphäre schon einmal kennengelernt zu haben

Der Autor

Sie haben bereits zwei deutsche Meisterschaften absolviert. Hilft diese Erfahrung?

Grohmann: Vor zwei Jahren in Bamberg war es schon etwas ganz anderes, plötzlich in einer Halle mit so vielen Zuschauern zu spielen. Das war ich von Punktspielen, wo meistens nicht mehr als 80 oder 100 Leute sind, einfach nicht gewohnt. Von daher denke ich, es ist gut, die Atmosphäre schon einmal kennengelernt zu haben, um nicht so angespannt zu sein, wenn es dann losgeht.

Als Nordeckerin ist Wetzlar nicht weit. Begleitet Sie ein Fan-Club?

Grohmann: Es werden schon relativ viele da sein, die ich kenne: Freunde aus der Uni, meine Athletiktrainerin, aber auch Verwandte und Weggefährten aus Vereinen, bei denen ich früher mal gespielt habe, sowie Leute von meinem jetzigen Verein. Ich finde es gut, wenn ein paar Bekannte da sind, denn natürlich brauche ich direkt vor dem Spiel meinen Fokus, dann wärme ich mich auf und höre etwas Musik, aber zwischendurch rede ich ganz gerne mal, um den Wechsel zwischen An- und Entspannung hinzubekommen.

Haben Sie Ihr Training für die deutschen Meisterschaften noch einmal umgestellt?

Grohmann: Nein, das war gar nicht möglich. In meinem Studium war zuletzt Klausurenphase, daher habe ich ganz normal trainiert. Allerdings habe ich den Fokus etwas auf den Kraft- und Athletikbereich verlegt. Insgesamt lief es zuletzt aber ganz gut, sodass ich auch nichts Großes verändern wollte.

Wie und wo trainieren Sie denn vorwiegend?

Grohmann: Ich wohne weiterhin bei meiner Familie in Nordeck und studiere in Gießen, daher bevorzuge ich es, auch in der Region zu trainieren, anstatt – wie viele andere – weite Fahrten zu unternehmen, um bestimmte Gegnerinnen zu haben. Ich trainiere lieber mit spielstarken Männern, wie etwa meinem Cousin Marco Grohmann (spielt beim Oberliga-Aufsteiger TSV Allendorf/Lumda, Anm. d. Red.) oder Dominik Scheja (aus Beuern, d. Red.), der sich in diesem Jahr leider nicht für die »Deutschen qualifiziert hat.

Es würde mich freuen, mich auch einmal gegen eine Spitzenspielerin beweisen zu können

Lea Grohmann

Obwohl Sie schon in sehr jungen Jahren Angebote aus der Bundesliga hatten, sind Sie immer nur Klasse für Klasse nach oben gegangen. War das rückblickend die richtige Entscheidung?

Grohmann: Auf jeden Fall. Ganz früher habe ich bei meinem Heimatverein TSV Allendorf/Lumda gespielt, dann unter anderem in Richtsberg in der Regionalliga, ehe ich mit Staffel in der 3. Liga sowie aktuell in der 2. Liga spiele. Für die neue Saison werde ich dann in die 1. Liga zum TV Busenbach in die Nähe von Karlsruhe wechseln. Der Weg, Klasse für Klasse nach oben zu gehen, hat den Vorteil, dass man sich nach und nach an härtere Bälle der Gegnerinnen, an schnellere und längere Ballwechsel und an die dafür nötige höhere Konzentration gewöhnt und so besser wird.

Haben Sie eine Gegnerin, gegen die Sie gar nicht oder am liebsten spielen würden?

Grohmann: In der ersten Hauptrunde will ich nicht unbedingt auf die Stars wie Petrissa Solja oder Han Ying treffen, aber ein oder zwei Runden später würde es mich natürlich freuen, mich auch einmal gegen eine solche Spielerin beweisen zu können.

Info

Lea Grohmann mit drei Einsätzen am Samstagvormittag

Die Nordeckerin Lea Grohmann ist am Freitagabend mit zwei Siegen in die deutschen Tischtennismeisterschaften in Wetzlar gestartet. Die Zweitligaspielerin des TTC Staffel gewann zunächst ihr Doppel mit Sonja Busemann (TSV Langstadt) gegen Finja Hasters (Spvgg. Oldendorf)/Julia-Samira Stranz (RSV Braunschweig) klar mit 3:0 und trifft damit am Samstagvormittag (10.45 Uhr) auf die deutsche Topspielerin Petrissa Solja (TSV Langstadt) und ihre Partnerin Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor). Bereits um 10 Uhr hat Grohmann einen Einsatz im Mixed. Gemeinsam mit Robin Malessa vom 1. FC Köln gewann sie auch in diesem Wettbewerb ihr erstes Spiel mit 3:0 gegen Anne Bundesmann (TSV Langstadt)/Matthias Bomsdorf (TTC RW Biebrich). Nun wartet das Duo Nadine Bollmeier (TuS Bad Driburg)/Lennart Wehking (1. FC Köln) auf Grohmann und ihren Partner, die ursprünglich gar nicht für das Mixed gemeldet hatten. Ihr erstes Einzel bestreitet die 18-Jährige dann um 11.45 Uhr gegen Yuki Tsuistui (NSU Neckarsulm), die am Freitag die Vorrundengruppe B mit drei Siegen für sich entschieden hatte.



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