22. Juni 2018, 19:58 Uhr

TV-Fußball dominiert

Fußball über alles – das gilt auch bei den Fernseh- Zuschauern. Handball, Basketball, Eishockey und Volleyball haben es im TV schwer. Der häufige Senderwechsel einiger Verbände macht es nicht einfacher.
22. Juni 2018, 19:58 Uhr
TV-Handball begeistert die Fans, hat aber in punkto Relevanz noch einiges an Entwicklungspotenzial. (Foto: dpa)

Zahlen über Zahlen: Die TV-Quoten der gerade abgelaufenen Spielzeiten zeigen, wie schwer es die anderen Mannschafts-Sportarten im Schatten des Fußballs haben – nicht nur während der Weltmeisterschaft. Auch im Liga-Alltag ist das mediale Übergewicht des weltweit beliebtesten Sports erdrückend. Durchschnittlich 5,40 Millionen Zuschauer schauen beim Fußball in der »Sportschau« zu. Davon können andere nur träumen.

Handball: Vom neuen TV-Vertrag war die Handball-Bundesliga begeistert, doch die Ergebnisse der ersten Saison sind eher bescheiden. Die ungewöhnliche Allianz aus Sky und ARD löste Sport 1 ab, sodass erstmals 306 Erstliga-Spiele live zu sehen waren – zumindest für Kunden des Pay-TV-Senders. Genaue Zahlen wollte Sky nicht mitteilen, was auf ein eher mäßiges Ergebnis schließen lässt. Zumal die beste Quote nur bei 100 000 Zuschauern beim Topspiel der Rhein-Neckar Löwen gegen die SG Flensburg/Handewitt lag. Die beste Handball-Konferenz lag nach Sky-Angaben bei 120 000 Zuschauern. Im Vorjahr hatte Sport1 49 Spiele der Bundesliga gezeigt und durchschnittlich immerhin noch 220 000 Zuschauer erreicht.

Die ARD übertrug in der laufenden Serie vier Spiele live im Ersten, acht weitere in den 3. Programmen. Die erfolgreichste Übertragung war die Partie des THW Kiel gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 1,83 Millionen Zuschauern. »Man sieht, dass Handball Potenzial hat, aber es ist eine langfristige Aufgabe«, kommentierte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Er sagte aber auch: »Es ist ein großer Unterschied zwischen Handball und den anderen Mannschafs-Sportarten.«

Eishockey: Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) hat es schon mit einigen TV-Partnern versucht. Bei Premiere und beim DSF lief Eishockey – und bis 2016 sogar beim Nischensender ServusTV und beim Internetdienst Laola.tv. Seit 2016 zeigt die Telekom alle Spiele – allerdings nur für ihren Kunden oder gegen Extrazahlung. Insgesamt verfolgten in der abgelaufenen Saison rund zehn Millionen Fans die Spiele der DEL live beim Sport-Ableger des Telekommunikations-Anbieters. Bei mehr als 400 Spielen ergibt das einen bescheidenen Schnitt von weniger als 25 000 Zuschauern pro Partie.

Das bedeutet laut Telekom eine Steigerung um 17 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Den Rekordwert erzielte das entscheidenden Finalspiel mit 160 000 Zuschauern. Trotz der mageren Zahlen sagte Sportmarketing-Leiter Henning Stiegenroth. »Telekom Sport hat sich als TV-Angebot bei den Eishockey-Fans voll etabliert.« 45 Spiele durfte Sport 1 in der abgelaufenen Spielzeit live zeigen. Beim etablierten, aber sparsamen Spartensender sahen in der Saison 2017/2018 im Schnitt immerhin 220 000 Eishockeyfans zu.

Basketball: Die Deutsche Telekom zeigt seit 2014 für seine Entertain-Kunden und gegen Bezahlung über telekombasketball.de alle Spiele der Liga und der Playoffs live – und hat den Vertrag schon bis 2023 verlängert. Im Vorjahr schauten insgesamt sechs Millionen Menschen zu, im Durchschnitt also weniger als 20 000. Aktuelle Zahlen der gerade abgelaufenen Spielzeit gab es vier Tage nach dem Finale noch nicht. Auch beim Basketball darf Sport1 einige Spiele übertragen. 120 000 sahen im Durchschnitt bei den 47 Partien zu. Beim vierten Spiel der Best-of- five-Serie schalteten 240 000 Zuschauer ein, das fünfte lief nur bei der Telekom. Sport 1 ist mit den Zahlen zufrieden, wie Chefredakteur Dirc Seemann sagte: »Auch im Basketball freuen wir uns über die positive Entwicklung in dieser Saison und das beste Hauptrunden-Ergebnis seit vier Jahren.«

Volleyball: Sport 1 sucht sich immer wieder neue Lücken und wird künftig noch mehr Live-Spiele aus der Volleyball-Bundesliga übertragen. In der abgelaufenen Saison war die Resonanz aber bescheiden: 90 000 Menschen schauten im Schnitt eine der sieben Übertragungen. Alle Partien der Volleyball-Bundesligen werden auch künftig auf sporttotal.tv gezeigt.

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