22. Juni 2020, 16:00 Uhr

Basketball

TSG Wieseck vor mutigem Abenteuer

Die TSG Wieseck startet in der kommenden Basketball-Saison mit drei Frauen-Teams. Neu ist die Regionalliga-Mannschaft, die dank der aufgelösten Krofdorf Knights ins Leben gerufen wurde.
22. Juni 2020, 16:00 Uhr
Katharina Quapil, die ehemalge Spielmacherin des Zweitligisten Krofdorf Knights (links Hanna Reeh von den Bender Baskets Grünberg) schließt sich dem neu formierten Regionalliga-Team der TSG Wieseck an. FOTO: VOGLER

Regionalliga - wir kommen! Florian Quapil kann es kaum erwarten, dass er mit seinem neu formierten Team in der Regionalliga Südwest Nord an den Start gehen kann. Natürlich ist dem Trainer klar, dass aufgrund der Corona-Pandemie von Verbandsseite noch kein konkreter Termin für den Beginn der Spielzeit 2020/21 vorliegt, dennoch freut er sich auf die neue - sicherlich nicht ganz einfache - Herausforderung. Und darüber, dass durch die vom Land Hessen kürzlich beschlossenen Corona-Lockerungen endlich wieder trainiert werden kann.

Knights-Lizenz unentgeldlich erhalten

Dass die Wiesecker in der Regionalliga spielen können, haben sie dem aufgelösten Frauen-Basketball-Zweitligisten Krofdorf Knights zu verdanken (wir berichteten). Genauer gesagt dem wirtschaftlichen Träger - der Knights GbR. Diese - hauptsächlich in Person des Ex-Knights-Trainers Uwe Scheidemann - hat die Teilnahmerechte an den Nachbarn Wieseck übertragen. Und das ohne jegliche finanzielle Verpflichtungen, wie Basketball-Abteilungsleiter Stefan Deibel mitteilte. Die zweite Liga kam für den Gießener Vorstadtclub aber nicht infrage. Anfang Juni diesen Jahres übernahm dann die TSG die Knights-Lizenz, verzichtete auf eine Teilnahme und war somit erster Absteiger der 2. Bundesliga Nord. Im gleichen Moment meldete der Club in der Frauen-Regionalliga.

Der Vorstand der TSG Wieseck habe vor dem Deal eine Entscheidung getroffen, so Deibel weiter. »Es wird kein Geld für irgendein Spielrecht in die Hand genommen. Es gibt keine Nebenbedingungen. Die einzige Nebenbedingung, die wir bei der Teilnahmerechtsübertragung festgelegt haben - worauf Uwe Scheidemann bestand - war, dass wir, wenn wir das Teilnahmerecht übernehmen, verpflichtet sind, mindestens in der Regionalliga Südwest Nord zu melden«, erklärt Deibel den Sachverhalt und fügt an: »Die finanzielle Belastung in der Regionalliga ist für uns überschaubar.«

Er betont, dass für die Lizenz-Übertragung kein Geld floss. Scheidemann habe das aus Goodwill getan. Ein Grund dafür sei gewesen, dass einige Spielerinnen der Krofdorf Knights in der kommenden Saison die Chance haben, in ihrer nächsten Umgebung ihren Sport weiter auszuüben.

Schon im letzten Jahr deutete sich für die Krofdorf Knights auf absehbare Zeit eine räumliche und namentliche Umorientierung an. Konkrete Pläne und verschiedenste Versuche, auch in der nächsten Spielzeit am Zweitligabetrieb teilzunehmen, scheiterten jedoch, sodass sich die Knights letztlich auflösten.

Dagegen sind die Planungen bei der TSG in vollem Gange. Robin Becker bleibt Oberliga-Coach, für die Bezirksliga-Mannschaft haben sich schon Interessierte aus dem ersten Wiesecker Herren-Team gemeldet. »Es fehlt aber noch die definitive Zusage«, so ein zuversichtlicher Quapil, der selbst im Rekrutierungsprozess steckt.

Zum aktuellen Regionalliga-Kader kann er bislang nur bedingt Auskunft geben. Fest stehe, dass seine Schwester Katharina Quapil sowie Dana Gohlke aus der letztjährigen Zweitliga-Mannschaft der Knights bei der TSG spielen werden. Sowie Carolin Dobler, die aus dem Oberliga-Team hochgehievt werden soll. Zudem schließe sich Sandrine Gries der TSG an. »Sie hat im letzten Jahr pausiert und zuvor bei den Knights gespielt«, erklärt der Wiesecker Regionalliga-Trainer. Aufgefüllt werden soll der Trainingskader mit Jugendspielerinnen. »Da müssen wir schauen, wie sie sich entwickeln und ob sie dann Einsatzzeiten in der Ersten bekommen können«, schaut der 28-Jährige perspektivisch in die nahe Zukunft. Des Weiteren hat er noch eine Spielerin aus Bad Homburg an der Angel, aber er weiß noch nicht genau, in welchem Team sie dann auflaufen wird.

Vorgesehen ist, dass vorerst montags alle drei Teams trainieren und dass dort zusätzlich gesichtet wird. Außerdem hat die TSG zum Probetraining eingeladen. Positives Feedback hat Quapil diesbezüglich aus Niederwalgern bekommen. Durchaus denkbar ist außerdem, dass sich Basketball spielende Studentinnen den Wieseckerinnen anschließen - was in den vergangenen Jahre immer wieder der Fall war. Quapil wird aber auch aus dem Oberliga-Team rekrutieren. Drei Spielerinnen aus diesem Pool haben schon ihre Zusage gegeben, eine Klasse höher auszuhelfen, wenn personelle Not ist.

Absagen von Seel und Ishaque

In Kontakt stand Quapil zudem mit den ehemaligen Knights-Akteurinnen Susanne Seel und Sara Lückenotte, die sich aber weiterhin in der zweiten Liga bewegen wollen und eng in Verbindung mit dem BC Marburg II gebracht werden. Das gilt auch für Julia Ishaque. Die Tochter der ehemaligen Nationalspielerin Christine »Tini« Ishaque (früher Pohl) habe zwar darüber nachgedacht, ob sie in Wieseck spielt. Am Montag habe sie aber abgesagt und Marburg die Zusage gegeben, so Quapil.

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