23. Mai 2017, 17:44 Uhr

TSF Heuchelheim und TSV Klein-Linden sind Vorbilder

23. Mai 2017, 17:44 Uhr

Mit dem Heinz-Lindner-Preis, der in diesem Jahr für vorbildliche inklusive Arbeit im Sport ausgelobt worden war, hat der Landessportbund Hessen am Wochenende zehn Sportvereine ausgezeichnet – darunter auch die Turn- und Sportfreunde Heuchelheim und den TSV Klein-Linden. Die Auszeichnung, die an den ersten Vorsitzenden des Landessportbundes Hessen, Heinz Lindner, erinnert, war erstmals mit 15 000 Euro dotiert.

Insgesamt hatten sich 37 Vereine mit inklusiven Projekten um den Preis beworben. »Inklusion ist ein überaus wichtiges Thema. Wir als Landessportbund werden das Menschenmögliche tun, um ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Inklusion zu schaffen und unsere Vereine weiter dafür zu sensibilisieren. Letztlich muss deutlich werden, dass Inklusion wie selbstverständlich zum Sport gehört«, sagte Landessportbundpräsident Dr. Rolf Müller während der Preisverleihung.

Dass Inklusion Zeit braucht, um sich nachhaltig in Sportvereinen zu etablieren, ist für Landessportbund-Vizepräsident Ralf-Rainer Klatt naheliegend. Klatt: »Inklusion gehört zur Sportentwicklung und muss vom Kopf her gelebt werden. Irgendwann wird es normal sein, Sportangebote so zu gestalten, dass beispielsweise blinde oder taube Menschen problemlos partizipieren können.« Generell freute sich Klatt, »dass sich so viele Vereine zum Schwerpunktthema Sport und Inklusion beworben haben«. Warum Inklusion wichtig ist, verdeutlichte auch Hessens Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, während der Preisverleihung in Frankfurt. »Inklusion schafft Selbstbestimmung, Chancengleichheit und eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Durch die gezielte Förderung von Inklusion im Sport wollen wir Menschen mit Behinderungen in ihren Rechten stärken und die Vielfalt unseres Sportlandes Hessen untermauern. Es bleibt eine unserer vordringlichsten Aufgaben, nicht nur die Hürden im Alltag, sondern auch Barrieren in den Köpfen der Menschen abzubauen«, sagte Beuth. Engagiert ist, und das liegt auf der Hand, auch das hessische Ministerium für Soziales und Integration. »Beim gemeinsamen Sporttreiben entsteht Verständnis füreinander. Vorurteile und Berührungsängste werden abgebaut oder entstehen erst gar nicht. Stigmatisierung und Diskriminierung gegenüber Menschen mit einer Behinderung werden im Keim erstickt«, betonte Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

Tischtennis und Fußball inklusiv

Der Preis selbst wurde in den Kategorien »Vereine bis 500 Mitglieder«, »Vereine bis 1500 Mitglieder« sowie »Vereine mit mehr als 1500 Mitgliedern«, verliehen. Die TSF Heuchelheim erhielten in der Gruppe ab 1500 Mitglieder den ersten Preis und damit 2500 Euro. Die Tischtennisabteilung der TSF hat im Jahr 2015 eine Behindertensparte gegründet. »Der Impuls ging vom Vereins- und gleichzeitig Landestrainer für Tischtennis für Behinderte sowie der Vorbereitung und Ausrichtung der deutschen Tischtennismeisterschaft für Behinderte in Heuchelheim aus. Bereits ausgeschiedene Erkrankte stiegen wieder trotz ihrer Behinderung in den Sport ein, junge Menschen mit Behinderung wurden motiviert und trainieren jetzt gemeinsam mit nicht behinderten Kindern«, heißt es in der Begründung. In den Tischtennismannschaften sind nicht behinderte und behinderte Sportler gemeldet. Bei der Ausrichtung von Meisterschaften für Behinderte helfen Nichtbehinderte aus anderen Abteilungen mit. »Der inklusive Ansatz seit Gründung der Behindertenabteilung hat ein Umdenken bei den Vereinsmitgliedern bewirkt.«

Der TSV Klein-Linden erhielt in der Gruppe bis 1500 Mitglieder den dritten Preis und 1000 Euro. Der TSV ist der einzige Verein im Kreis Gießen mit einer Fußball-Mannschaft für Menschen mit »intellektuellen Defiziten« – derzeit mit 30 Spielerinnen und Spielern im Alter von 14 bis 45 Jahren. Das Training findet wöchentlich inklusiv statt, geplant ist modellhaft mit dem HBRS eine inklusive Fußballspielrunde in Hessen. Es wurde eine Inklusionsabteilung gegründet mit einem sechsköpfigen Betreuerteam. Die Teammitglieder beteiligen sich und unterstützen die Aktivitäten des gesamten Vereins sowohl in der Betreuung der Mannschaften, der Unterstützung bei Veranstaltungen, der Platzpflege und sogar bei der Abnahme des Sportabzeichens. Der Verein kooperiert mit Schulen für geistige Entwicklung, weiteren Behinderteneinrichtungen und anderen umliegenden Vereinen. Einige Spieler mit Handicap konnten in Mannschaften der »normalen« Spielrunde integriert werden. »Das Engagement erfährt Anerkennung in den andern Abteilungen des Vereins sowie in der Öffentlichkeit durch die Verleihung von Auszeichnungen«, heißt es in der Begründung.

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