12. Juli 2017, 16:12 Uhr

WM-Traum

Sprint-Stars Mayer und Matheis auf der ganz großen Bühne

Sie sind die beiden herausragenden Leichtathletinnen des heimischen Raums und werden nun dafür belohnt. Lisa Mayer und Lara Matheis sind für die WM in London nominiert worden.
12. Juli 2017, 16:12 Uhr
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Von Rainer Schmidt
Bei den World Relays auf den Bahamas, den inoffiziellen Staffel-Weltmeisterschaften, waren Lara Matheis (l.) und Lisa Mayer schon gemeinsame für das deutsche Team im Einsatz. Jetzt werden sie die deutschen Farben auch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London vertreten. (Foto: pv)

Das konnte man nach der für Lisa Mayer und Lara Matheis nur teilweise gelungenen Leichtathletik-DM in Erfurt nicht unbedingt erwarten, aber der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der beiden heimischen Sprinterinnen demonstriert und beide für die Weltmeisterschaften vom 4. bis 13. August in London nominiert. Insgesamt 71 Athleten umfasst das deutsche Team, davon 32 Männer und 39 Frauen. Lisa Mayer vom Sprintteam Wetzlar wird Deutschland über die 200 m vertreten und Lara Matheis von der TSG Gießen-Wieseck ist zusammen mit weiteren Sprinterinnen für die 4x-100-m-Staffel vorgesehen.

Als ein Hauptkriterium für die Nominierung zur WM hatte der DLV eigentlich die Leistungen bei der DM in Erfurt genannt. Doch bei Mayer meldete sich während des 200-m-Vorlaufs eine Oberschenkelreizung, die sie bereits in der Vorbereitung auf die DM gehandicapt hatte. So konnte die Athletin vom Sprintteam Wetzlar nicht voll durchziehen, trudelte letztlich aus und blieb mit 24,02 s deutlich unter ihren Möglichkeiten. Allerdings hatte Mayer die Norm von 22,85 s für die 200 m bereits Ende Mai in Weinheim mit 22,64 s klar unterboten und führt die deutsche Jahresstatistik in dieser Disziplin an.

Da bis zu drei Sprinterinnen pro Nation eingesetzt werden können, hat der deutsche Leichtathletikverband mit Mayer, der deutschen Meisterin Laura Müller (LC Rehlingen/22,65) und Rebekka Haase (LV Erzgebirge/22,76) alle drei Normerfüllerinnen nominiert.

Auf ihrer Facebook-Seite zeigt sich Lisa Mayer sehr erfreut über ihre Nominierung: »Das deutsche Team für London steht! Ich freue mich, die deutschen Farben über 200 m vertreten zu dürfen und auch im Staffelpool zu sein. Nächste Woche geht es nach Kienbaum zur letzten Vorbereitung.«

Für die 4x-100-m-Staffel sind neben der DM-Achten über 100 und Vierten über 200 m Lara Matheis auch Rebekka Haase als Vizemeisterin über beide Sprintstrecken, die 100-m-Meisterin Gina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund), die in Erfurt drittplatzierte Tatjana Pinto (LC Paderborn) sowie mit Alexandra Burkhart (MTG Mannheim) und Amelie-Sophie Lederer (LAC Quelle Fürth) zwei weitere 100-m-Finalistinnen aus Erfurt eingeplant.

Allerdings darf Lückenkemper auf die Teilnahme am Finale über 100 m am Sonntag, 6. August, hoffen, und Haase hat als Starterin über 100 und 200 Meter ein reichhaltiges und strapaziöses Programm vor sich. Denn gemeinsam mit Lisa Mayer und der 200-m-Titelträgerin Laura Müller möchte die Sprinterin aus Sachsen in die Halbfinals und vielleicht gar in den 200-m-Endlauf vorstoßen. Der wird am Abend vor den 4x-100-m-Vor- und Endläufen gestartet, was Haase wenig Erholungszeit bieten würde. Die Bundestrainer werden sich sicherlich darüber Gedanken machen, sie im Vorlauf zu schonen, um so anderen Läuferinnen einen Einsatz zu ermöglichen. Doch das ist noch Zukunftsmusik; in dem Fall werden Mayer und Matheis am 17. Juli nach Kienbaum reisen und sich dort bis zur Abreise nach London vorbereiten.

Dementsprechend zufrieden ist auch Lara Matheis: »Ich war mit den 100 Metern bei der DM nicht hundertprozentig zufrieden und bin deshalb umso mehr froh und stolz, nominiert worden zu sein. Ich freue mich, Teil der Staffel zu sein. Es ist die Krönung einer überragenden Saison.«

Damit wird die heimische Region nach der Teilnahme von Beatrice Marscheck vom LAZ Gießen als Weitspringerin bei den Weltmeisterschaften 2009 im Berliner Olympiastadion bei der WM in London gleich mit zwei Athletinnen vertreten sein. Beide imponierten mit starken Leistungen, Nervenstärke und guten Staffelwechseln bei ihren bisherigen Einsätzen im Nationaldress und können die Saison mit der Teilnahme in London krönen.



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