28. Mai 2020, 12:00 Uhr

Sportbetrieb-Rückkehr

Sportvereine müssen Konzepte erarbeiten und anwenden

Bei der Wiederaufnahme des eingeschränkten Trainingsbetriebs haben die Sportvereine eine Menge zu beachten. Der SV Queckborn kann als klassisches Beispiel für viele Klubs im Landkreis gelten.
28. Mai 2020, 12:00 Uhr
Die Laufgruppe des SV Queckborn trainiert auf dem alten Sportplatz. Nahezu perfekte Bedingungen, um Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. FOTO: CSO

Geschlossene Umkleiden, sterile Toiletten, stimmige Hygienekonzepte und kompetente Corona-Beauftragte. Seit 9. Mai sind die Sportvereine nach fast zweimonatigem Frühjahrsschlaf zum Leben erwacht. Bei der Wiederaufnahme des eingeschränkten Trainingsbetriebs haben sie aber eine Menge zu beachten. Der SV Queckborn kann als klassisches Beispiel für viele Klubs im Landkreis gelten. Neben dem Fußball nutzen die Mitglieder zahlreiche Breitensportangebote, die vor allem in der Mehrzweckhalle des Grünberger Stadtteils durchgeführt werden.

Viele Kurse des SVQ laufen dieser Tage an, wie zum Beispiel das Ganzkörpertraining immer montags. Männergymnastik und progressive Muskelentspannung starten im Juni. Der Laufkurs absolvierte vergangene Woche seine Schlusseinheit auf dem alten Sportplatz - die Fortsetzung ist ab 3. Juni geplant. Turnen und Tanzen für Kinder sind derweil noch auf Eis gelegt.

Um mit den Kursen jedoch starten zu dürfen, braucht der Verein ein Konzept, das die Umsetzung der Abstands- und Hygienemaßnahmen regelt. Der Landkreis Gießen teilt auf seiner Homepage dazu mit, dass diese Konzepte zwar nicht genehmigt werden müssen, aber unbedingt von jedem Klub zu erarbeiten sind. »Allgemein gültige Regelungen für jeden Einzelfall festzulegen, ist schwer möglich«, lässt sich Landrätin Anita Schneider in einer Presseerklärung zitieren. »Daher sind Konzepte erforderlich, die individuell sind.« Zu den grundsätzlichen Empfehlungen, nachzulesen beispielsweise auf der Internetseite des Landessportbunds, gehört unter anderem die Schließung der Umkleiden. »Wir können aber nicht pauschal Umkleidekabinen sperren, weil sonst in vielen Fällen der Zugang zu den Toiletten nicht möglich wäre«, heißt es weiter in der Landkreis-Mitteilung.

Nicole Junker leitet die Sparte Breitensport beim SV Queckborn. Sie hat sich zuletzt mit den Themen Hygiene und Abstand auseinandergesetzt. »Die grundlegenden Inhalte habe ich den Seiten des Landes Hessen und des Landessportbunds entnommen. Die genaue Abstimmung erfolgte mit der Stadt Grünberg«, sagt sie. Eine individuelle Anpassung ist die mögliche Nutzung der gut platzierten Nottüre als regulären Ausgang, damit sich Gruppen nicht begegnen. Allerdings liegen ohnehin immer mindestens 15 Minuten zwischen den Kursen.

Um den Abstand zu gewährleisten, setzte die Landesregierung pro Person eine Fläche von fünf Quadratmetern fest. »Die Halle in Queckborn ist ca. 280 Quadratmeter groß. Somit könnten sich 56 Personen dort aufhalten. Allerdings nur, wenn der Mindestabstand immer gewahrt bleibt. Da dies bei sportlicher Betätigung sicher nicht möglich ist, muss die Zahl der Personen so vermindert werden, dass der Abstand eingehalten werden kann«, erklärt Gabriele de Jager, bei der Gemeinde u. a. für die Hygienekonzepte der Vereine zuständig. Im Queckbörner Konzept ist festgehalten, dass die Kursgröße 15 Teilnehmer nicht übersteigt.

Die Konzepte sind vor Ort parat zu halten. »Sie müssen erarbeitet und vor allem angewendet werden. Viele Vereine schicken uns die Texte vorab und bitten uns, noch mal drauf zu schauen. Wir stehen gerne beratend zur Seite«, sagt Edgar Arnold, Fachbereichsleiter Verwaltungssteuerung in Grünberg. Die kommunalen Ordnungsämter werden stichprobenartig kontrollieren und dem Landkreis berichten. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 25 000 Euro.

Nicole Junker verweist im Konzept des SVQ darauf, dass alle wieder beginnenden Kurse kontaktlos möglich sind und Anwesenheitslisten geführt werden - zwei zentrale Punkte der Empfehlung.

Völlig zum Erliegen gekommen ist der Sportbetrieb in Queckborn übrigens auch zu Hoch-Zeiten der Pandemie nicht. Der Laufkurs in »Gruppenform« ging online weiter. Via Zoom-Call folgten die Frauen den Anweisungen von Übungsleiter Tom Kritzer. Der verabredete sich obendrein mit jeder Teilnehmerin einzeln zum reinen Lauftraining und investierte somit ein Vielfaches der Zeit, die er ursprünglich gebraucht hätte. Nach der abschließenden Einheit auf dem alten Sportplatz will man nun geschlossen - und doch getrennt - am sogenannten Corona-Run teilnehmen: einem virtuellen Lauf mit Startnummer, Urkunde und dem besonderen Wettkampf-Gefühl.

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