12. Mai 2020, 07:00 Uhr

Handball

Sportlich alles bestens bei der HSG Wetzlar U23

Vierter Platz in der 3. Handball-Liga Mitte. Damit hatte vor der Saison wirklich niemand gerechnet. Trotzdem steht die HSG Wetzlar U 23 nach Abbruch der laufenden Runde eben genau dort.
12. Mai 2020, 07:00 Uhr
OPK
Im letzten Spiel vor dem Saisonabbruch gewinnen Torben Waldgenbach und Co. von der HSG Wetzlar U23 klar gegen Northeim. Der Spielführer bleibt der HSG auch für die neue Spielzeit in der 3. Liga erhalten. FOTO: FRIEDRICH

Mit beeindruckenden 28:16 Punkten und einem Torverhältnis von +28. Und das in einer Spielzeit, die so schnell niemand vergessen wird.

Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in Deutschlands dritthöchste Spielklasse erwarteten Spieler und Trainer eigentlich einen harten Abstiegskampf. Stattdessen folgte auf ein sehr gutes erstes Jahr, Platz neun in der Saison 2018/19, ein sensationelles zweites. Lediglich drei Teams schafften es vor die Mittelhessen, wovon zwei sogar in eigener Halle geschlagen werden konnten. Sportlich gesehen gab es also fast nur Höhepunkte zu vermerken, vereinsintern lief es phasenweise jedoch etwas ernüchternder ab.

Mitte Oktober 2019 wurde der Beschluss gefasst, die Mannschaft nach der laufenden Saison aus dem Drittligabetrieb abzumelden, da die finanziellen Mittel für diese Klasse nicht ausreichen. Doch die Mannschaft ließ sich von dieser Hiobsbotschaft nicht unterkriegen und bestätigte ihren guten Saisonstart. Erst wurde Titelfavorit und Tabellenführer TV Großwallstadt in eigener Halle besiegt, sicherlich das Highlight der Runde, später war die zweitplatzierte SG Leuterhausen das nächste Opfer der heimstarken Wetzlarer. Das Kalenderjahr 2019 kam somit zu einem großartigen Abschluss. Mit 20:14 Punkten ging es in die Winterpause.

In der spielfreien Zeit dann die nächste Überraschung: Trainer Thomas Weber wird den Verein nach der Saison verlassen. Er konnte sich mit den Verantwortlichen nicht über eine Vertragsverlängerung einigen. Dennoch zeigte das Team keine Spur von Verunsicherung. Mit drei Auswärtssiegen in Folge starteten sie in das Jahr 2020 und festigten damit den vierten Tabellenplatz.

Anfang Februar folgte dann eine gute Nachricht für alle Mitglieder und Fans: Die Mannschaft bleibt der 3. Liga doch erhalten. Ein Sponsorengremium macht es möglich, die finanziellen Mittel zu stemmen. Ende Februar bestritten die Mittelhessen dann ihre letzte Begegnung der Runde. Mit 35:25 (17:12) wurde der Tabellenvorletzte Northeimer HC aus der Halle gefegt.

Knapp zwei Wochen später aber war klar: Die Saison wird aufgrund der Corona-Pandemie zunächst unterbrochen, wenig später folgte dann der Abbruch. Die Tabelle wird durch die »Quotienten-Regelung« zwar noch angeglichen, ändert an der Platzierung der Wetzlarer aber nichts.

Chalepo folgt auf Weber

Thomas Weber, der damit sein letztes Spiel auf der Trainerbank am 29. Februar bestritt, blickt zufrieden zurück: »Wir haben uns erneut verbessert, trotz schwerer Personalprobleme. Die Mannschaft hat sich immer sehr gut ergänzt. Die aushelfenden A-Jugendlichen haben ihre Leistung gebracht, alle zeigten großes Selbstbewusstsein. Und gerade in Heimspielen wurde bewiesen, was die Jungs draufhaben. Viele Spiele wurden knapp gewonnen, was dann natürlich auch mit ein bisschen Glück zusammenhängt, aber das ist dann eben auch das Glück des Tüchtigen.«

Der Nachfolger auf der Trainerposition steht auch schon fest: Gennadij Chalepo bestätigte schon im Februar, dass er den Posten als Coach übernehmen wird. Damit kehrt ein ehemaliger Spieler und Trainer der HSG Wetzlar zurück zu seinem alten Verein. Für ihn wird derzeit noch ein Co-Trainer gesucht, da auch Webers rechte Hand Kai Nober den Verein verlassen wird.

Eine weitere Änderung für die neue Spielzeit, ist, dass der Name HSG Wetzlar U23 nach sieben Jahren nicht länger bestehen bleibt. Die Reserve wird künftig wieder als HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II auflaufen, »ein Resultat der strukturellen Veränderungen, in deren Zuge die Zweitvertretung unter das Dach der Stammvereine zurückgekehrt ist,« wird der Verein zitiert.

Auch kadertechnisch gibt es Neuigkeiten. Mittelmann Ian Weber (TV Hüttenberg/2. Liga), Torhüter Anadin Suljakovic (EHV Aue/2. Liga) und Rechtsaußen Kevin Kunzendorf (HSG Bieberau-Modau/3. Liga) werden den Verein verlassen, wobei Ersterer noch ein Doppelspielrecht für das Bundesligateam der Wetzlarer besitzt.

Andererseits haben mit Rückraumspieler Torben Waldgenbach, Linksaußen Fabian Kraft und Kapitän und Kreisläufer Marvin Lindenstruth drei Stammkräfte ihren Vertrag um ein Jahr verlängert. Nun ist nur noch offen, wann es wieder losgeht.

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