07. Mai 2020, 07:00 Uhr

Breiten-und Freizeitsport

Sport-Lockerungen: Ein Neustart mit Abstrichen

Für Aktive und Vereine der Region ist es eine gute Nachricht: Der Sport- und Trainingsbetrieb im Breitensport darf im Freien unter Corona-bedingten Regeln schon im Mai wieder aufgenommen werden.
07. Mai 2020, 07:00 Uhr
Der Golf-Park Winnerod dürfte bald wieder »bespielbar« sein. FOTO: VOGLER

Der Bund hat den Startschuss zur Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebs im Breiten- und Freizeitsport in Deutschland gegeben. Erlaubt sein werden demnach zunächst nur sportliche Aktivitäten unter freiem Himmel und unter Bedingungen, auf die sich die Sportminister der Länder geeinigt haben. Bei den lokalen Fußball-, Tennis- und Golfverantwortlichen ist die Erleichterung spürbar. Hessen wird am Donnerstag weitere Details bekanntgeben.

Als Bedingungen für die Wiederaufnahme des vereinsbasierten Sportbetriebs werden u. a. eine ausreichende Distanz von 1,5 bis 2 Metern, ein kontaktfreier Sport sowie einzuhaltende Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen genannt. So dürfen z. B. im Golf und Tennis nur eigene Bälle benutzt werden oder Kanuten und Ruderer zunächst nur im Einer trainieren. Für Mannschaftssportarten wie Fußball beginnt es mit Individualtraining, bevor Übungen in Kleinstgruppen erlaubt sein werden.

Die Sport- und Übungsplätze hierzulande werden nach Angaben der hessischen Landesregierung ab Mitte Mai wieder frequentiert werden können. Auch Fitnessstudios sollen noch im Mai öffnen können, aber auch hier kommt es auf das Hygienekonzept an.

Ob lockere oder anspruchsvolle Golfrunden, ob gezieltes oder freies Tennistraining - aber vor allem die Vielzahl an Nachwuchs- und Aktivenfußballer darf sich auf ein auflagenbezogenes Kicken freuen. Kanu- wie Radsportler, Segler wie Reiter dürfen »individuell« wieder zu Hobbyathleten werden. Zudem kommt dem Spaß an der Bewegung, dem sozialen Miteinander eine wieder angemessene Bedeutung zu.

Als eine »gute und umsichtige Entscheidung, die für ein erstes erleichtertes Aufatmen sorgt«, hat der Präsident des Landessportbundes Hessen, Dr. Rolf Müller, die Lockerungen im Bereich des Vereinssports bezeichnet. »Dass die Menschen jetzt, wenn auch eingeschränkt und mit der gebotenen Vorsicht, wieder Sport treiben können, begrüßen wir sehr«, sagte Müller in Frankfurt. Mit dem Beschluss sei der organisierte Sport zwar noch weit vom gewohnten Alltagsbetrieb entfernt. »Aber in einem vertretbaren Rahmen gemeinsam wieder Sport treiben zu können, ist gut für die Psyche, für die Gesundheit und für das soziale Miteinander, das wir alle in der letzten Zeit schmerzlich vermisst haben«, so Müller.

Dies trifft besonders für den Jugendbereich zu. »Bewegung, Spiel, Sport und soziale Gemeinschaft sind von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen«, so Juliane Kuhlmann, Vorsitzende der Sportjugend Hessen.

Fußball: Zwar steht der genaue Zeitpunkt noch aus, ab wann die Amateur- und Freizeitfußballer von der Kreisliga- bis zur Regionalliga im Mai zum Training wieder auf die Plätze dürfen, die Möglichkeit zum individualisierten Vereinstraining aber ist beschlossen.

»Ich begrüße die Entscheidung der Politik, endlich können die Sportler wieder etwas machen. Ich denke auch, dass es ohnehin bei den Individualsportarten weniger problematisch ist«, gibt sich Gießens Kreisfußballwart Henry Mohr erleichtert. »Was den Fußball angeht, so denke ich, dass in Kleingruppen oder natürlich auch individuell keine Probleme entstehen, die nötige ausreichende Distanz zu gewährleisten und den Sport kontaktfrei auszuüben. Vor allem ist es für die fußballbegeisterten Kinder und Jugendlichen meiner Meinung das langersehnte Signal, wieder mal auf einem Fußballplatz gegen den Ball zu treten. Das ist vor allem für die ganzen Nachwuchsfußballer wichtig, die in den letzten Wochen doch sehr gelitten haben. Denn sie haben mit am meisten unter den fehlenden sozialen Kontakten gelitten.«

Tennis: Dem Terminplan kaum hinterher hinkt der Tennissport, der jahreszeitlich bedingt in diesen Tagen aber längst auf dem Court wäre. Der Startschuss zur Medenrunde ist bei allen Lockerungen aber noch nicht gefallen.

»Wir haben mit dieser Entscheidung gerechnet«, sagt Michael Otto vom Hessischen Tennisverband, »fraglich war nur noch, ob es sofort oder erst ab nächsten Montag losgehen würde. Wir haben bereits die Vereine informiert und eine entsprechende Info-Broschüre herausgegeben. Wir wissen jetzt, wie der erste Schritt aussieht und warten die weitere Entwicklung ab. Wir haben ohnehin erst ab Mitte Juni die Medenrunde geplant. Die ersten Eckpunkte stehen, es kommen immer mehr Puzzleteile zusammen. Am schönstens ist es erst einmal, wieder auf den Platz gehen und aktiv sein zu können. Das ist für das Tennis super.«

Golf: Nicht nur für die aktiven Golfer, vor allem für die Betreibergesellschaften ist das »Go« von wirtschaftlich enormer Bedeutung.

Dirk Reimann, der Präsident des Licher Golfclubs, zeigt seinen Club gut vorbereitet: »Wir könnten jetzt auf das Knöpfchen drücken und morgen öffnen. Es ist alles geklebt, alle Hinweisschilder sind montiert, die Löcher sind präpariert, die Bunkerharken sind weg. Es ist alles bereit - die Golfer können kommen. Wir sind eigentlich letzte Woche schon davon ausgegangen, dass wir zum 4. Mai starten können. Ich denke aber, dass es am Montag losgeht. Momentan gehen wir davon aus, dass wir in Zweier-Flights starten dürfen. Die allgemeinen Kontaktbeschränkungen sollen aber dahingehend gelockert werden, dass sich Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen. Da muss man abwarten, was das für uns Golfer bedeutet. Dann könnten wir gleich Vierer-Flights auf die Runde schicken. Beides macht für uns vom Infektionsrisiko keinen Unterschied, ob zwei oder vier Menschen auf einer Golfbahn von einem Hektar Größe sind. Wir könnten natürlich viel flexibler agieren, wenn wir gleich vier Leute drauflassen dürften.

Der Geschäftsführer vom Golf-Park Winnerod, Kim Tarek Kleczka, ist voller Tatendrang: »Von mir aus könnten wir sofort loslegen. Wir sind perfekt aufgestellt und werden dann auch mit unserer kompletten Betreiber-Mannschaft am Start sein.« Zu den Vorkehrungen sagt Kleczka: »Wir haben Plexiglas am Counter, Schutzmasken und Desinfektionsspray. Die Markierungen sind alle geklebt - und die Vorschriften des Landes werden eingehalten. Eine Leitlinie für den Wiederanfang ist erstellt, die den Mitgliedern zum Neustart zugeht.«

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