19. Mai 2020, 14:00 Uhr

Tischtennis

Spfr. Oppenrod finden eine neue Heimat

Eine Auflösung ist vom Tisch. Alle Tischtennis-Spieler der Spfr. Oppenrod wechseln zum Post-SV Gießen. Die Verantwortlichen sprechen über die Gründe und Perspektiven.
19. Mai 2020, 14:00 Uhr
Sebastian Steinbrecher und seine Teamkollegen von den Spfr. Oppenrod wechseln geschlossen zum Post-SV Gießen. ARCHIVFOTO: VOGLER

Ausgesprochen erfolgreich verlief für die Mannschaft der Spfr. Oppenrod die Saison 2019/20 in der Tischtennis-Bezirksliga 1. Mit 30:6 Punkten belegen die Busecker nach 18 Spielen den zweiten Platz und weisen vier Punkte Rückstand zu Spitzenreiter Gießener SV III (34:2) auf, liegen aber deutlich vor dem Rangdritten VfB Ruppertsburg (23:11). Keine schlechte Ausgangsposition für die entscheidende Phase der Saison, ehe der Deutsche Tischtennis-Bund und seine Landesverbände Anfang April Corona-bedingt beschlossen, die Saison 2019/20 mit sofortiger Wirkung zu beenden.

Es kam also nicht mehr zu einem Showdown der Oppenroder mit dem Tabellenführer, bei dem die Sportfreunde, ein Sieg vorausgesetzt, das Titelrennen wieder etwas spannender hätten gestalten können. Doch die Vollbremsung des Spielbetriebs verhinderte dies. Die »Dritte« des GSV schließt die Saison als Erster ab, den Spfr. Oppenrod als Tabellenzweitem wird ebenfalls die Möglichkeit gegeben, in der kommenden Saison ohne Aufstiegs- oder Relegationsspiele in der Bezirksoberliga anzutreten. Aber dazu wird es nicht kommen, zumindest nicht unter dem Dach der Sportfreunde, denn die Oppenroder haben zu große personelle Probleme, um eigenständig bleiben zu können, und werden sich dem Post-SV Schwarz-Weiß Gießen anschließen.

Da gemäß Wettspielordnung (A14) »Spielgemeinschaften grundsätzlich nicht gestattet sind«, werden die Sportfreunde den durch die Regularien vorgegebenen Weg einschlagen. Danach können Spielgemeinschaften doch gebildet werden, deren Mannschaften von Spielern des führenden (Post-SV) und des aufgenommenen (Oppenrod) Vereins gebildet werden. Aber nur bei einem solchen Konstrukt ist eine SG möglich.

Der Post-SV Gießen hat ebenfalls ein erfolgreiches Spieljahr hinter sich. So steigt die erste Mannschaft der Gießener von der Bezirksoberliga in die Verbandsliga auf und die (derzeitige) zweite von der 1. Kreisklasse in die Kreisliga. In der kommenden Saison wird die neue Post-»Zweite« den Platz der Spfr. Oppenrod einnehmen. Ob die Mannschaft dann als Post-SV II das Aufstiegsrecht in die Bezirksoberliga wahrnimmt, ließ Oppenrods Mannschaftsführer Sebastian Steinbrecher noch offen. Das werde von personellen Entwicklungen abhängen, berichtete er.

Der Zufall spielt eine Rolle

Warum die Sportfreunde Oppenrod künftig nicht weiter allein am Spielbetrieb teilnehmen können, erklärte er wie folgt: »Durch den Abgang zweier Spieler in der letzten Saison, fehlenden Nachwuchs im eigenen Verein und Regeln, die keine Spielgemeinschaften vorsehen, sahen wir nur zwei Möglichkeiten: entweder die Auflösung oder die Suche nach einer neuen sportlichen Zukunft für die gesamte Mannschaft. Wir als Team haben beschlossen, die zweite Möglichkeit zu forcieren. Ich glaube, dass in den nächsten Jahren eine Verdichtung im Tischtennis stattfinden wird, da viele kleine Vereine vor der gleichen Entscheidung stehen werden.«

In sportlicher Hinsicht wird sich also nichts ändern für die Oppenroder, wie Steinbrecher ausführt: »Es gibt in den Statuten des Hessischen Tischtennis-Verbandes die Möglichkeit, wenn mehr als 50 Prozent der Mannschaft wechseln, dass die Spielklasse ›mitgenommen‹ werden kann.« Und dieser Passus greift hier, denn: »Alle Spieler der Spfr. Oppenrod wechseln zum Post-SV Gießen.« Das Spiellokal wird die Turnhalle der Georg-Büchner Schule in der Gießener Nordstadt sein, wo die »Postler« ihre Heimspiele auszutragen pflegen.

Warum eine Kooperation gerade zwischen diesen beiden Vereinen? Dafür hat Andreas Morsch, der wie auch weitere Mitglieder seiner Familie beim Post-SV fest verwurzelt ist, eine einleuchtende Erklärung. »Hier spielte der Zufall ein große Rolle«, verrät der Tischtennis-Abteilungsleiter der Gießener, »der PSV hatte eine kleine Feier in einem Restaurant in Gießen. Dort waren auch (die Oppenroder Spieler) Markus Henrich und Waqar Ahmad-Oßwald zugegen und erzählten von der Suche nach einem neuen Verein. Da wir uns schon Jahrzehnte kennen und schätzen, sind wir natürlich sehr hellhörig geworden und haben sofort mit den Sportfreunden Oppenrod Kontakt aufgenommen.«

Ziel: Langfristig höherklassig spielen

Andreas Morsch sieht in dieser Zusammenarbeit »eine gute Perspektive, langfristig höherklassig Tischtennis zu spielen. Natürlich sehen wir uns für die Zukunft als eine weitere sehr attraktive Tischtennisadresse in Gießen«. »Für motivierte und ambitionierte Spieler eine echte Alternative«, ergänzt der Abteilungsleiter. Morsch wirft einen Blick auf die neue Saison, wann immer diese auch starten wird: »Die erste Mannschaft spielt in der nächsten Runde in der Verbandsliga. Die Zweite hat die Möglichkeit, in der Bezirksoberliga zu spielen. Wir machen es abhängig von eventuellen Zugängen und deren Bereitschaft, in der BOL zu spielen. Deshalb würden wir uns freuen, wenn noch ambitionierte Spieler den Weg zu uns finden. Die neue dritte Mannschaft spielt in der Kreisliga.«

Der »neue« Post-SV Gießen geht also gut aufgestellt in die neue Runde. Oppenrods Sebastian Steinbrecher nennt einen weiteren Aspekt: »Wir möchten langfristig eine neue sportliche Heimat finden und, wie gesagt, ein attraktiver und interessanter Verein für motivierte und ambitionierte Tischtennisspieler sein.« Einig sind sich Steinbrecher und Morsch, die diese Zusammenarbeit maßgeblich initiiert haben, in der Zielsetzung, nämlich »die Mannschaften für die kommende Saison zusammenzuführen, was aber einem gesunden Wachstum nicht im Wege steht«.

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