10. November 2017, 12:05 Uhr

Derbyzeit

Spandau setzt in Münchholzhausen auf Leidenschaft

Das Derby zwischen der HSG Wetzlar U23 und der HSG Wettenberg am Freitagabend steht im Fokus des aktuellen Spieltags der Handball-Oberliga.
10. November 2017, 12:05 Uhr
Ein emotionales Derby auf Augenhöhe wünscht sich Wettenbergs Trainer Axel Spandau von seiner Mannschaft heute Abend bei der HSG Wetzlar U23. (Archivfoto: ras)

Eine gute und mehrere weniger gute Nachrichten für die heimischen Sportfreunde, sofern sie sich als Anhänger gepflegten Oberliga-Handballs sehen. Die gute zuerst: Das Spielwochenende wird bereits am Freitagabend eröffnet – und das mit einem Derby: Mit der HSG Wetzlar U23 und der HSG Wettenberg treffen der aktuelle Tabellenzweite und der Rangachte aufeinander. Die Ausgangslage ist klar: Der Bundesliga-Nachwuchs aus Dutenhofen und Münchholzhausen möchte den Platz in der unmittelbaren Spitzengruppe behalten und zur Stelle sein, wenn sich Tabellenführer SG Kleenheim einen Ausrutscher erlauben sollte. Und die Wettenberger liegen als Tabellenachter punktemäßig nicht ganz so weit von der Spitze entfernt, würden aber im Falle einer Niederlage ins tiefste Tabellenmittelfeld zurückfallen. Jetzt die weniger guten Nachrichten: Die anderen Oberliga-Spiele mit heimischer Beteiligung werden in auswärtigen Hallen ausgetragen. So hat Tabellenführer SG Kleenheim am Sonntag beim Rangvierten Rot-Weiß Babenhausen anzutreten, ebenfalls am Sonntag in Südhessen ist die HSG Pohlheim zu Gast, die vom ehemaligen Drittligisten MSG Umstadt/Habitzheim erwartet wird. In den Norden unseres Bundeslandes zieht es den TV Hüttenberg U23, der seine kleine Misserfolgsserie am Samstag bei der ESG Gensungen/Felsberg beenden möchte.

HSG Wetzlar U23 – HSG Wettenberg (Fr., 20 Uhr, Sporthalle Münchholzhausen): Derzeit keinen Grund, mit der Leistung seiner Spieler unzufrieden zu sein, hat Wetzlars Trainer Andreas Klimpke, der bei seiner Mannschaft in Vellmar eine »gute Defensive und ein schnelles Umschaltspiel« gesehen hat. Nur 22 Gegentreffer gegen den bis dato stärksten Angriff der Liga, und das in fremder Halle, bestätigen die Einschätzung des Trainers, der in der nicht ganz so üppigen Chancenverwertung das einzige Manko bei seiner Mannschaft gesehen hat. Die Wettenberger verfügen in der Einschätzung Klimpkes über viel Erfahrung, und sie können ein gutes Tempospiel aufziehen. »Daher wird der Rückzug sehr wichtig sein.« Außerdem rät er seiner Mannschaft, »bei der Wettenberger 6:0-Abwehr mit sehr viel Geduld an die Sache ranzugehen.«

»Das letzte Spiel hat gezeigt, dass die Moral intakt und die Leidenschaft vorhanden ist«, wirft Wettenbergs Trainer Axel Spandau einen Blick zurück auf das 31:30 seiner Mannschaft gegen Umstadt/Habitzheim. »Mit Emotionen können wir viel bewegen«, macht er seiner Mannschaft vor der Partie beim Tabellenzweiten Mut. Allerdings wird die HSG Wettenberg ohne Lukas Becker (Patellaluxation) in Münchholzhausen auflaufen. »Die HSG steht da, wo ich sie erwartet habe«, urteilt Spandau über die Gastgeber, »ein homogenes Team, technisch sehr gut ausgebildet, und es wird taktisch immer reifer.« Für das Duell heute Abend hat er einen Wunsch: »Wir wollen einen starken Derbykontrahenten darstellen.«

ESG Gensungen/Felsberg – TV Hüttenberg II (Sa., 19.30 Uhr, Kreissporthalle Gensungen): Nach drei Niederlagen hintereinander möchte die U23 des TVH in die Erfolgsspur zurückkehren. Allerdings wartet mit der ESG Gensungen/Felsberg eine Mannschaft, deren Vormarsch Richtung Tabellenspitze am Wochenende von der HSG Pohlheim gestoppt wurde und die sich sicherlich wieder nach oben orientieren will. Insofern wartet auf die Schützlinge von Alois Mráz wieder eine schwere Aufgabe, die sie ohne Johannes Klein und möglicherweise auch ohne den angeschlagenen Jonas Cremers lösen müssen. Julius Thrun wird ohnehin längere Zeit fehlen. »Wir dürfen in Gensungen nicht so viele Fehler machen«, fordert Mráz, »und müssen 60 Minuten lang konzentriert sein.« Dass es in Nordhessen nicht leicht wird, ist klar. Gensungen/Felsberg ist sehr heimstark und spielt mit einer kompakten 6:0-Deckung. Für die junge Hüttenberger Garde also kein leichtes Unterfangen, in der »Hölle Nord« zu bestehen.

MSG Umstadt/Habitzheim – HSG Pohlheim (So., 17 Uhr, Heinrich-Klein-Halle Groß-Umstadt): Nach wie vor ohne Dennis Wiesel und Lucas Kammer werden die Pohlheimer in Südhessen auflaufen, und das macht die Aufgabe nicht leichter. Pohlheims Trainer Jens Dapper weist außerdem darauf hin, dass die Gastgeber drei Spiele mit jeweils einem Tor verloren haben; so auch am Wochenende in Wettenberg. »Wir haben also keinen Grund, diese Partie als Selbstläufer anzusehen«, warnt der Coach. Das Spiel in Groß-Umstadt müsse sehr ernst genommen werden. Allerdings haben die Pohlheimer in den letzten drei Spielen 6:0 Punkte geholt. Und daraus kann eine gewisse Zuversicht abgeleitet werden, auch in Groß-Umstadt zu bestehen. Erfolgreichster Werfer der Südhessen war in Wettenberg Joshua Kraus mit acht Treffern; auch Marc-Oliver Teuner, der bislang beste Torschütze des ehemaligen Drittligisten, wird zu beachten sein. Will die MSG aber ihren Ansprüchen gerecht werden, muss die Mannschaft, die jetzt den elften Platz belegt, den Tabellenkeller verlassen. Die HSG muss also von Beginn an hellwach sein.

Rot-Weiß Babenhausen – SG Kleenheim (So., 18 Uhr, Joachim-Schumann-Schule Babenhausen): Johannes Wohlrab freut sich auf das Spiel in Babenhausen: »Bislang konnten sie, bis auf dem Spiel in Pohlheim, jeder Mannschaft Paroli bieten und stehen mit 9:5 Punkten sehr gut da«, stellt der Trainer der SG Kleenheim zum Gastgeberteam fest und fordert von seiner Mannschaft: »Da wir auswärts antreten müssen, benötigen wir eine sehr disziplinierte Leistung.« So fordert Wohlrab, »gegen die 3:2:1-Abwehr der Babenhausener, die sie mit Keno Merphal in der Spitze (eine Art ›Jicha-Variante‹) decken, die Angriffspunkte gut vorzubereiten«. In der Folge, so hofft der Kleenheimer Coach, werden seine Spieler »die richtigen Entscheidungen treffen«. Für Wohlrab ist es entscheidend, dass »wir aus einer stabilen 6:0-Deckung wieder in unser Gegenstoßspiel über Fabian Höpfner und David Straßheim« kommen. Die SG Kleenehim muss weiterhin auf Cedrick Kollmann, Torben Weinandt und Marc Weller verzichten. Außerdem wird Jörg Müller aus beruflichen Gründen ausfallen. Der Einsatz von Tim Hanika (krank) ist fraglich.

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