14. April 2019, 21:48 Uhr

Gießen 46ers

Sonderapplaus für Pjanic bei Niederlage der 46ers

Die Niederlagenserie der Gießen 46ers reißt auch gegen Ludwigsburg nicht. Die Gäste siegen in der Osthalle mit 98:93. Bei der siebten Niederlage in Folge setzt Youngster Alen Pjanic die Akzente.
14. April 2019, 21:48 Uhr
Gießener Lichtblick: Alen Pjanic (r.) zieht an Ludwigsburgs Owen Klassen vorbei. Der Youngster erzielt 13 Punkte, holt sechs Rebounds und kommt zudem auf zwei geblockte Schüsse. (Foto: Friedrich)

Gießen 46ers


Emotional war es am Sonntagabend kurz vor dem Sprungball zugegangen. Im Mittelkreis der Sporthalle Ost wurde das ProB-Team der Rackelos mit großem Applaus verabschiedet, das am vergangenen Wochenende aus den Playoffs ausgeschieden war. Zum Gruppenfoto gesellte sich natürlich auch Alen Pjanic, der kurz darauf aber auf dem Feld gefordert war.

Wie schon in Braunschweig, war der Forward in die Startformation des Basketball-Bundesligisten gerutscht und setzte zu Spielbeginn vor allem defensiv Akzente, als er das müde wirkende Publikum mit einem Block wachrüttelte. Im Fastbreak verweigerte Pjanic zur Enttäuschung der aufseufzenden Fans einen offenen Dreier, vollstreckte noch im selben Angriff aber trotz eines Fouls (7:2, 3.). John Bryant bediente Pjanic wenig später per Alley-oop-Anspiel zum 11:6. Der 21-Jährige ging dann aber zu ungestüm zu Werke und kassierte früh sein zweites Foul.

Gießen verteidigte eine Mini-Führung, bekam aber zusehends Probleme mit der physischen Spielweise der Ludwigsburger, die kurz vor der Viertelpause auf 21:18 stellen konnten. Die mittelhessischen Fans hatten sich längst auf den ehemaligen Frankfurter Konstantin Klein eingeschossen, der bei jedem Ballkontakt mit Pfiffen bedacht wurde. Desto größer war die Freude, als Benjamin Lischka zur Viertelmitte erfolgreich über Klein ablegte.

Owen Klassen antworte zwar auf der Gegenseite mit einem Dreier. Schwerer wog jedoch, dass 46ers-Guard Jared Jordan mit Marcos Knight aneinandergeriet, der ihm im Angriff zuvor per Ellbogen zu Boden gestreckt hatte. Beide Akteure wurden mit einem technischen Foul belangt. Für Jordan war es bereits das dritte persönliche Vergehen, weshalb der Spiritus Rector vorsorglich auf die Bank beordert wurde. Offensiv produzierten die Lahnstädter überwiegend Stückwerk, während Ludwigsburg bis zur Halbzeit ein 46:41 etablierte. Dabei war es den Barockstädtern gelungen, Center John Bryant bei nur vier Punkten zu halten.

Das Duell zwischen »Big John« und Ludwigsburg Center Owen Klassen dominierte das dritte Viertel. Per Spinmove hatte Bryant auf 51:53 verkürzt, kassierte im Anschluss aber zwei persönliche Fouls innerhalb eines Angriffs. Hatte das den Bluthochdruck der Gießener Anhänger schon in die Höhe getrieben, sorgte ein ungeahndeter Bodycheck von Klassen, der Bryant beim erfolgreichen Layup aufs Parkett beförderte, für Tumulte. Mit einem schweren Wurf über Klassen verkürzte Bryant zur Viertelmitte auf 58:62, sein Gegenüber fand aber immer die richtige Antwort und hielt die 46ers auf Distanz. »Es kam unerwartet, dass er so viele Punkte machen würde«, zeigte sich Riesen-Coach John Patrick voll des Lobes. 26 Punkte für Klassen waren es insgesamt, im Schnitt scort Klassen nur 9,1.

Symptomatisch war dann auch ein per Dunk abgeschlossener Spaziergang zum Korb des Centers, der das 72:69 markierte. Per Buzzerdreier erhöhte Aaron Best auf 75:69. Auch im Schlussviertel hatten die MHP Riesen Vorteile auf beiden Seiten des Feldes, konnten nach einem Distanzschuss von Kelan Martin gar auf 84:73 erhöhen (34.).

Schienen die 46ers bereits in den Seilen zu hängen, wollte sich ein Mann mit der Niederlage noch nicht zufrieden geben. Pjanic kehrte aufs Parkett zurück und vollstreckte trotz guter Verteidigung von jenseits des Perimeters zum 79:84. Wenig später war er aus selber Länge zwar nicht erfolgreich, ging aber beherzt seinem eigenen Rebound hinterher und titschte den Ball zu Mahir Agva, der die Halle mit einem Dreipunktspiel erfreute. »Man sieht, was es bringt, wenn mit Alen ein athletischer, oberhalb des Ringniveaus agierender Spieler auf dem Feld steht«, gewann auch 46ers-Coach Ingo Freyer der Partie etwas Positives ab. Unter aufbrandenden Sprechchören, die seinen Namen sangen, stahl Pjanic kurz darauf den Ball und vollstreckte im Fastbreak (84:86, 37.). Agvas frecher Dreier zum 90:90 schien das Blatt zu wenden. Ludwigsburg zeigte sich aber stabiler und konnte die Führung häppchenweise wieder ausbauen, weshalb es nur noch ein Monsterblock von Pjanic war, der die Fans in der Schlussphase zum Jubeln brachte.

Auf der obligatorischen Abklatsch-Runde nach dem Spiel wurde der Doppellizenzspieler mit viel Sonderapplaus bedacht – und darf sich so wohl auch am Ostersonntag auf einen Arbeitstag einstellen. Dann treffen die 46ers auf die BG Göttingen.

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