27. November 2018, 10:15 Uhr

FC Gießen

So will sich der FC Gießen abseits des Platzes weiter aufstellen

Der FC Gießen erlebt eine Traum-Hinrunde in der Hessenliga. Im Interview spricht Dirk Schäfer, Leiter Marketing und Vertrieb, über den Status Quo und seine Pläne in Sachen Professionalisierung.
27. November 2018, 10:15 Uhr
Im Dienst für den Fußball-Hessenligisten: Dirk Schäfer, der Leiter Marketing und Vertrieb des FC Gießen, dahinter Andreas Heller. (Foto: Gärtner)

Dirk Schäfer ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Sport unterwegs. Ob bei den Basketballern der Gießen 46ers und den Licher BasketBären, beim RSV Lahn-Dill, bei den Eishockey-Teufeln in Bad Nauheim oder nun beim Fußball-Hessenliga-Spitzenreiter FC Gießen: Seine Hauptaufgabe bestand immer darin, Sponsoren zu aquirieren und Ideen zu entwickeln, um den Club wirtschaftlich auf noch professionellere Beine zu stellen. Das ist seit September auch sein Ziel beim FC Gießen – und für den Pokal-Hit am Dienstag gegen den FSV Frankfurt wartet er gleich mit einem richtigen Kracher auf: Die Band »Alles von Ed« wird vor dem Spiel zum ersten Mal die Hymne des Clubs live im Stadion singen.

Vor dem Pokalkracher gibt es ein Novum. Der noch sehr junge FC Gießen präsentiert seine Hymne »Das sind wir«. Wie kam es dazu?

Dirk Schäfer: Wir hatten Anfragen von Bands, haben uns aber auf »Alles von Ed« fokussiert mit dem Leadsänger aus Gießen. Die Jungs sind im Stadion und werden das Ding live performen. Sie werden den Song auch auf ihr erstes Album draufbringen.

Welcher Musikstil erwartet die Zuschauer?

Schäfer: Es ist eine rockige Hymne, aber das gehört zu uns, zu unserem Fußball.

Wie Sie jetzt, nachdem sie vier Jahre beim Eishockey-Zweitligisten in Bad Nauheim tätig waren. Der Kontakt zum FC-Geschäftsführer Jörg Fischer ist aber nie abgerissen? Sie agierten zu Watzenborner Regionalligazeiten als Stadionsprecher.

Schäfer: Ja. Wir haben den Kontakt nie verloren. Beim EC gab es strukturelle Veränderungen, die dazu geführt haben, dass ich mich anderweitig orientiert habe. Und Jörg Fischer war auf der Suche nach Personal. Und schon hat es gepasst.

Sie wollen den FC Gießen professionalisieren. Was konnten Sie in der kurzen Zeit schon bewirken.

Schäfer: Mein Schwerpunkt ist Marketing und Vertrieb. Ich betreue die Sponsoren, aquriere. Die VIP-Betreuung und das VIP-Zelt ist eine Aufgabe. Aktuell habe ich einen neuen Caterer reingeholt, somit die Leistungen für die VIP-Gäste erweitert. Die Gäste haben das zur Kenntnis genommen – und finden es gut.

Wie viel VIP-Gäste sind im Durchschnitt bei den Heimspielen?

Schäfer: Wir haben 160 feste VIP-Gäste über die Dauerkarten und dazu kommen noch mal im Schnitt 20 bis 25 Tagesgäste. Das ist eine ordentliche Zahl.

Was steht weiter an Vermarktung an?

Schäfer: Ich habe das Merchandise-Thema aufgebaut. Wir sind kurz davor, den Onlineshop an den Start zu bringen. Das Ticketing. Das war das erste, was ich eingeführt habe. Catering im Stadion. Wir haben die klassische Stadion-Bratwurst, aber wir müssen das Angebot erweitern, wie wir das mit Foodtruck schon getan haben.

Wie ist das Feedback von den Konsumenten im Waldstadion?

Schäfer: Wie das immer so ist, wenn du was Neues anbietest, dauert es einen Moment, bis es angenommen wird. Aber im ersten Step war das gut. Das ist in allen Bereichen so. Aber insgesamt: Bei allem, was wir bisher angepackt haben, war das Feedback durchgehend positiv.

Geht es in die Regionalliga, was für ein Budget muss der Club aufstellen, welche Auflagen von der Liga erfüllen?

Schäfer: Wir sind dabei, die Pläne für die nächste Saison und für den Rest der laufenden Spielzeit fertigzustellen – was die Einnahmeseite und die Kostenseite angeht. Das müssen wir alles immer hinterfragen. Was die Liga selber sagt in Richtung Regionalliga, welche Maßnahmen die fordern, kann ich nicht sagen. Ich habe keine Bauchschmerzen, was immer da auf dem Zettel steht, was wir bringen müssen, werden wir bringen.

Das hört sich alles vernünftig an.

Schäfer: Momentan, und das ist ohne Übertreibung, ist es so, dass ich alle zwei bis drei Tage Gespräche mit neuen Partnern in Richtung Sponsoring führe. Noch für die laufende Saison, aber auch schon in Hinblick auf die kommende. Die Unternehmen kommen aber auf mich zu. Wenn man ins Stadion kommt, sieht man, dass die Banden alle belegt sind. Aktuell treibe ich den Bereich der Minibanden voran. Das sind Schaumstoffbanden, die unten am Spielfeldrand platziert werden. Das, was wir bisher in vielen Bereichen aufgezogen haben und betreiben, ist weit über dem üblichen Hessenliganiveau. Da sind wir schon locker in der Regionalliga, wenn nicht sogar einen Tick höher.

Wenn jemand Sponsor werden will, was ist die unterste Einstiegsgrenze?

Schäfer: Das Mikrosponsoring habe ich gleich zu Beginn meiner Tätigkeit eingeführt. Da bist du mit 300 Euro dabei – auf die ganze Saison gesehen. Das beinhaltet Kartenkontigent plus Namensnennung. Das Ganze kann dann ausgebaut werden. Primär ging es mir beim Mikrosponsoring darum, den Unternehmen aus der Region Dinge anzubieten, um dabei zu sein, ohne groß in einen finanziellen Invest einzusteigen. Es ist der Wunsch von Fischer und Co., dass wir den FC Gießen auf breitere Beine stellen. Unsere Sponsorenpyramide wächst alle zwei bis drei Tage – und zwar unten. Nach oben greifen wir natürlich aber auch an.

Info

Lyrics: Die Hymne des FC Gießen

Die Stadt, die Lahn, die Menschen,
die Schönheit der Region,
in einem Club vereint,
rotweiß - gelebte Tradition.

Bei den Heimspielen des FCG
spüren wir von weitem schon,
den Ort magischer Momente –
unser Waldstadion.

In unseren Herzen brennt das Feuer - für das große Ziel.
Diese Leidenschaft bleibt ewig - führt uns von Spiel zu Spiel.

Chorus:
Das sind wir - der FC Gießen.
Wir gehen gemeinsam raus.
Wir stehen zusammen.
FCG – Fußball zu Haus.

Strophe 2:
Wie unser Wappentier beflügelt
und mit ausgefahrenen Krallen,
den Erfolg fest im Blick,
zeigen wir es allen.

In unseren Herzen brennt das Feuer - für das große Ziel.
Diese Leidenschaft bleibt ewig - führt uns von Spiel zu Spiel.

Chorus:
Das sind wir - der FC Gießen.
Wir gehen gemeinsam raus.
Wir stehen zusammen.
FCG – Fußball zu Haus.

Bridge:
Wir sind mehr als ein Logo.
Wir sind mehr als zwei Farben.
Wir sind mehr als drei Punkte.
FCG – Fußball zu Haus.

Chorus:
Das sind wir - der FC Gießen.
Wir gehen gemeinsam raus.
Wir stehen zusammen.
FCG – Fußball zu Haus.

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