25. Juli 2020, 07:00 Uhr

Lockerungen

So reagieren Gießens Sportler auf die Lockerungen

Wir haben vier heimische Sportler nach den konkreten Folgen der jüngsten Lockerungen in Hessen gefragt.
25. Juli 2020, 07:00 Uhr
Auch die Volleyballspielerinnen des USC Gießen freuen sich ab Anfang August wieder auf Training ohne Anzahlbeschränkung. (Foto: hf)

Vier Sportarten, vier Meinungen: Wir haben im heimischen Hand-, Volley-, Basket- und Fußball nach den konkreten Folgen der jüngsten Lockerungen nachgefragt.

»Trainings- technisch ein Meilenstein«

Andreas Lex, spielender Co-Trainer von Handball-Oberligist HSG Pohlheim:

Es ist phänomenal, wie man sich über Lockerungen freut und darüber, dass man wieder das machen kann, worauf man Lust hat. Wir machen all das, um uns am Wochenende mit Gegnern zu messen.

Es ist super, wenn jetzt zumindest Freundschaftsspiele möglich sind, der Linden-Cup in abgespeckter Form wohl ausgetragen werden kann.

Die Saison beginnt für uns am 12. September, das sind effektiv noch sechs Wochen. Irgendwann muss man da in den Spiel- und Wettkampfmodus kommen. Insofern sind die Lockerungen erleichternd.

Trainingstechnisch ist es ein Meilenstein. Wir haben uns strikt an die Vorgaben gehalten, zum Beispiel zwei Siebener-Gruppen eingeteilt, die nicht vermischt werden durften. Wenn von der einen Gruppe drei Spieler krank waren, trainierte die eine Gruppe zu siebt, die andere zu viert. Das kann sich jetzt ändern, ein Trainingsspiel auf zwei Tore ist möglich.

Ich hoffe auf eine vernünftige Regelung für die Zuschauer, auch im Jugendbereich mit den Eltern. Für die Vereine sind Eintrittsgelder und der Essens- und Getränkeverkauf auf Sicht existenziell wichtig.

»Seit sechs Monaten keinen Block gesetzt«

Yasmina Harsy aus Gießen, Volleyballerin von Oberligist TV Waldgirmes II: In den letzten Monaten habe ich die Halle vermisst - ich habe seit sechs Monaten keinen Block mehr gesetzt. Wir haben als zweite Mannschaft zuletzt auf dem Beachfeld trainiert, die Halle war den ersten Mannschaften vorbehalten. Mit der Lockerung verbinden wir nun die Hoffnung, auch Hallenzeiten zu bekommen.

Wir haben maximal zu acht gespielt, auf Abstände geachtet. Wenn der Ball nahe zwischen zwei Spielerinnen kam, haben wir ihn durchgelassen. Das war besser als nichts, aber auf einem großen Feld brauchst du eigentlich zwölf Spielerinnen.

Wir alle freuen uns nun darauf, bald wieder normal trainieren zu können, auch wenn der Saisonstart noch offen ist. Die Einhaltung der Hygieneregeln nimmt man für etwas Normalität gerne inkauf. Das Volleyballteam ist wie eine Familie.

»Können uns jetzt gezielt vorbereiten«

Eberhard Spissinger, hessischer Basketball-Landestrainer am Landesstützpunkt Grünberg: Ich hatte letztes Wochenende das erste Sommercamp der Jugend in Grünberg - es war geprägt von Regeln über Regeln: Permanentes Händewaschen, feste Gruppen.

Das ist letztlich Training zweiter Klasse, auch wenn der Gang in die Halle natürlich ein Fortschritt war und wir Gesundheitsamt und Landkreis dankbar sind. Mit den Lockerungen sieht man ein Licht am Ende des Tunnels.

Du kannst mannschaftstaktisch ganz anders arbeiten, dein Handwerkszeug als Basketballtrainer auspacken und von der Theorie in die Praxis gehen. Du kannst dich ganz gezielt auf die neue Spielzeit vorbereiten.

Die Lockerung nährt die Hoffnung, dass der avisierte Saisonstart am 12./13. September eingehalten werden kann.

Es ist trotzdem wichtig, dass wir diszipliniert bleiben, was die Einhaltung der Hygieneregeln angeht - das gilt für alle Sparten, denn niemand möchte, dass die Einschränkungen wieder zunehmen.

»Verhalten ist in Fleisch und Blut übergegangen«

Kai Fechler, Sportlicher Leiter von Fußball-Gruppenligist FSG Wettenberg:

Wir hatten den Trainingsstart auf den 1. August gesetzt - das passt jetzt natürlich perfekt. In Krofdorf haben wir ein ganz gutes Konzept erarbeitet. Auf dem Platz gibt es keine großen Unterschiede, da spielst du jetzt wieder normal Fußball.

Sobald du den Platz verlässt, kommt dir das notwendige Verhalten ins Gedächtnis. Unterhalten in Kleingruppen, Vorsicht walten lassen. Drei Leute im Duschbereich, warten. Dieses Verhalten ist in den letzten Monaten in Fleisch und Blut übergegangen.

Der Verband ist immer von einem Saisonstart im September ausgegangen - so starten wir nun mit nur einem Monat Verspätung, spielen eben bis zum 13. Dezember dieses Jahres. Kompliziert kann es ohne Kunstrasen werden. Fotos: privat

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