11. Oktober 2019, 22:11 Uhr

Simon Koch gewinnt WM-Bronze

11. Oktober 2019, 22:11 Uhr
Akrobatisch, sicher und mit großer Ausstrahlung: Simon Koch von der TSG Blau-Gold Gießen holt sich bei der WM in Montreal die Bronzemedaille. (Foto: Brill)

Über 5000 Pole-Sportler aus der ganzen Welt hatten an den Qualifikationsturnieren des Internationalen Pole-Sport-Verbandes teilgenommen, um ein Ticket für die Weltmeisterschaft 2019 zu erreichen. Über 300 haben es geschafft und die Reise nach Montreal (Kanada) angetreten, darunter auch drei Teilnehmer von der TSG Blau-Gold Gießen. Finja Rolshausen, Simon Koch und Leopold Stabbauer hatten ihre Flugtickets in die kanadische Millionenstadt Montreal gebucht - dank der finanziellen Unterstützung des Clubs. Begleitet von Eltern, Freunden, der Trainerin Adina Brill und dem Vizepräsidenten des Deutschen Pole-Sport Verbandes, Alexander Brill, ging die Reise von Frankfurt aus in die französisch geprägte Stadt am Ontario-River.

Im Sportcenter »Centre Sportiv Pierre Charbonneau«, einer der größten Sportanlagen in der Provinz Quebec, wurden an drei Tagen die Meisterschaften in 18 Disziplinen und Altersgruppen ausgetragen. Die Turniere begannen mit »Aerial Hoop« - aber ohne deutsche Beteiligung. Die Gießenerin Dorá Szöke hatte zwar die offenen ungarischen Meisterschaften gewonnen, mit ihrer erreichte Punktzahl aber knapp die Teilnahme an der WM über die Weltrangliste verpasst.

Keine Nervosität bei Rolshausen

Die Wettkämpfe begannen mit 30 der jüngsten Teilnehmerinnen, den »Novice-Girls« in der Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen, die von Korea bis Mexiko, von Russland bis Brasilien und von Kirgistan bis Finnland angereist waren. Es begann aber auch mit einem Schock für die deutsche Delegation. Anna Smolska aus Karlsruhe, die bei der DM in Gießen vor Finja Rolshausen den Titel geholt hatte, bekam ihre Nerven vor der großen Kulisse nicht in den Griff und leistete sich Fehler, die zu Punktabzügen führten. Nur 23,7 Wertungspunkte gegenüber ihrer Bestmarke von 39,7 vergaben die Juroren. Der erreichte 23. Platz stellte die ehrgeizige Sportlerin nicht zufrieden. Finja Rolshausen ließ sich von der Nervosität nicht anstecken, wobei der Elfjährigen aus Krofdorf-Gleiberg sicher ihre Erfahrungen aus ihren Wettkämpfen als Turnerin hilfreich waren. Mit einer durchgehenden Choreographie und eleganten tänzerischen Elementen, die selbstbewusst vorgetragen wurden, erreichte sie gute 30,1 Punkte und konnte mit Platz 15 einen nie erwarteten Mittelplatz bei ihrer ersten internationalen Meisterschaft erringen. Ein Platz, der auch für gute Zukunftsaussichten steht, waren die meisten ihrer Konkurrentinnen deutlich älter. Der Sieg ging an die überragende Hina Maki aus Japan, die mit spektakulären Elementen das Publikum begeisterte und als Weltrekord-Inhaberin und erreichten 46,8 Punkten klar vor Paige Olson aus den USA und ihrer japanischen Trainingskollegin Sawa Konishi den Sieg errang.

Simon Koch ging danach in der höchsten Kategorie der Männer, den »Senior Men«, an den Start. Koch hatte die deutsche Meisterschaft im Juni in der Osthalle überlegen gewonnen und sich mit der erreichten Punktzahl 41,1 auf Platz sechs in der Weltrangliste katapultiert. Der Wettkampf stand unter keinem guten Stern, da einige Sportler aus Osteuropa und China kein Visum für Kanada erhalten hatten. Sieben Athleten erreichten das Finale, und Simon präsentierte seine mit schwierigen akrobatischen Elementen gespickte anspruchsvolle Kür mit hoher Sicherheit und großer Ausstrahlung.

Mit 39,8 Wertungspunkten verfehlte er nur knapp seine Bestmarke, lag nach dem ersten Tag noch auf Platz eins und hatte schon mit Fernando Ocampo aus Mexiko sowie Norbert Kajnyák aus Ungarn einen Sportler hinter sich gelassen, der in der Weltrangliste vor ihm lag.

Jeweils vier Minuten dauert eine Darbietung auf eigene Musik an zwei vier Meter hohen Stangen, der fest montierten »Static Pole« und der sich drehenden »Spinning Pole« - und nur zwei Sportler musste Koch noch an sich vorbeiziehen lassen. Auch hier ging der überlegene Sieg nach Japan an Naoto Araya vor Alexander Bedoya aus Kolumbien. Mit der Finalteilnahme bei seiner ersten Weltmeisterschaft und der Bronzemedaille war Koch aber sehr zufrieden.

Lospech für Stabbauer

Völlig überraschend war für Leopold Stabbauer der Anruf des Verbandes gewesen, dass er ebenfalls in Montreal teilnehmen könne. Leopold hatte bei den Amateuren-Männern in Gießen für eine kleine Sensation gesorgt, als er im direkten Vergleich, einem »Battle«, den hohen Favoriten, den routinierten gebürtigen Kolumbianer Antonny Christian Silva Gamboa aus Berlin, schlagen konnte. Dieser liegt allerdings in der Rangliste weit vor Leopold.

Nach einer Sichtung der Wettkampfvideos hatte der Verband die beiden Deutschen nominiert. In der Disziplin »Ultra Pole« werden die Wettkämpfe nicht nach Punkten entschieden, sondern in einem »Battle«, in Ausscheidungskämpfen von jeweils zwei Sportlern. Stark hatten sich bei den Qualifikationen die Teilnehmer aus der Ukraine, Russland, Thailand, China, Japan, Brasilien und Spanien präsentiert. Stabbauer hatte das Pech, in der Vorrunde den starken Südafrikaner Patrick de Jongh gelost zu bekommen, lieferte ihm einen Wettkampf auf Augenhöhe, verlor aber sein Battle und schied dann aus.

Für Bernhard Zirkler (Vorsitzender der TSG Blau-Gold Gießen) und Alexander Brill diente die Weltmeisterschaft im kanadischen Montreal auch dazu, Erkenntnisse für eine Planung zu gewinnen, diese einmal in Gießen auszutragen. Für 2021 hat der Weltverband die WM nach Deutschland vergeben - und Blau-Gold wird sich um die Austragung bewerben. Überhaupt zeigte sich Zirkler begeistert vom Abschneiden seiner WM-Teilnehmer: »Dass wir mit unserer Arbeit in Gießen auf internationaler Ebene so eine Anerkennung und solch einen Erfolg erleben durften, damit war nicht zu rechnen.«

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