26. Dezember 2019, 21:33 Uhr

Handball

Siebenmeter-Festival beim Wetzlarer Sieg gegen Ludwigshafen

Vor ausverkauftem Haus veredelt die HSG Wetzlar ihren Auswärtscoup beim THW Kiel mit einem Sieg gegen Ludwigshafen. Mit 26:23 setzt sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider durch.
26. Dezember 2019, 21:33 Uhr
Es ist ein langer Kampf für Lenny Rubin und seine HSG Wetzlar, bis die Ludwigshafener um Frederic Stüber und Gunnar Dietrich (links) geschlagen sind. FOTO: RAS

HSG Wetzlar


Im Weihnachtsspiel der beiden Überraschungsmannschaften des letzten Spieltags - Wetzlar gewann in Kiel, die Eulen gegen Flensburg - legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr, sahen sich allerdings einer sehr offensiv ausgerichteten Eulen-Abwehr gegenüber. So entstand zwar das 1:0 von Filip Mirkulovski aus dem Feld heraus, in der Folge standen aber Maximilian Holst und der Siebenmeter-Strich im Fokus. Acht Strafwürfe zogen die Mittelhessen allein in der ersten Halbzeit, die Holst allesamt verwandelte. Nachdem er in der achten Minute zum 5:1 getroffen hatte, sah sich Gäste-Trainer Benjamin Matschke zur ersten Auszeit gezwungen. Es folgte das 2:5 per Kempa-Tor von Linksaußen Jonathan Scholz, der von Pascal Durak bedient wurde. Doch es dauerte noch ein paar Minuten, ehe die Gäste endgültig in die Partie gefunden hatte. Vier vergebene Chancen der HSG, dazu eine doppelte Unterzahl für knapp eine Minute, halfen den Eulen. Ein Doppelpack von Gunnar Dietrich zum 6:7, die erneute 4:2-Abwehr von Ludwigshafen und schon hatten die Gäste durch zwei Treffer von Jerome Müller den 8:8-Ausgleich in der 19. Minute im Sack. Jetzt war das Spiel so ausgeglichen, wie es erwartet worden war. Die Eulen gingen zeitweise sogar in Führung. Erst in den letzten fünf Minuten vor der Pause drehte Wetzlar erneut das die Partie und konnte eine 13:12-Führung mit in die Kabinen nehmen.

In der zweiten Hälfte gelang Ludwigshafen beim 16:16 der letzte Ausgleich. Eine Zeitstrafe von Dietrich nutzte die HSG, um durch Kristian Björnsen auf 18:16 vorzulegen. Till Klimpke im Tor, Holst am Strich und Mirkulovski in der Mitte rissen den Rest der Mannschaft mit, die sich trotz einiger technischer Fehler nicht wieder aus dem Konzept bringen ließ. Matschke versuchte, seinem Team mit einigen Umstellungen, wie der 6:0- oder 5:1-Abwehr, Impulse zu geben - in Toren drückte sich das aber kaum aus. Spätestens nach Holsts zehntem verwandelten Siebenmeter in der 58. Minute war der Drops für die Grün-Weißen gelutscht und die Zuschauer mit einem weiteren Weihnachtsgeschenk bedacht. »Wir wussten, wenn wir heute irgendetwas mitnehmen wollen, dann muss es überall passen«, erklärte Matschke, der sich vor allem in Sachen Spielgestaltung mehr von seiner Mannschaft erhofft hatte. »Die Eulen haben in den letzten Spielen viele Gegner in die Bredouille gebracht und konnten sich eine Woche vorbereiten. Das war von meiner Mannschaft eine reine Frage des Willens. Das zeigt, wie stark das hier zusammengewachsen ist, wie groß das gegenseitige Vertrauen ist. Dieser Sieg ist genauso viel wert, wie das Ding in Kiel«, lobte Wandschneider.

HSG Wetzlar: Klimpke, Suljakovic, Ivanisevic; Feld, Björnsen (4), Mirkulovski (3), Torbrügge, Frend Öfors, Holst (10/10), Waldgenbach, Forsell Schefvert (2), Rubin (1), Lindskog (2), Kristjansson (2), Cavor (2).

Eulen Ludwigshafen: Tomovski, Skof; Stüber (4), Dietrich (3), Scholz (2), Haider, Remmlinger (1), Falk, Hofmann, Durak (4), Bührer, Müller (4), Neuhaus (3/1), Dippe, Valiullin (2), Klein.

Stenogramm / SR: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Irxleben). - Zu.: 4421. - Zeitstrafen: 6:8 Min. - Siebenmeter 10/10:1/1.

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