22. November 2019, 22:07 Uhr

Hessenliga

SK 1858 Gießen gelingt Überraschung in Hofheim

22. November 2019, 22:07 Uhr

Mit dem 4,5:3,5-Coup beim SV Hofheim II ergatterte der SK 1858 Gießen am zweiten Spieltag zwei nicht einkalkulierte Punkte im Kampf um den Hessenliga-Erhalt. Kaum weniger überraschend ist, dass mit Sfr. Neuberg II (4,5:3,5 über SC Fulda) und dem SK Bad Homburg (5:3 gegen Brett vorm Kopp Frankfurt) zwei Teams verlustpunktfrei vorne stehen, die man da nicht erwartet hatte.

SV Hofheim II - SK 1858 Gießen 3,5:4,5: Auch ohne die Brüder Zude war die Bundesliga-Reserve mit den Internationalen Meistern Oliver Brendel, Muhamed Baric und Alena Kushka sowie FM Patrick Burkart stark aufgestellt, sodass kein seriöser Investor auch nur einen Cent auf die ohne Erstbrettspieler Roger Derichs angereisten Gäste gesetzt hätte. Der SK 1858 war an den Brettern eins bis sieben ausnahmslos schwächer besetzt.

Dank großer Zähigkeit (drei Partien überschritten die 70-Züge-Marke) gepaart mit einer Portion »Stellungsglück« sollte es Gießen schaffen, die zeitweise kritischen Positionen in der oberen Bretthälfte allesamt in den Remishafen zu führen. SK-1858-Spielführer Thorsten Eckhardt hatte mit Weiß unpräzise agiert und dadurch IM Kushka strukturelle Vorteile ermöglicht. Als Kushka im 32. Zug einen Gewinnweg übersah, nutzte der Gießener die Gunst der Sekunde zu einer Remisofferte im darauffolgenden Zug, was die frustrierte Hofheimerin in für sie immer noch leicht vorteilhafter Position akzeptierte.

Ähnlich gestaltete sich der Ablauf am Spitzenbrett im Schwerfigurenendspiel zwischen Peter Rudolph und IM Brendel (Position Weiß: Kh1, Dd2, Td1, Tb1, a2, b4, b6, e3, f2,h2 - Schwarz: Kg8,Dd7,Tc8,Tc7,a6,d5,f3,f7,g6,h7): Statt mit Tc7-c2 (!) unparierbar einzudringen, wollte Brendel die skizzierte Gewinnidee mit dem Einschub 29...Dh3 30. Tg1 Tc2 (??) »verfeinern«, was Rudolph plötzlich die Möglichkeit verschaffte, per Damenopfer auf c2 nebst b6-b7 beide schwarzen Türme zu eliminieren, wonach plötzlich der Hofheimer ums Remis kämpfen musste.

Roland Arbinger hatte sich als Nachziehender im Slawischen Damengambit dem Stellungsdruck von Burkart zu erwehren. Letzterer fand nichts Besseres, als in ein Leichtfiguren-Endspiel mit 3:2-Bauern am Königsflügel überzuleiten, was sich als unzureichend erwies. Zuvor hatte Lutz Konrad (Brett vier) als Nachziehender seinen rückständigen d6-Bauern aufgelöst, wobei Widerpart Tischendorf das befreiende d6-d5 bei präziserem Spiel zumindest hätte erschweren können.

Während Hofheim viel liegenließ, nutzten die Mittelhessen an den hinteren Brettern ihre Möglichkeiten. Simon Goff überspielte mit Weiß den 270 DWZ Punkte »schwereren« Ulrich Segna bereits aus der »holländischen« Eröffnung (1. d4 f5 2. Lf4 d6 3. e3) heraus, als er beherzt zur langen Rochade griff und am Königsflügel den Dosenöffner betätigte. Den schwarzen König erwischte er im 41. Zug. Noch früher war der Arbeitstag für Jens Bahlo beendet, der dem erstligaerfahrenen Helmut Kaulfuss nach Öffnung der f-Linie ein Qualitätsopfer auf f3 beibrachte, wodurch die weiße Stellung im 20. Zug zusammenbrach.

Der einzige Partieverlust der Gäste (Bruna Tuzi war gegen IM Baric chancenlos) hatte keine Auswirkungen, da das Turmendspiel des Hofheimers Jürgen Seidel gegen Holger Burkhardt keinerlei Gewinnchancen bot.

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