23. Februar 2019, 12:00 Uhr

Fußball

SG Kinzenbach muss sich Gedanken um Hessenliga machen

Für Kinzenbach ist es die Gretchen-Frage: Machen wir es? In der Fußball-Verbandsliga belegt man Rang zwei, der das Ticket zur Hessenliga-Aufstiegsrunde bringen würde. Ist das erstrebenswert?
23. Februar 2019, 12:00 Uhr
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Von Peter Froese
Michael Schulze, der Vorsitzende der SG Kinzenbach. (Foto: fro)

Mit dem Re-Start am Wochenende in der Verbandsliga Mitte steigt auch bei der SG Kinzenbach die Spannung, die aber spielfrei ist und das Wochenende zu einem letzten Test gegen Hessenligist SC Waldgirmes nutzt, ehe es eine Woche später mit dem Gastspiel in Zeilsheim wieder um Liga-Punkte geht. Diese Zeitung sprach mit dem SG-Vorsitzenden Michael Schulze, der den Verein seit 18 Jahren führt und dabei schon Höhen und Tiefen mitgemacht hat, über die Planungen für die Saison 2019/20.

Die SG Kinzenbach gehört vor dem Re-Start der Verbandsliga Mitte zum Kreis der Mannschaften, die zumindest über die Aufstiegsrunde den Sprung in die Hessenliga schaffen können. Wie schätzen Sie die Lage ein, wie planen Sie die kommende Saison?

Michael Schulze: Nach vier Niederlagen in den ersten sechs Saisonspielen hätte man sicher nicht mit einem solchen Höhenflug unserer Mannschaft rechnen können. Nach der 1:7-Heimniederlage gegen den FSV Fernwald hat die Mannschaft aber Gas gegeben – und es ging für uns steil bergauf. Derzeit stehen wir besser als vor der Saison erwartet. Wir haben mit dem SV Zeilsheim und dem VfB Marburg gleich zwei harte Brocken vor der Brust. Daher müssen wir die Restrunde abwarten, um zu sehen, wo die Reise für uns hingeht. Die Gespräche für die Saisonplanung 2019/20 laufen auf Hochtouren, und wir werden auf die sportliche Entwicklung reagieren. Dabei werden wir in Ruhe arbeiten, weiter Vernunft walten lassen und nicht über unseren Verhältnissen leben. Wir sind auf Unterstützung der heimischen Wirtschaft angewiesen und sind auch hier in Gesprächen, um auszuloten, ob ein Projekt Hessenliga für die SG Kinzenbach zu realisieren wäre.

Seit der Auflösung der Jugend-Spielgemeinschaft mit den TSF Heuchelheim haben wir im Jugendbereich nicht mehr richtig Fuß gefasst

SG-Vorsitzender Michael Schulze

Vor der Winterpause gab es Spekulationen, dass mit Max-Peter Mohr und Ahmet Marankoz zwei wichtige Akteure die SG verlassen könnten. Wie ist hier der Stand?

Schulze: Wir werden mit der gleichen Elf in die Restrunde gehen. Das mittlerweile berühmte »M« der SG mit Ahmet Marankoz, Max-Peter Mohr und Sergej Maro wird weiter in Kinzenbach auf Torejagd gehen. Uns war aber genauso wichtig, dass wir Führungsspieler wie Viktor Riske und Volkan Vural weiter an uns binden konnten – und dass wir mit Nikolas Anker weiter ein Kinzenbacher Eigengewächs in unseren Reihen haben.

Können Sie einen Einblick in die Planungen für die kommende Saison geben?

Schulze: Durch den Erfolg gibt es auch Begehrlichkeiten von anderen Vereinen, die unsere Spieler umwerben. Wir möchten gerne mit dem kompletten Kader und dem gesamten Trainerteam weiter zusammenarbeiten. Dies gilt übrigens sowohl für die Verbandsliga, als auch im Falle eines Aufstieges für die Hessenliga. Erste Gespräche mit Oliver Dönges bezüglich einer Verlängerung seines Vertrages sind geführt, eine Entscheidung seinerseits wird vor dem Re-Start fallen.

Wie bewerten Sie die Arbeit von Oliver Dönges?

Schulze: Oliver hat die SG als Abstiegskandidat übernommen und zum Klassenerhalt geführt. Er hat die Mannschaft stetig weitergeformt und besitzt zusammen mit den Führungsspielern einen gehörigen Anteil am derzeitigen Erfolg. Wir haben eine gute Stimmung im Team und besitzen eine tolle Truppe, auf die wir stolz sein können.

Was muss sich noch verbessern, wenn man das Projekt Hessenliga erfolgreich angehen möchte?

Schulze: Wir sind ein kleiner Verein ohne großen Hauptsponsor. Das hat zwar den Vorteil, dass wir in unseren Entscheidungen unabhängig sind. Dennoch benötigen wir Unterstützung von außen, wenn die Entwicklung weiter voranschreiten soll. Seit der Auflösung der Jugend-Spielgemeinschaft mit den TSF Heuchelheim haben wir im Jugendbereich nicht mehr richtig Fuß gefasst. Derzeit haben wir nur Mannschaften im Bereich der G- bis E-Junioren. Wir müssen daran arbeiten, die positiven Erfolge unserer ersten Mannschaft zu nutzen, und uns in den Bereichen C- bis A-Junioren wieder besser aufstellen. Dies ist ein langer Weg, den man nicht von heute auf morgen und auch nicht ohne finanzielle Mittel gehen kann.



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