02. Juli 2020, 16:00 Uhr

Fußball

SG Birklar beendet Talfahrt und kehrt in Kreisoberliga zurück

Beste Abwehr, zweitbester Sturm. Eine tolle Bilanz nach 19 Spielen. Die SG Birklar steigt als A-Liga-Sieger in die Kreisoberliga auf.
02. Juli 2020, 16:00 Uhr
SG Birklar, Staffelsieger der Kreisliga A Gießen und Aufsteiger in die Kreisoberliga Süd (von links): Labinot Dervishi (Trainer), Edgar Müller (Sportlicher Leiter), Leon Mendez, Alban Bucaj, Sebastian Spuckti, Alessandro Raccagni, Arman Parise, Trimor Berisha, Falko Ehrenspeck, Bogdan Ganu, Caner Akci, Mike Abraham, Gezim Jetishi und Bernhard Müller (Spielausschuss). Es fehlen: Robert Nowicki, Nando Rafael, Hakki Celik, Daniel Mehari, Franz Dönicke, Mahir Marankoz, Hesham Al-Selwi, Dominik Tomic, Akeel Tahir, Florian Konradi, Mario Kastl, Faruk Topcu, Sidon Beyene, Caner Akci. FOTO: PRIVAT

Alles ging rasend schnell. Beim virtuellen Fußball-Verbandstag hatten die Delegierten um 10.48 Uhr den Abbruch der Meisterschaftsrunde 2019/20 im Amateurbereich des Hessischen Fußball-Verbandes beschlossen. Nur Sekunden später erreichte Birklars Trainer Labinot Dervishi die vom gut vernetzten Sportlichen Leiter Edgar Müller überbrachte freudige Nachricht, dass sein Team offiziell A-Liga-Erster und Aufsteiger in die Kreisoberliga Süd ist. Das tat dem Club nach der stetigen Talfahrt der vergangenen Jahre gut.

Die frohe Kunde verbreitete sich schnell - und große Freude machte sich unter allen Beteiligten breit. »Alle waren schon vorher euphorisch und zuversichtlich, dass es klappt. Aber ich bin verhaltener und warte, bis so eine Sache auch von der Rechtsgrundlage her sauber ist«, konstatiert Müller. Damit gibt der Funktionär einen Einblick in die gefühlsmäßige Achterbahn, die die Mannschaft, Trainerstab und weitere Verantwortliche seit dem Rundenabbruch Anfang März durchlebt haben. Vor der Runde haben sich die Birklarer mit namhaften Spielern verstärkt. Unter anderem haben Stürmer Mahir Marankoz und der offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler Hesham Al-Selwi von Beginn an ihre Qualitäten auf den Platz gebracht - zusammen sorgten sie für 38 Tore. Aber auch die Zugänge Mickael Abraham oder Daniel Mehari schlugen ein. Hinten hielten die beiden Keeper Robert Nowicki und Alessio Raccagni den Laden dicht. Abraham, Trimor Berisha, Gezim Jetishi und Dominik Tomic räumten in der Abwehr ab.

Im defensiven Mittelfeld gab Arman Parise viele Impulse, aus der Schaltzentrale sind zudem noch Hakki Celik, Al-Selwi, Sebastian Spuckti und George-Bogdan Ganu zu nennen. »Das hat alles perfekt zusammengepasst«, bilanziert Müller, der diese Akteure auch in Zusammenhang mit dem guten Teamspirit aufzählte.

»Das Wichtigste war die Gemeinschaft. Wir haben 13 Nationalitäten in der Mannschaft. Unser Trainer hat es verstanden, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern. Es war zum Schluss ein verschworener Haufen. Das Wort ›Wir‹ hat einen extremen Punkt bei uns ausgemacht«, schildert Müller.

Natürlich hat auch Nando Rafael, der ehemalige Bundesliga-Angreifer von Hertha BSC Berlin und Borussia Mönchengladbach, seinen Teil zum Erfolg beigetragen. Bekanntlich schloss sich der Deutsch-Angolaner im letzten Sommer der SG an. Da er aber berufsmäßig in Frankfurt zeitlich sehr belastet ist, konnte er nicht immer am Training teilnehmen - und das geht an einem 36-Jährigen leistungsmäßig nicht ganz spurlos vorbei. Aber Rafael bringt sich auch ins Team ein, wenn er nicht spielt. »Er motiviert junge Spieler. Und wenn er von Pokalspielen in Berlin vor 75 000 Zuschauern erzählt, sitzen 23 Spieler von der ›Ersten‹ und der ›Zweiten‹ vor ihm und hören zwei Stunden gespannt zu«, nennt Müller weitere Qualitäten von Rafael für die Teamgeistförderung außerhalb des Platzes.

Über das Thema Geld spricht der umtriebige »Manager«, der seit eineinhalb Jahren wieder bei seinem Heimatclub tätig ist, nur ungern: »Wir sind mit Sicherheit kein Verein, der kein Geld gibt. Es sind Sachen, die laufen bei uns wie bei anderen Clubs auch. Wir haben drei große Banden um unseren Sportplatz - und das hegen und pflegen wir. Zu diesen Menschen haben wir beste Kontakte.« Die verbalen Spitzen von einigen Konkurrenzvereinen in Bezug auf die finanzielle Situation in Birklar seien ihm sehr nahe gegangen. Er wünscht sich, dass man mit diesem Thema respektvoller umgehe und akzeptiere, was das Umfeld eines Clubs zu leisten imstande ist oder nicht.

Unter der Ägide von Edgar Müller wird nichts dem Zufall überlassen. Er hat unter anderem Hans Georg Emmerich aus Lich zur SG gelotst, der für das Scouting des jeweiligen Gegners zuständig ist. Emmerich sei zuversichtlich, dass es für die SG Birklar noch eine Klasse höher gehe, erklärt Müller, dem die Euphorie zu groß ist. Die Mannschaft sei mit einem Durchschnittsalter von 22,5 Jahren sehr jung. »Im Verein bin ich die Bremse«, so Müller mit einem Lächeln im Gesicht.

Die personellen Weichen für die Zukunft sind gestellt. Die SG Birklar strebt vorerst in der neuen Liga eine Rolle im gesicherten Mittelfeld an, wenngleich die Kreisoberliga Süd nur eine Zwischenstation sein soll. Und natürlich weiß Edgar Müller, dass er sich auf diesem sicherlich nicht einfachen Weg auf seine Crew mit Bernhard Müller, den Trainern Dervisihi, Nicolas Pinkl (mit 2. Mannschaft ebenfalls aufgestiegen), Emmerich, dem Vorstandsteam um Hartmut Jung und Günter Wolf sowie auf die vielen freiwilligen Helfer des Vereins verlassen kann.

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