25. Juni 2017, 21:06 Uhr

Rücktritte großes Thema in Leihgestern

25. Juni 2017, 21:06 Uhr

Anlässlich des im nächsten Jahr anstehenden 125-jährigen Jubiläums richtete die TSG Leihgestern die Vereinsvertretersitzung des Handball-Bezirks Gießen in der Volkshalle Leihgestern aus. Bezirksvorsitzender Kai Gerhardt begrüßte die Vertreter von 53 der 57 Klubs. Darunter auch die Vorsitzende der TSG, Michaela Seipp, Abteilungsleiter Rainer Breidenbach, den 1. Stadtrat Norbert Arnold sowie den Präsidenten des Hessischen Handball-Verbandes (HHV), Gunter Eckart, zwei seiner Vizepräsidenten Josef Semmelroth (Recht) und Tobias Weyrauch (Spieltechnik) sowie den Ehrenvorsitzenden des Bezirks, Norbert Münch, und Ehrenmitglied Herbert Horn. Bei der Totenehrung gedachte die Versammlung stellvertretend Dieter von Berg. Der langjährige Schiedsrichter und Lehrwart der TG Friedberg war Anfang des Jahres verstorben.

»Der Bezirk Gießen ist im HHV einer der wichtigsten Bezirke, auch weil der Bezirk höherklassig stark vertreten ist«, verdeutlichte HHV-Präsident Eckart. Er erinnerte an den jüngsten Bundesligisten TV Hüttenberg und sprach auch die Kooperation des HHV mit dem Kultusministerium bezüglich einer neuen Trainerstelle in Wetzlar an. »Aber der Bezirk hat auch einige Probleme«, erinnerte er an die Rücktritte. »Schiedsrichter- und Rechtswesen sind wichtige Faktoren, wir werden da nicht zu sehen, ohne dass die Probleme gelöst werden«, so Eckart.

Nach Abwicklung der Formalia (Frank Hoffmann führte Protokoll) begann der Vorsitzende Gerhardt mit seinem Bericht, der bewusst nicht im vorliegenden Heft abgedruckt war. Gerhardt widmete sich dem Rücktritt des Methodik-Beauftragten Ergün Sahin. Davon betroffen waren vor allem die Planung der Auswahlmaßnahmen. Seit Anfang des Jahres hat Tim Straßheim (SG Kleenheim) die Nachfolge angetreten bzw. wurde eingesetzt. Dann ging Gerhardt auf die »zerfahrene Situation« mit den acht Rücktritten und in der Folge auch dem von Rechtswart Otfried Schwarz ein. »Das war am 24. April, davon hatte ich am 11. April Kenntnis«, sagte der Vorsitzende weiter. »Das Vertrauensverhältnis zum Schiedsrichterwart war nicht mehr zu reparieren«.

Auch konnten die Rücktritte nicht bis zum 30. Juni hinausgeschoben werden, um die Jugendqualifikation sicherzustellen. Die acht Ansetzer sind mit einem offenen Brief an die Zeitungen gegangen. Höhepunkt war dann der Rücktritt von Harald Späth am 9. Juni bei der Versammlung der Schiedsrichter des Bezirks. Sicherlich könne man über den Zeitpunkt des Rücktritts (früher in der Versammlung) sprechen, »aber es war seine Entscheidung, wie er den Zeitpunkt gewählt hat«, so Gerhardt. »Letztlich ging es nicht mehr um den Sport«, sagte Gerhardt, der an Fairplay nicht nur auf dem Hallenparkett erinnerte.

Nach dem Rücktritt von Späth waren die acht Ansetzer wieder bereit, ihre Ämter zu übernehmen. »Ich bitte die Vereine noch um etwas Geduld, wir werden in den nächsten zwei, drei Wochen weitere Gespräche führen, dann steht fest, wie es weitergeht«, erklärte der Bezirksvorsitzende, der auch seine Position, wenn dies die Vereine wünschen, zur Verfügung stellen würde. Ein zusätzlicher Punkt war dann der Rücktritt von Otfried Schwarz. »Die Situation, das acht Ansetzer, ein Rechtswart und ein Schiedsrichterwart fehlen, kann nicht dauerhaft sein«, bekräftigte Gerhardt. »Miteinander und Fairplay wurde in den letzten Wochen nur bedingt gezeigt; das Ganze ist ein Hobby als Ehrenamt und nimmt Zeit in Anspruch, ich trete heute nicht zurück«, sagte der Bezirksvorsitzende.

Die Berichte des Bezirksspielwarts Stefan Albus, der kommissarischen Bezirksjugendwartin Angelika Ferber, des Bezirksfinanzwarts Hansjörg Reh, des zurückgetretenen Bezirksrechtswarts Schwarz, des Bezirkssportgerichts-Vorsitzenden Berndt Dugall, des zurückgetretenen Bezirksschiedsrichterwartes Späth und des Vertreters im AK-Ehrungen Norbert Münch lagen allesamt schriftlich den Vereinsvertretern vor und wurden nicht beanstandet.

Dann stellte sich der neue Methodik-Beauftragte Straßheim der Versammlung vor. »Ich freue mich sehr auf die Aufgabe, hoffe, dass wir fair mit einander umgehen und setzte auf den Faktor Kommunikation«, so Straßheim, der in Kürze ein Treffen der Trainer der A- und B-Jugend-Teams des Bezirks mit DHB-Jugend-Bundestrainer Jochen Beppler vorgesehen hat. Straßheim strebt an, »die Auswahlen wieder stark zu machen«.

Dann ehrten Gerhardt und die kommissarische Bezirksjugendwartin Angelika Ferber die Meister und Besten der Bezirks der abgelaufenen Saison. Dazu gab es Sonderehrungen für den TV Hüttenberg (Abteilungsleiter Patrick Zörb nahm die entgegen) und für die U19 der HSG Wetzlar, die deutscher Meister wurde (Uwe Kinzenbach nahm die Ehrung in Empfang). Zudem wurde Jasmin Scheffer als Ansetzerin für die Schiedsrichter-Anwärter und -Fördergespanne verabschiedet.

Neuerungen für die Saison 2017/18 sind die Ausweitung des elektronischen Spielberichts (ESB) bis in die Bezirksligen B bei Männer und Frauen. 2018/19 sollen zusätzliche Ligen mit dem ESB belegt werden. Beim HHV wird der komplette Spielbetrieb mit dem ESB abgewickelt. Zum 1. Juli gibt es außerdem Änderungen bei Freundschaftsspielen für E- und D-Jugend, die nicht mehr zwingend von neutralen Schiedsrichtern geleitet werden müssen, sondern von Refs des Heimvereins geleitet werden können.

Die Spielpläne sind im Netz, bei den Aktiven sind sie freigeschaltet. Ende der Spielplanbearbeitung ist der 31. Juli. Bei der Jugend sollten die Sichtungstermine berücksichtigt werden. Unter »Verschiedenes« bat Gerhardt die Vereine, zu überlegen, wer den Bezirkshandballtag 2018 ausrichten könnte.

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