18. September 2019, 12:00 Uhr

Basketball

Riesen Ludwigsburg wollen zurück in die Spur

Der Star ist der Trainer: Seit 2013 schwingt John Patrick in Ludwigsburg das Zepter. Letztes Jahr gab es erstmals einen Rückschlag, nun wollen die Schwaben zurück in die BBL-Playoffs.
18. September 2019, 12:00 Uhr
Jonas Wohlfarth-Bottermann (r.) ist neu in Ludwigsburg. Spannend wird, ob sich der 2,08 Meter große Center unter Trainer John Patrick durchsetzen kann. (Foto: dpa)

Der Klub aus der Barockstadt kann sich in dieser Spielzeit komplett auf den nationalen Wettbewerb konzentrieren: Nachdem man letztes Jahr in der Hauptrunde Letzter in der Gruppe A der Basketball-Champions-League geworden war, treten die Ludwigsburger dieses Jahr nur in der BBL und dem Pokal an und sind damit erstmals seit 2015 nicht in Europa am Start.

Die Lage: In einem engen Playoffkampf mussten sich die Ludwigsburger letztes Jahr geschlagen geben: Nur Platz zehn, zum ersten Mal in sechs Jahren unter der Ägide von John Patrick die Playoffs verpasst. Enttäuschung am Neckar! Diese Saison soll der Ausrutscher bereinigt werden, darum gibt es einen runderneuerten Kader und vielversprechende Ergebnisse in den Testspielen: Bamberg, Darüssafaka Istanbul, Nancy oder Brüssel - die Schwaben siegten sich fröhlich durch die Vorbereitung.

Das Team: Zwölf Spieler weg, zehn neue da. Bei den Ludwigsburgern machte man nach der vorangegangenen Saison kurzen Prozess, behielt nur Toptalent Ariel Hukporti, Energizer Christian von Fintel und Konstantin Klein - wobei Letzterer nach seiner Heirat nunmehr Konstantin Konga heißt. Ansonsten? Den kleinen Pointguard Jordon Crawford zog es in die Türkei, David McCray beendete seine Karriere, und Lamont Jones sowie Adam Waleskowski wechselten im Doppelpack nach Frankfurt. Dafür kramte Trainer John Patrick wieder in der Wundertüte und holte einige unbekannte Amerikaner: Jarius Lyles und Thomas Wimbush kamen aus der G-League, Tanner Leissner aus Israel und Nick Weiler-Babb vom College, Khadeen Carrington aus Belgien und Jaleen Smith aus Heidelberg. Center Jehyve Floyd unterzeichnete einen Zwei-Jahres-Vertrag, war aber schon zwei Wochen vor Saisonbeginn wieder auf dem Weg nach Griechenland. Ein paar bekannte Gesichter aus der Liga gibt’s auf den deutschen Positionen: Hans Brase und David Brembly kamen vom Mitteldeutschen BC, Jonas Wohlfarth-Bottermann aus Frankfurt. Der talentierte Flügelspieler Radii Caisin kam von den Artland Dragons und spielte in der Vorbereitung eine überraschend große Rolle in der Rotation.

Der Coach: John Patrick ist nach Johan Roijakkers (Göttingen) der dienstälteste Coach in der BBL und seit nunmehr zwölf Jahren in der Liga aktiv. Man weiß also eigentlich, was man beim Deutsch-Amerikaner bekommt. Das machte die letzte Saison so ungewöhnlich: Von Anfang an sah Ludwigsburg nicht aus wie eine John-Patrick-Mannschaft, ausgelegt auf die berühmten »40 Minutes of hell«. Dieses Jahr sieht es wieder mehr danach aus, als hätte Patrick ein Team nach seinem Gusto zusammengestellt. Vielleicht half da auch die Aufnahme von David McCray in den Trainerstab, schließlich stand der als Spieler schon immer für beinharte Verteidigung.

Stärken und Schwächen: Die Ludwigsburger sind auch in dieser Saison wieder sehr athletisch unterwegs, haben einige Spieler im Kader, die für Highlights sorgen können. Vor allem scheint der Kader wieder breiter aufgestellt zu sein, sodass der Druck über die gesamte Spielzeit hochgehalten werden kann. Noch zeigen muss sich, ob das auch im Ligabetrieb klappt: Die tragenden Säulen der jungen Mannschaft (kein Spieler ist älter als 29) haben bislang noch keine Erfahrung auf BBL-Niveau, müssen sich erst beweisen.

Der »Player to watch«: Jonas Wohlfarth-Bottermann, auch bekannt als »WoBo«, war eine überraschende Verpflichtung. Zwar konnte der 2,08 m große Rheinländer in seiner Karriere immer wieder ordentliche Leistungen zeigen, egal ob in Bonn, Frankfurt, Ulm oder Berlin. Doch mit besonders viel Härte fiel der 29-Jährige bis dato nicht auf - und so erinnerten sich nicht wenige bei seiner Vorstellung an seinen Vorgänger Bogdan Radosavljevic. Der wurde letztes Jahr überraschenderweise von den Riesen verpflichtet, um nach drei Spielen den Verein in Richtung Ulm zu verlassen. Schafft es »WoBo«, sich unter Patrick durchzusetzen oder droht ihm das gleiche Schicksal?

Die Prognose: Das Team wirkt von außen stimmiger als letzte Saison und konnte diesen Eindruck in der Vorbereitung bestätigen. Der Kader ist unter Patrick immer erst zum Transferschluss im Februar endgültig fertig - doch schon jetzt sieht es so aus, als kehren die Schwaben in die Playoffs zurück.

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